Meerbusch: Das neue Saubermobil – Umweltfreundlich und auf Anruf zur Stelle

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Markus Tilgner ist glück­lich. „Ein rundum tol­les Auto”, sagt er und schwingt sich lächelnd hin­ters Steuer. Tilgner fährt nicht irgend ein städ­ti­sches Fahrzeug, son­dern das beliebte Meerbuscher „Sauber-​Mobil”: leuch­tend orange, nagel­neu, Modell Mercedes Sprinter.

Seine beson­dere Mission ist auf Anhieb zu erken­nen: Auf der Plane prangt lebens­groß das keh­rende Maskottchen „Siggi Sauber”. Das neue Fahrzeug löste jetzt das im Jahr 2002 ange­schaffte Vorgängermodell ab. Der Wagen war vor zwölf Jahren als Aushängeschild der städ­ti­schen Aktion „Sauber sieht bes­ser aus!” in Betrieb genom­men wor­den und war seit­dem über 170.000 Kilometer im Dienste der Stadtsauberkeit unter­wegs. Der Nachfolger ist nicht nur etwas grö­ßer, son­dern auch deut­lich sau­be­rer als das erste Mobil. Das Fahrzeug erfüllt die Abgasnorm Euro 6 und fährt damit so umwelt­freund­lich wie möglich.

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Markus Tilgner vom Bauhof fühlt sich rundum wohl in sei­nem nagel­neuen Saubermobil. Foto: Stadt

Als „mobile Eingreiftruppe” des Stadtbauhofes tourt Markus Tilgner acht Stunden täg­lich durch Meerbusch, säu­bert Dreckecken und leert Papierkörbe. Derzeit sam­melt er die blauen Blumenräder der Stadt ein, die Sommer für Sommer Meerbuschs Stadtbild ver­schö­nern. Die Drahtesel wan­dern bis zum kom­men­den Frühjahr in den Winterschlaf.

Das Saubermobil rückt auch auf Anruf hin aus. Dazu passt der Slogan mit Telefonnummer: „916–123 – Siggi Sauber kommt vor­bei”. Das Vorgehen ist ein­fach: Nummer wäh­len, Verschmutzung mel­den, Saubermobil kommt. Empfindlich reagiert Tilgner aller­dings, wenn schlitz­oh­ri­gen Zeitgenossen ihn als „Nulltarif-​Entsorger” miss­brau­chen wol­len. Dagegen hilft lang­jäh­rige Erfahrung. „Wenn jemand ver­sucht, mit mei­ner Hilfe nur bequem sei­nen eige­nen Sperrmüll oder alte Farbeimer los­zu­wer­den, merke ich das sofort.”

Zu den am meis­ten ange­fah­re­nen Einsatzorten des Saubermobils gehö­ren die Standorte der Altglas- und Altpapiercontainer. Trotz deut­li­cher Hinweisschilder wer­den zwi­schen den Containern noch immer groß­for­ma­tige Kartons, Altkleider, Sperr‑, Gewerbe- oder Sondermüll abge­stellt. Das Umweltamt der Stadt setzt des­halb auf die Aufmerksamkeit von Anwohnern und Passanten. „In sol­chen Fällente ein­fach Autokennzeichen notie­ren und bei uns mel­den”, emp­fiehlt Dana Frey vom Umweltamt. „Wir gehen gemein­sam mit dem Ordnungsamt jedem Hinweis nach.”

Bisweilen muss das Saubermobil auch zu unap­pe­tit­li­chen Einsätzen aus­rü­cken. An der Forststraße in Strümp warf ein unbe­kann­ter Umweltsünder über Monate hin­weg Plastiksäcke mit unde­fi­nier­ba­rem Speiserestbrei ins Gebüsch, in Langst-​Kierst lan­den nachts Innereien von geschlach­te­ten Schafen im Bachbett. Das sind Momente, in denen Markus Tilgners Freude am Job sprung­haft nach­lässt. Der neue Wagen und der täg­li­che Kontakt zu net­ten Leuten, so bekennt er, machen aber der­lei Ärgernisse leicht wett. „Die Leute wis­sen zu schät­zen, dass wir hart für die Sauberkeit in Meerbusch arbei­ten, und sie mögen das Saubermobil. Was will man mehr?”

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