Kultursekretariats NRW stellt 600 her­aus­ra­gende Skulpturen und Kunstinstallationen im Lande vor

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Das Kultursekretariat NRW in Gütersloh hat eine neue Webseite frei­ge­schal­tet, die 600 her­aus­ra­gende Skulpturen und Kunstinstallationen im öffent­li­chen Raum in Nordrhein-​Westfalen präsentiert.

Auf www​.nrw​-skulp​tur​.de sind Fotos, Filme, Texte und Künstlerbiografien zu einem umfas­sen­den Online-​Informationsportal zusam­men­ge­stellt. Die von einer Fachjury aus­ge­wähl­ten Arbeiten ste­hen in 86 Städten in ganz NRW

Meerbusch ist mit vier Skulpturen vertreten:

  • Ausgewählt wur­den das von Joseph Beuys gestal­tete Mahnmal Alter Kirchturm in Büderich,
  • die „Große Raumschwinge” von Will Brüll in Strümp,
  • die Granit-​Bank von Erwin Heerich im Büdericher Hallenbad-​Park sowie das
  • Mahnmal zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten depor­tier­ten und ermor­de­ten Juden aus dem heu­ti­gen Meerbusch von Christoph Wilmsen-​Wiegmann in Lank-Latum.

Neben Fotogalerien und erklä­ren­den Texten hält die Website auch Routenvorschläge für Spaziergänge und Fahrradtouren an den Standorten der Kunstwerke bereit. Der Fokus liegt auf der Kunst nach 1945. Voraussetzung für eine Präsentation war außer­dem, dass die Kunstwerke dau­er­haft auf­ge­stellt und rund um die Uhr öffent­lich zugäng­lich sind.

Kunst im öffent­li­chen Raum ist in Meerbusch seit Stadtgründung ein wich­ti­ges Thema. Wer mit offe­nen Augen durch die Stadt geht, dem begeg­net hoch­wer­tige Kunst auf Schritt und Tritt „, so Stadtsprecher Michael Gorgs. „Wir sind durch­aus stolz, mit vier Arbeiten auf einem lan­des­wei­ten Portal ver­tre­ten zu sein.”

Das Mahnmal „Alter Kirchturm” gestal­tete Joseph Beuys im Jahr 1959 im Auftrag des Rates der Gemeinde Büderich zur Erinnerung an die Opfer der bei­den Weltkriege. Das grobe Eichentor mit den Namen der Gefallenen, die anmu­tige Holzplastik im Inneren und den Turmschacht bil­den ein Gesamtkunstwerk. Der Alte Kirchturm ist zugleich die ein­zige Großarbeit von Joseph Beuys, die frei im öffent­li­chen Raum, außer­halb von Galerie- oder Museumsmauern bewun­dert wer­den kann. Damit hat das Mahnmal inter­na­tio­nale Bedeutung.

Die „Große Raumschwinge”, die inzwi­schen in einem Kreisverkehr am Eingang des Neubaugebietes „Am Strümper Busch” steht, schuf der Meerbuscher Bildhauer Will Brüll 1998 zum 30-​jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Meerbuschs mit dem bre­to­ni­schen Fouesnant. Eine klei­nere Variante der Stahlplastik, die sich im Wind dreht, steht im Ortskern der Partnerstadt und wird dort lie­be­voll „L’aile d l’a­mi­tie”, „Flügel der Freundschaft”, genannt.

Erwin Heerich, lebte und arbei­tete bis zu sei­nem Tode rund 50 Jahre in Meerbusch. Seine Bank aus schwar­zem Granit, die im Jahr 2000 im Rahmen der Euroga im Hallenbadpark auf­ge­stellt wurde, ist Bestandteil des Kunstweges „Mataré und seine Schüler” in Büderich. Heerich wurde nicht nur mit sei­nen aus­sa­ge­star­ken Skulpturen bekannt, son­dern vor allem auch mit den zwi­schen Architektur und Skulptur chan­gie­ren­den Bauwerken für die Museumsinsel Hombroich bekannt. Wie seine übri­gen Werk besticht auch die „Heerich-​Bank” durch ihre Schlichtheit. und ihre aus­ge­wo­ge­nen Proportionen.

Christoph Wilmsen-​Wiegmanns Mahnmal besteht aus vier Granitstempeln, die spie­gel­ver­kehrt die Namen der Konzentrationslager tra­gen, in denen Juden aus dem heu­ti­gen Stadtgebiet Meerbuschs ermor­det wur­den: Litzmannstadt, Riga, Izbica und Theresienstadt. Zu dem Ensemble gehört zudem eine Basalt-​Stele, auf der die Namen der 33 Juden ste­hen, die depor­tiert und ermor­det wur­den sowie der drei, die über­leb­ten. Die Stele trägt außer­dem den hebräi­schen Schriftzug für „Sachor – Gedenke“. Alljährlich am 9. November, dem Gedenktag der Reichspogromnacht 1938, fin­det am Mahnmal eine Gedenkstunde statt.

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