Neuss: Fahnenaktion von Terre des Femmes – Rathaus und Frauenberatungsstelle betei­li­gen sich

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Am Neusser Rathaus und an der Frauenberatungsstelle auf dem Markt weht am 25. November 2014 wie­der die Fahne von Terre des Femmes, um auf die Gewalt an Mädchen und Frauen soli­da­risch auf­merk­sam zu machen. 

Den dies­jäh­ri­gen Schwerpunkt der Aktion legt Terre des Femmes auf Frauenfeindliche Werbung – „Sex sells“ ist bis heute ein häu­fig genutz­tes Motto der Werbeindustrie. Die Darstellung von spär­lich beklei­de­ten Frauen wird genutzt, um auf diverse Produkte auf­merk­sam zu machen. Meistens besteht kein inhalt­li­cher Zusammenhang zwi­schen dem bewor­be­nen Produkt und dem Frauenkörper. Diese Reduzierung auf ein sexu­ell ver­füg­ba­res Objekt ist offen­sicht­lich abwer­tend, doch die Diskriminierung von Mädchen und Frauen beginnt bereits sub­ti­ler: Werbung repro­du­ziert gesell­schaft­li­che Rollenbilder und meint uns zu sug­ge­rie­ren, wie Frauen und Männer zu sein haben. Frauen dür­fen sich bei­spiels­weise zum Gefallen der Männer um ihr Aussehen, ihre Figur oder um das Essen und den Haushalt kümmern.

Diese Normierung von Seiten der Gesellschaft kann den Beginn von Gewalt mar­kie­ren: Wenn Frauen zu all­zeit berei­ten Objekten degra­diert wer­den, wenn Models immer dün­ner und jün­ger wer­den oder wenn die Darstellung einer Gruppenvergewaltigung als ver­kaufs­för­dernd gel­ten soll, dann spie­gelt sich in der Werbung ein patri­ar­cha­les Machtgefälle, das nicht nur Kinder bereits nega­tiv beein­flusst, son­dern sich nach­hal­tig auf das Verhältnis der Geschlechter auswirkt.

Laut der Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wer­den mehr als die Hälfte aller Frauen min­des­tens ein­mal in ihrem Leben sexu­ell beläs­tigt. Seit der Gründung des Werberats im Jahr 1972 domi­niert die Herabwürdigung und Diskriminierung von Frauen als Beschwerdegrund. Allein 2013 wur­den 154 Werbemaßnahmen mit die­ser Begründung beanstandet.

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