Kultursekretariats NRW stellt 600 her­aus­ra­gende Skulpturen und Kunstinstallationen im Lande vor

Meerbusch – Das Kultursekretariat NRW in Gütersloh hat eine neue Webseite freigeschaltet, die 600 herausragende Skulpturen und Kunstinstallationen im öffentlichen Raum in Nordrhein-Westfalen präsentiert.

Auf www.nrw-skulptur.de sind Fotos, Filme, Texte und Künstlerbiografien zu einem umfassenden Online-Informationsportal zusammengestellt. Die von einer Fachjury ausgewählten Arbeiten stehen in 86 Städten in ganz NRW.  

Meerbusch ist mit vier Skulpturen vertreten:

  • Ausgewählt wurden das von Joseph Beuys gestaltete Mahnmal Alter Kirchturm in Büderich,
  • die "Große Raumschwinge" von Will Brüll in Strümp,
  • die Granit-Bank von Erwin Heerich im Büdericher Hallenbad-Park sowie das
  • Mahnmal zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten Juden aus dem heutigen Meerbusch von Christoph Wilmsen-Wiegmann in Lank-Latum.

Neben Fotogalerien und erklärenden Texten hält die Website auch Routenvorschläge für Spaziergänge und Fahrradtouren an den Standorten der Kunstwerke bereit. Der Fokus liegt auf der Kunst nach 1945. Voraussetzung für eine Präsentation war außerdem, dass die Kunstwerke dauerhaft aufgestellt und rund um die Uhr öffentlich zugänglich sind.

"Kunst im öffentlichen Raum ist in Meerbusch seit Stadtgründung ein wichtiges Thema. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, dem begegnet hochwertige Kunst auf Schritt und Tritt ", so Stadtsprecher Michael Gorgs. "Wir sind durchaus stolz, mit vier Arbeiten auf einem landesweiten Portal vertreten zu sein."

Das Mahnmal "Alter Kirchturm" gestaltete Joseph Beuys im Jahr 1959 im Auftrag des Rates der Gemeinde Büderich zur Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege. Das grobe Eichentor mit den Namen der Gefallenen, die anmutige Holzplastik im Inneren und den Turmschacht bilden ein Gesamtkunstwerk. Der Alte Kirchturm ist zugleich die einzige Großarbeit von Joseph Beuys, die frei im öffentlichen Raum, außerhalb von Galerie- oder Museumsmauern bewundert werden kann. Damit hat das Mahnmal internationale Bedeutung.

Die "Große Raumschwinge", die inzwischen in einem Kreisverkehr am Eingang des Neubaugebietes "Am Strümper Busch" steht, schuf der Meerbuscher Bildhauer Will Brüll 1998 zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Meerbuschs mit dem bretonischen Fouesnant. Eine kleinere Variante der Stahlplastik, die sich im Wind dreht, steht im Ortskern der Partnerstadt und wird dort liebevoll "L'aile d l'amitie", "Flügel der Freundschaft", genannt.

Erwin Heerich, lebte und arbeitete bis zu seinem Tode rund 50 Jahre in Meerbusch. Seine Bank aus schwarzem Granit, die im Jahr 2000 im Rahmen der Euroga im Hallenbadpark aufgestellt wurde, ist Bestandteil des Kunstweges "Mataré und seine Schüler" in Büderich. Heerich wurde nicht nur mit seinen aussagestarken Skulpturen bekannt, sondern vor allem auch mit den zwischen Architektur und Skulptur changierenden Bauwerken für die Museumsinsel Hombroich bekannt. Wie seine übrigen Werk besticht auch die "Heerich-Bank" durch ihre Schlichtheit. und ihre ausgewogenen Proportionen.

Christoph Wilmsen-Wiegmanns Mahnmal besteht aus vier Granitstempeln, die spiegelverkehrt die Namen der Konzentrationslager tragen, in denen Juden aus dem heutigen Stadtgebiet Meerbuschs ermordet wurden: Litzmannstadt, Riga, Izbica und Theresienstadt. Zu dem Ensemble gehört zudem eine Basalt-Stele, auf der die Namen der 33 Juden stehen, die deportiert und ermordet wurden sowie der drei, die überlebten. Die Stele trägt außerdem den hebräischen Schriftzug für „Sachor – Gedenke“. Alljährlich am 9. November, dem Gedenktag der Reichspogromnacht 1938, findet am Mahnmal eine Gedenkstunde statt.

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