Ausstellung von „Wir- Ein Gruppenfoto“ im Atelierhaus

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Die Ausstellung „Wir – Ein Gruppenfoto“ des Künstlers Norbert Krause ist noch bis zum 4. Januar 2015 im Atelierhaus, Hansastraße 9, zu sehen. Die Bilder zei­gen einen unkon­ven­tio­nel­len Blick auf die Bewohner eines Hochhauses.

Es scheint para­dox, doch je enger wir zusam­men woh­nen, desto weni­ger ken­nen wir uns. Weiß in einem Dorf meist jeder über die Nachbarn Bescheid, zeich­nen sich Hochhäuser oft durch ein anony­mes Nebeneinander aus. Zwischen Mai und Oktober 2014 besuchte Krause des­halb für sein Projekt je ein Hochhaus in Moers, Mönchengladbach, Viersen und Neuss.

Sein Ziel: Gruppenfotos der Bewohnerinnen und Bewohner erstel­len. Hierzu trat er per­sön­lich oder per Klebezettel an der Wohnungstür mit den Bewohnern in Kontakt und lud zu dem Foto ein. Zwischen sie­ben und drei­ßig Prozent der Bewohner betei­lig­ten sich an den Gruppenfotos, die als Anlehnung an typi­sche Immobilienfotos, also wie eine glück­li­che Familie mit Hund vor ihrem Eigenheim, kon­zi­piert sind. Neben der künst­le­ri­schen Arbeit hatte Krause dabei auch die Intention, die Bewohner mit­ein­an­der bekannt zu machen. Dies gelang bei Tee und Gebäck, eine Bewohnerin aus Mönchengladbach ver­sorgte ihre Nachbarn sogar mit selbst­ge­mach­ten Frikadellen.

Im zwei­ten Teil des Projektes wid­mete sich Krause einer abs­trak­te­ren Herangehensweise an das Motiv „Gruppenfoto“: Durch ein Fischaugen-​Objektiv, das ähn­lich funk­tio­niert wie die Optik eines Türspions, foto­gra­fierte er sämt­li­che Wohnungs­türen und erstellte hier­aus eine Collage, die ein voll­stän­di­ges „Gruppenfoto“ der Bewohner eines Hauses ergibt.

Die Wohnungstüren mar­kie­ren die Grenze zwi­schen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Dennoch ver­ra­ten sie, ob von den Bewohnern gewollt oder nicht, viel über die dahin­ter leben­den Menschen: Mal sind die Türen mit einem Kranz ver­ziert, mal gibt ein Sticker Aufschluss über den favo­ri­sier­ten Fußballverein. Vor der Tür kön­nen üppige Pflanzen oder auch ein Schuh­schrank ste­hen. Oder sie hängt gänz­lich kahl in ihren Angeln.

Die Ausstellung ist sams­tags von 14 bis 18 Uhr und sonn­tags von elf bis 16 Uhr geöffnet.

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