Ausstellung „Gottvertrauen und Gehorsam“ geht wei­ter

Neuss – Das Jahr 2014 stand auch bei den Neusser Kulturinstituten ganz im Zeichen des Erinnerns an den Aus­bruch des Weltkrieges vor 100 Jahren.

Auf besonders große Resonanz stieß die Ausstellung des Stadtarchivs „Gott­vertrauen und Gehorsam − Neuss im Ersten Weltkrieg“, in der das Thema erstmals in unserer Stadt historisch aufgearbeitet wurde.

Wegen der großen Nachfrage verlängert das Stadt­archiv die Ausstellung nun bis Ende April 2015. „Der Zuspruch der vielen Besucher ist überwältigend, ebenso die Zahl der Anfragen nach Führungen für Schulen, Vereine und andere Gruppen,“ freut sich Archivleiter Dr. Jens Metzdorf. „Um alle Wünsche zu erfüllen verlängern wir gerne noch bis zum Früh­jahr.“

Die Ausstellung beleuchtet unter den Bereichen „Neuss 1900 bis 1918“, „Heimatfront“, „Soldatenleben“, „Propaganda“ und „Erinnerungskultur“ viele Facetten der Geschichte der Stadt im Ersten Weltkrieg. Inhaltliche Schwerpunkte sind die unmittel­bare Wahrnehmung des Krieges an der Heimatfront und die Erfahrungen der Neusser an den Kriegsschauplätzen.

Die Ausstellung thematisiert die Mobilisierung der Menschen sowie die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch symbolische Akte und restriktive Maßnahmen. Der Kriegsalltag in Neuss wird am Beispiel von Arbeitsalltag und lokaler Wirtschaft, von Vereinen, Schulen und Kirchen, eingeschränkter Lebensmittel­versorgung und der Einrichtung von Lazaretten im Stadtgebiet Neuss nachgezeichnet. Die Ausstellung wird weitgehend mit Exponaten aus dem Stadtarchiv gestaltet und durch zahlreiche Dokumente aus Privatbesitz angereichert.

Ein Kapitel der Ausstellung ist einem besonderen Akt der Barbarei gewidmet, der noch viele Jahre europaweit für Empö­rung sorgte: die Zerstörung der Altstadt mit der historischen Universitätsbibliothek im belgischen Löwen, an der unter anderem ein Landsturm-Bataillon aus Neuss beteiligt war.

Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 23. Dezember 2014 und ab Montag, 5. Januar 2014, montags bis freitags von neun bis 18 Uhr im Stadtarchiv, Oberstraße 15, zu sehen. Führungs­termine werden Anfang 2015 bekanntgegeben.

(1 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)