Kultur-​Salon: Toleranz: ein Anachronismus Oder: Wer dul­det, belei­digt

Korschenbroich – Kultursalon, Mittwoch, 26.11.2014, 20 Uhr, Vortrag Dr. Gerd Achenbach. Mancher wird meinen, der Titel könnte wohl nicht ganz ernst gemeint sein.

So? Hören wir Goethe dazu: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“ Gibt das zu denken? Dabei hätte Goethe sich auf Kant berufen können, der in seiner berühmten Aufklärungsschrift selbst „den Namen der Toleranz“ ablehnt – als Ausdruck des Hochmuts.

Und den einen oder anderen wird es verblüffen zu erfahren, die Herkunft des Wortes aus dem Lateinischen verweise auf eine Tapferkeitstugend, indem es das „geduldige Ertragen von (physischen) Übeln wie etwa Schmerzen, Folter, Schicksalsschlägen oder militärischen Niederlagen“ meinte.

Wir werden sehen: Über Toleranz nachzudenken wird zum spannenden Unterfangen, sofern man’s richtig angeht….

Dr. Gerd Achenbach ist Lehrpraktiker der „Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis“ und von der Gründung 1982 an deren Vorstandsvorsitzender gewesen, bis er diese Position im Herbst 2003 aufgab. Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen, u.a. in Klagenfurt, Wien und Berlin.

Kultur-Bahnhof Korschenbroich
Am Bahnhof 2
41352 Korschenbroich

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