Rhein-​Kreis Neuss: Stuckdecke im Kreismuseum Zons restauriert

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Rhein-​Kreis Neuss/​Dormagen – Die Weihnachtsgeschichte mit Verkündigung, Geburt und Anbetung Jesu durch die hei­li­gen Drei Könige steht im Mittelpunkt einer Stuckdecke von 1652, die jetzt im Kreismuseum Zons restau­riert wor­den ist. 

Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke, Kulturdezernent Tillmann Lonnes und Museumsleiterin Angelika Riemann konn­ten das gelun­gene Werk jetzt pünkt­lich vor dem Fest in Augenschein neh­men. Der Landschaftsverband Rheinland hatte das Projekt finan­zi­ell unterstützt.

Freude über restaurierte Stuckdecke (von links): Museumsleiterin Angelika Riemann, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kulturdezernent Tillmann Lonnes. Foto: S. Büntig/ Rhein-Kreis Neuss
Freude über restau­rierte Stuckdecke (von links): Museumsleiterin Angelika Riemann, Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke und Kulturdezernent Tillmann Lonnes. Foto: S. Büntig/​Rhein-​Kreis Neuss

Die 38 Quadratmeter große Stuckdecke stammt aus einem Haus in Emmerich am Rhein, das bis zu sei­nem Abriss 1971 als Café diente. Die drei zen­tra­len Bildreliefs der Decke erzäh­len die Weihnachtsgeschichte; unter der Krippe in der Mitte fin­det sich die Datierung 1652. Die kunst­his­to­ri­sche Bedeutung der Decke ist schon 1971 vom dama­li­gen Landeskonservator Dr. Günther Borchers erkannt wor­den. Der frü­here Kreis Grevenbroich kaufte das Werk für sein damals neues Museum in Zons an. Der Einbau erfolgte dort 1974.

Dabei wurde auf eine hohe Qualität geach­tet, so dass der Originalzustand der Stuckdecke wei­test­ge­hend erhal­ten blieb. Das war für die dama­lige Zeit alles andere als selbst­ver­ständ­lich”, so Landrat Petrauschke. Bauforscherin Dr. Barbara Rinn, eine der weni­gen Stuck-​Fachleute Deutschlands, hat die Decke unter­sucht und die Arbeiten von Diplom-​Restauratorin Karen Keller beglei­tet. „Als beson­de­res Ergebnis ist fest­zu­stel­len, dass es am Niederrhein und in den Niederlanden keine wei­tere Decke gibt, die sol­che sze­ni­schen Verzierungen auf­weist”, heißt es. 

Karen Keller hatte anstatt einer Reinigung mit Wasser eine tro­ckene Restaurierung vor­ge­schla­gen. Für die Decke war das ein Glücksfall, da sich auf den zwei­ten Blick mehr Risse zeig­ten als mit blo­ßem Auge zu erken­nen waren, was bei einer Nassreinigung zu gro­ßen Schäden hätte füh­ren können.

Besonderen Reiz haben die Augen der dar­ge­stell­ten Menschen und Tiere, deren ursprüng­li­che Bemalung frei­ge­legt wer­den konnte und belegt, auf welch einem hohen künst­le­ri­schen Niveau die Stuckateure 1652 arbeiteten. 

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