Korschenbroich: Zeigen Sie Menschlichkeit – enga­gie­ren Sie sich jetzt für Flüchtlinge

Korschenbroich – Schon seit mehr als fünf Jahren vermittelt Petra Köhnen über die städtische Ehrenamtsbörse zwischen Menschen, die Unterstützung brauchen, und engagierten Bürgern, die Zeit zum Wohl der Allgemeinheit verschenken möchten.

Neu in der Börse ist jetzt aufgrund der politischen Entwicklung in der Welt, die so viele Menschen auch in Korschenbroich Schutz vor Verfolgung und Krieg suchen lässt, der Themenbereich „Willkommen bei uns“ für Asylbewerber.

„Als stellvertretende Leiterin des Amtes für Soziales habe ich selbst bereits viele der Kinder und Erwachsenen kennengelernt, die hier in Korschenbroich nach der Flucht ein Dach über dem Kopf suchen“, sagt Petra Köhnen. „Die Schaffung von Unterkünften stellt uns als Kommune finanziell und organisatorisch vor eine große Herausforderung, aber bei all dieser Arbeit dürfen wir nicht die Einzelschicksale hinter den nüchternen Zuweisungszahlen vergessen. Deswegen brauchen wir ehrenamtlich Bürger, die mithelfen Menschlichkeit zu zeigen.“ Jeder könne dabei einbringen, was er am besten kann. Der eine schaut gern mit Kindern Bilderbücher. Der andere kann Englisch, Französisch oder eine andere Fremdsprache und möchte den Erwachsenen einfach mal erzählen, wo sie hier überhaupt sind, und was die Korschenbroicher Heimat ausmacht.

Sie alle können sich bei Petra Köhnen im Amt für Soziales melden und ihre Vorschläge einbringen: Regentenstr. 1, Tel. 02161/613-169 oder per E-Mail an petra.koehnen@korschenbroich.de. Wie auch bei den anderen Themenbereichen der Ehrenamtsbörse folgt dann das persönliche Gespräch, um zwischen den richtigen Hilfesuchenden und Hilfegewährenden zu vermitteln.

„Auch wer sich noch nicht sicher ist, ob er sich die ehrenamtliche Arbeit zutraut, kann sich gern unverbindlich mit mir unterhalten“, sagt Köhnen. „Die Menschen, die zu uns kommen, haben oft Schreckliches erlebt, und freuen sich einfach über nette Ansprache und einen gemeinsamen Kaffee. Dabei können zum Teil erst die Ideen gefunden werden, was den Menschen auf dem kurzen Weg den Alltag in der noch fremden Umgebung erleichtert.“

Die Stadtverwaltung ist optimistisch, dass sich weitere Engagierte finden. „Wir können schon auf Bürger zählen, die sich ehrenamtlich kümmern und sich zum Teil bereits zur Zeit des Jugoslawienkrieges vorbildlich eingesetzt haben. Aber aufgrund der politischen Entwicklung sind wieder mehr Flüchtlinge bei uns zu erwarten. Deswegen brauchen wir auch mehr Bürger, die die gewohnte soziale Betreuung durch die Stadtverwaltung um soziales bürgerschaftliches Engagement ergänzen“, sagt Bernd Dieter Schultze, Beigeordneter und Sozialdezernent.

„Ein großes Dankeschön möchte ich in diesem Zusammenhang auch allen Bürgern aussprechen, die schon ihren privaten Wohnraum für die Asylbewerber zur Verfügung gestellt haben. Dies ist ein starkes Zeichen für Solidarität, das wir nun um das soziale Engagement weiter ergänzen möchten.“ Wer noch leerstehenden Raum anbieten möchte, kann sich daher gern direkt an das Ordnungsamt wenden: Tel. 02161/613-110 oder per Mail an ordnungswesen@korschenbroich.de.

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