Kaarst: Berufsfeuerwehrtag 2014 – Einsätze für Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz

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Kaarst – Reges Treiben herrschte am Samstagmorgen um kurz vor acht an der Feuerwache, als die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Kaarst und des Jugendrotkreuz Kaarst-Büttgen zum Schichtbeginn ihres Berufsfeuerwehrtages kamen.

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Fotos: Einsatz Hallenbrand

"Berufsfeuerwehrtag" bedeutet, dass die Mitglieder der Jugendorganisationen einen 24h-Dienst, ähnlich wie bei einer Berufsfeuerwehr absolvieren, bzw. nachspielen. Letzteres trifft dabei allerdings eher den Punkt, denn bei aller Ernsthaftigkeit und allen Lehren und Vorteilen, die eine derartige Veranstaltung bietet, steht der Spaß bei einer solchen Aktion im Vordergrund. Neben dem Tagesablauf nach Dienstplan an diesem BF- Tag, werden verschiedene und möglichst vielfältige Übungen vorbereitet und durchgefühlt, die als "Einsätze" unangekündigt den regulären Dienstablauf unterbrechen.

Als „Feuerwache" diente den 44 Mädchen und Jungen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz die Feuerwache in Kaarst.

2014-10-11_Kaa_Jugendfeuerwehr_023Das Programm, das die Jugendwarte sich ausgedacht hatten, sollte sich sehen lassen können. Nach der Mannschaftseinteilung auf die verschiedenen Fahrzeuge zu Beginn des Dienstes, kam noch während dem Check der Geräte der erste Einsatz und dies sogar direkt für den kompletten Löschzug, bestehend aus Kommando wagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen sowie je einem Rettungswagen und Mannschaftstransporter vom DRK. Gemeldet war ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, ein sogenannter „VU_KLEMM", mit 3 Personen im Fahrzeug.

Vor Ort angekommen war nachgestellt, dass ein Pkw mit einen Zaun kollidiert, aber zum Glück niemand eingeklemmt war. Dafür trat Gas unkontrolliert aus einer Gasflaschen-Attrappe im Kofferraum des Pkw aus. Es galt die drei Fahrzeuginsassen zu retten, medizinisch zu versorgen, sowie die defekte Gasflasche zu sichern.

2014-10-11_Kaa_Jugendfeuerwehr_046Nach einem ausgewogenen Frühstück, welches durch das, bei Lehrgängen über die Stadtgrenzen hinaus hoch gelobte, Küchenteam zubereitet wurde, ging es weiter im Dienstalltag mit verschiedenen theoretischen Unterrichten zu Themen wie „Sprechfunkdienst" und „Gefahren an Einsatzstellen", welche von kleineren Einsätzen wie Tierrettungen aus Zwangslagen, Beseitigung von Gefahrenstellen, sowie chirurgischen und internistischen Notfällen für einzelne Fahrzeuge unterbrochen wurden.

Kurz vor dem Mittagessen kam dann wieder ein Alarm für den gesamten Löschzug. Es wurde ein abgestürzter Fallschirmspringer im nahegelegenen Vorster Wald gemeldet. Diese Lage sollte sich dann auch bestätigen. Es hing ein Dummy an einem nachgebauten Fallschirm in seinem Sitzgurt in einer Baumkrone und musste gerettet werden. Doch auch diese nicht alltägliche Einsatzlage meisterten die Jugendlichen mit Bravur, bevor es zurück auf die Wache zur Verpflegung mit ausgiebiger, einsatzfreier Mittagspause ging.

Auch der anschließende Dienstsport sollte ausnahmsweise von Einsätzen verschont bleiben, sodass sich am Nachmittag alle Kräfte wieder fit und munter zur praktischen Ausbildung für neue technische Rettungsmittel auf der Feuerwache einfanden. Doch diese Ausbildung sollte nicht stattfinden! Es kam was kommen musste, der Vierfachgong ertönte und alarmierte alle Einsatzkräfte zur großen Hauptübung in Form eines Lagerhallenbrandes.

Auch diese, unweit der Wache entfernt befindliche, Einsatzlage bestätigte sich und die Nachwuchskräfte sahen sich plötzlich einer Industriehalle in Vollbrand mit Menschenrettung und zahlreichen Verletzten gegenüber. Neben den bereits altbekannten Dummy's gab es hier nun jedoch auch echte, lebende Opfer, gemimt durch gute Freundinnen der Jugendbetreuer. Zur Freude aller konnten, unter den Augen ranghoher Führungskräfte der aktiven Feuerwehr und anwesender Pressevertreter, das Feuer rasch durch die Jugendfeuerwehrleute gelöscht und alle 6 Opfer vom Jugendrotkreuz gerettet werden, sodass diese Übung ein voller Erfolg für alle Beteiligten war.

Hier zeigte sich, dass aus einer Übung schnell Realität werden kann. Gegen 17:10 Uhr erfolgte eine Alarmierung der Löschzuges Kaarst, mit dem Stichwort "Feuer Rauch". Sofort setzten sich der Löschzug in Bewegung. Nach einer kurzen Zeit stellte sich der Einsatz jedoch als Fehlalarm heraus. Ein aufmerksamer Bürger hatte den Rauch auf dem Übungsgelände für einen Brand gehalten.

Im weiteren Verlauf der Dienstschicht wurden noch mal die Fahrzeugbesatzungen gewechselt, eine DVD geschaut und weitere Kleineinsätze absolviert, zu denen auch 2 Containerbrände mit echtem realen Feuer gehörten, was bei den Jugendfeuerwehrmitgliedern erst für Überraschung, dann aber für große Freude darüber, mal ein echtes Feuer gelöscht zu haben, sorgte.

Die Nacht verlief dann einsatzfrei und sehr ruhig, bevor am Morgen kurz vor dem Wecken nochmals der Vierfachgong den ganzen Löschzug aus dem Schlaf riss und zu einem vermeintlich brennenden Bürotrakt alarmierte. Vor Ort stellte sich jedoch der piepsende Rauchmelder zum Glück bloß als Auslösung durch technischen Defekt dar, sodass man unverrichteter Dinge wieder einrücken und den Dienst erschöpft beenden konnte.

Allen Beteiligten beider Jugendorganisationen und den Betreuerteams von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz hat die praxisnahe und abwechslungsreiche Veranstaltung sehr gefallen. Die Nachwuchskräfte waren mit Begeisterung bei der Sache und eine gemeinsame Wiederholung der Aktion wird nicht ausgeschlossen.

 

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