Belastungen des Grundwassers mit Nitrat seit über 20 Jahren nicht gesunken

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Robert Schilken, Herausgeber



Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit: Das Grundwasser in wei­ten Teilen Nordrhein-​Westfalens hat sich in den letz­ten Jahren deut­lich verschlechtert. 

Der Bericht „Nitrat im Grundwasser“ zeigt, dass in den land­wirt­schaft­lich inten­siv genutz­ten Gebieten im Norden und Westen von NRW die Nitratkonzentrationen seit über 20 Jahren gleich­blei­bend hoch oder stei­gend sind. Davon betrof­fen sind rund 40 Prozent der Grundwasserkörper, aus denen ohne ent­spre­chende Aufbereitung keine Gewinnung von Trinkwasser mehr mög­lich ist. „Nordrhein-​Westfalen ist ein was­ser­rei­ches Land mit vie­len Bächen, Flüssen, Seen und gro­ßen Grundwasservorkommen“, sagte Umweltminister Johannes Remmel jetzt in Düsseldorf bei der Vorstellung der Ergebnisse des NRW-​Nitratberichtes in Verbindung mit dem erst­mals erstell­ten NRW-Nährstoffbericht.

Wir müs­sen dafür sor­gen, dass sowohl das Grundwasser als auch Bäche, Flüsse und Seen ihre Funktionen als Ressource und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erfül­len kön­nen. Das kann nicht gesche­hen, wenn das Grundwasser in eini­gen Teilen des Landes durch Nitrat aus Düngemitteln stark belas­tet wird.“

Ein Grund für die hohe Belastung sei ein zu gro­ßer Eintrag von Nährstoffen auf land­wirt­schaft­li­chen Flächen, erklärte Remmel, ins­be­son­dere durch erheb­li­che Mengen von Gülle aus Schweine‑, Rinder- oder Hühnerhaltung und Gärresten aus Biogasanlagen: „Ich halte es grund­sätz­lich für erstre­bens­wert, dass auf einem land­wirt­schaft­li­chen Betrieb nicht mehr Gülle anfällt, als auf eige­nen Flächen aus­ge­bracht wer­den kann. Damit ist es ja häu­fig nicht getan. Hinzu kommt Mineraldünger, der im aktu­el­len Nährstoffbericht noch gar nicht berück­sich­tigt wurde, sowie Biogasanlagen, die die Situation vor allem in den vieh­in­ten­si­ven Regionen zusätz­lich ver­schär­fen. Eines unse­rer Hauptziele wird dem­entspre­chend sein, in Zukunft wie­der eine stär­kere Flächenbindung in der Tierhaltung zu errei­chen. Dies wird nur gelin­gen, wenn wir in den Regionen mit einer inten­si­ven Nutztierhaltung die Strukturen über­den­ken und anpas­sen,“ sagte Remmel. Zudem hat das Umweltministerium bereits ange­kün­digt, die Biomasse-​Strategie anzu­pas­sen und stär­ker an Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit auszurichten.

Der Nährstoffbericht zeigt, dass in eini­gen Kreisen im Münsterland und am Niederrhein so viel Gülle anfällt, dass diese dort nicht umwelt­ver­träg­lich wie­der in den Nährstoffkreislauf ein­ge­bracht wer­den kön­nen und daher in andere Regionen ver­bracht wer­den müs­sen. Viele land­wirt­schaft­li­che Betriebe hal­ten dort mehr Schweine, Geflügel oder Rinder, als betriebs­ei­gene Flächen zur Ausbringung der erzeug­ten Gülle zur Verfügung ste­hen. „Es gibt eine ein­deu­tige Verbindung zwi­schen den Nitratbelastungen und einer zu inten­si­ven Landwirtschaft, etwa durch eine immer stär­kere Konzentration der Tierhaltung, aber auch des Gemüseanbaues“, betonte Minister Remmel. „Gerade unsere Böden haben aber ein lan­ges Gedächtnis. Das Ergebnis der Fehlentwicklungen in der Vergangenheit lässt sich heute an den hohen Belastungen unse­rer Grundwässer ablesen.“

So fällt zum Beispiel im Kreis Borken alleine aus Gülle soviel Stickstoff an, dass die­ser auf den zur Verfügung ste­hen­den Flächen im Kreis nicht aus­ge­bracht wer­den kann. Als wei­te­res Beispiel nannte der Minister den Kreis Kleve. Auch hier liegt der Anteil an Nährstoffen bereits über den Grenzwerten. Verursacht unter ande­rem durch den Import von Champignonsubstraten aus den Niederlanden. Würde auf diese Importe ver­zich­tet, wären die Nährstoffgrenzen vor­aus­sicht­lich knapp zu erreichen.

Insgesamt wur­den laut NRW-​Nährstoffbericht 2014 in NRW etwa 140.000 Tonnen Stickstoff durch Gülle oder Festmist auf die Felder auf­ge­bracht. Hinzu kom­men Importe und wei­tere orga­ni­sche Dünger wie Gärreste und Klärschlamm in Höhe von ins­ge­samt rund 30.000 Tonnen sowie etwa 205.000 Tonnen Stickstoff aus mine­ra­li­schen Düngemitteln.

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