Dormagen: Flächennutzungsplan – 180 Besucher bei Auftaktabend in der Kulturhalle

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Die Zukunft der Stadt Dormagen wol­len viele Bürger mit­pla­nen. Mehr als 180 Besucher kamen jetzt zur ers­ten Diskussion über den neuen Flächennutzungsplan in die Kulturhalle. 

Wir müs­sen die Stadt von mor­gen vor­weg den­ken, damit sie sich heute schon in die rich­tige Richtung ent­wi­ckeln kann“, sagte Thomas Scholle von dem beglei­ten­den Fachbüro „Planlokal“ als Moderator des Abends. Bürgermeister Erik Lierenfeld machte deutlich:

Mehr als 180 Bürger kamen zu der Auftaktveranstaltung in der Kulturhalle
Mehr als 180 Bürger kamen zu der Auftaktveranstaltung in der Kulturhalle

Der Flächennutzungsplan legt in fast allen Lebensbereichen ein wich­ti­ges Fundament für Zukunft von Dormagen. Deshalb wol­len wir, dass sich mög­lichst viele Bürger daran betei­li­gen.“ Nicht nur um Wohnen, Wirtschaft und Verkehr geht es in dem neuen Planungswerk. Hier wer­den auch die Flächen für Natur und Landwirtschaft, für inner­städ­ti­sches Grün und für Bildungs- und Sporteinrichtungen festgelegt.

Alle 16 Ortsteile müs­sen dabei wei­ter­hin mit Leben erfüllt wer­den und sich zugleich in den Organismus der Gesamtstadt ein­fü­gen“, sagte der städ­ti­sche Fachbereichsleiter für Städtebau, Gregor Nachtwey.

Expertenrunde mit Moderator Thomas Scholle, Norbert Grimbach, Martin Klemmer, Gregor Nachtwey und Bernd Neffken.
Expertenrunde mit Moderator Thomas Scholle, Norbert Grimbach, Martin Klemmer, Gregor Nachtwey und Bernd Neffken. Fotos(2): Stadt

Dass beim Flächennutzungsplan viele unter­schied­li­che Interessen abge­wo­gen wer­den müs­sen, wurde schon an dem Startabend deut­lich. So will die Stadt gern wei­tere Zuzügler aus den benach­bar­ten Metropolen anzie­hen, um ihre Einwohnerzahl zu erhal­ten. „Wir haben hier auf­grund der Nähe zu Köln und Düsseldorf gute Chancen auf dem Wohnungsmarkt. Der vor­han­dene Wohnungsbestand stammt jedoch viel­fach aus den 60-​er und 70-​er Jahren und muss sich im Zuschnitt den aktu­el­len Bedürfnissen anpas­sen“, sagte Martin Klemmer vom Vorstand der Dormagener Baugenossenschaft.

Vor einem wei­te­ren hohen Flächenverbrauch durch Baugebiete warnte dage­gen Norbert Grimbach aus dem Landschaftsbeirat. Er sagte: „Im Süden des Rhein-​Kreises Neuss haben wir die schöns­ten Naturräume. Darauf müs­sen wir mit Argusaugen ach­ten.“ Bernd Neffken von der IHK Mittlerer Niederrhein legte dar: „Entgegen dem Eindruck, den man von Dormagen von der Autobahn aus hat, wer­den bis­her nur sechs Prozent des Stadtgebiets von Industrie und Gewerbe in Anspruch genom­men.“ Dormagen habe hier noch Spielraum für eine wei­tere mode­rate Entwicklung. Gute Chancen sah er vor allem für Logistikbetriebe, die heute weit mehr als nur reine Speditionen seien. Die Stärke des Wirtschaftsstandorts Dormagen beruhe vor allem auf dem nach wie vor hohem Anteil von pro­du­zie­ren­den Betrieben.

Nach einer Podiumsdiskussion zum Auftakt mel­de­ten sich auch viele Bürger zu Wort. Sie wünsch­ten sich zum Beispiel Verbesserungen bei den Busanbindungen oder mehr öffent­li­che Parkanlagen. Diskutiert wurde über die Höhe von Mietkosten. „Unsere Baupreise haben sich seit 2002 ver­dop­pelt“, sagte dazu Klemmer. „Das führt zu einem Spagat auf dem Wohnungsmarkt. Preiswerte Wohnungen müs­sen wir in ers­ter Linie aus dem Bestand gene­rie­ren.“ Auch über alten­ge­rechte Wohnungen oder neue Fitnessgeräte auch für die ältere Generation auf klas­si­schen Spielplätzen wurde bei dem Forum gesprochen.

An die Detailplanung geht es für die Bürger in fünf Stadtteilwerkstätten heran, zu denen die Verwaltung im Herbst ein­la­den wird. Anfang 2016 soll ein ers­ter Vorentwurf des Flächennutzungsplans prä­sen­tiert wer­den, der dann noch ein­mal in das for­melle Beteiligungsverfahren mit den Bürgern und allen zustän­di­gen Behörden und Verbänden geht. Wenn alles klappt, wird der Flächennutzungsplan dann 2017 in Kraft tre­ten. „Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit“, so der Bürgermeister.

Fragen zum Flächennutzungsplan beant­wor­tet gerne der zustän­dige Leiter der städ­ti­schen Bauleitplanung, Daniel Gürich. Telefonisch ist er unter 02133/257–617 erreich­bar. Nähere Infos auch unter www​.fnp​.dor​ma​gen​.de.

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