Kaarst: Berufsfeuerwehrtag 2014 – Einsätze für Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz

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Robert Schilken, Herausgeber



Kaarst – Reges Treiben herrschte am Samstagmorgen um kurz vor acht an der Feuerwache, als die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Kaarst und des Jugendrotkreuz Kaarst-​Büttgen zum Schichtbeginn ihres Berufsfeuerwehrtages kamen.

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Fotos: Einsatz Hallenbrand

Berufsfeuerwehrtag” bedeu­tet, dass die Mitglieder der Jugendorganisationen einen 24h-​Dienst, ähn­lich wie bei einer Berufsfeuerwehr absol­vie­ren, bzw. nach­spie­len. Letzteres trifft dabei aller­dings eher den Punkt, denn bei aller Ernsthaftigkeit und allen Lehren und Vorteilen, die eine der­ar­tige Veranstaltung bie­tet, steht der Spaß bei einer sol­chen Aktion im Vordergrund. Neben dem Tagesablauf nach Dienstplan an die­sem BF- Tag, wer­den ver­schie­dene und mög­lichst viel­fäl­tige Übungen vor­be­rei­tet und durch­ge­fühlt, die als „Einsätze” unan­ge­kün­digt den regu­lä­ren Dienstablauf unterbrechen.

Als „Feuerwache” diente den 44 Mädchen und Jungen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz die Feuerwache in Kaarst.

2014-10-11_Kaa_Jugendfeuerwehr_023Das Programm, das die Jugendwarte sich aus­ge­dacht hat­ten, sollte sich sehen las­sen kön­nen. Nach der Mannschaftseinteilung auf die ver­schie­de­nen Fahrzeuge zu Beginn des Dienstes, kam noch wäh­rend dem Check der Geräte der erste Einsatz und dies sogar direkt für den kom­plet­ten Löschzug, bestehend aus Kommando wagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen sowie je einem Rettungswagen und Mannschaftstransporter vom DRK. Gemeldet war ein Verkehrsunfall mit ein­ge­klemm­ter Person, ein soge­nann­ter „VU_​KLEMM”, mit 3 Personen im Fahrzeug.

Vor Ort ange­kom­men war nach­ge­stellt, dass ein Pkw mit einen Zaun kol­li­diert, aber zum Glück nie­mand ein­ge­klemmt war. Dafür trat Gas unkon­trol­liert aus einer Gasflaschen-​Attrappe im Kofferraum des Pkw aus. Es galt die drei Fahrzeuginsassen zu ret­ten, medi­zi­nisch zu ver­sor­gen, sowie die defekte Gasflasche zu sichern.

2014-10-11_Kaa_Jugendfeuerwehr_046Nach einem aus­ge­wo­ge­nen Frühstück, wel­ches durch das, bei Lehrgängen über die Stadtgrenzen hin­aus hoch gelobte, Küchenteam zube­rei­tet wurde, ging es wei­ter im Dienstalltag mit ver­schie­de­nen theo­re­ti­schen Unterrichten zu Themen wie „Sprechfunkdienst” und „Gefahren an Einsatzstellen”, wel­che von klei­ne­ren Einsätzen wie Tierrettungen aus Zwangslagen, Beseitigung von Gefahrenstellen, sowie chir­ur­gi­schen und inter­nis­ti­schen Notfällen für ein­zelne Fahrzeuge unter­bro­chen wurden.

Kurz vor dem Mittagessen kam dann wie­der ein Alarm für den gesam­ten Löschzug. Es wurde ein abge­stürz­ter Fallschirmspringer im nahe­ge­le­ge­nen Vorster Wald gemel­det. Diese Lage sollte sich dann auch bestä­ti­gen. Es hing ein Dummy an einem nach­ge­bau­ten Fallschirm in sei­nem Sitzgurt in einer Baumkrone und musste geret­tet wer­den. Doch auch diese nicht all­täg­li­che Einsatzlage meis­ter­ten die Jugendlichen mit Bravur, bevor es zurück auf die Wache zur Verpflegung mit aus­gie­bi­ger, ein­satz­freier Mittagspause ging.

Auch der anschlie­ßende Dienstsport sollte aus­nahms­weise von Einsätzen ver­schont blei­ben, sodass sich am Nachmittag alle Kräfte wie­der fit und mun­ter zur prak­ti­schen Ausbildung für neue tech­ni­sche Rettungsmittel auf der Feuerwache ein­fan­den. Doch diese Ausbildung sollte nicht statt­fin­den! Es kam was kom­men musste, der Vierfachgong ertönte und alar­mierte alle Einsatzkräfte zur gro­ßen Hauptübung in Form eines Lagerhallenbrandes.

Auch diese, unweit der Wache ent­fernt befind­li­che, Einsatzlage bestä­tigte sich und die Nachwuchskräfte sahen sich plötz­lich einer Industriehalle in Vollbrand mit Menschenrettung und zahl­rei­chen Verletzten gegen­über. Neben den bereits alt­be­kann­ten Dummy’s gab es hier nun jedoch auch echte, lebende Opfer, gemimt durch gute Freundinnen der Jugendbetreuer. Zur Freude aller konn­ten, unter den Augen rang­ho­her Führungskräfte der akti­ven Feuerwehr und anwe­sen­der Pressevertreter, das Feuer rasch durch die Jugendfeuerwehrleute gelöscht und alle 6 Opfer vom Jugendrotkreuz geret­tet wer­den, sodass diese Übung ein vol­ler Erfolg für alle Beteiligten war.

Hier zeigte sich, dass aus einer Übung schnell Realität wer­den kann. Gegen 17:10 Uhr erfolgte eine Alarmierung der Löschzuges Kaarst, mit dem Stichwort „Feuer Rauch”. Sofort setz­ten sich der Löschzug in Bewegung. Nach einer kur­zen Zeit stellte sich der Einsatz jedoch als Fehlalarm her­aus. Ein auf­merk­sa­mer Bürger hatte den Rauch auf dem Übungsgelände für einen Brand gehalten.

Im wei­te­ren Verlauf der Dienstschicht wur­den noch mal die Fahrzeugbesatzungen gewech­selt, eine DVD geschaut und wei­tere Kleineinsätze absol­viert, zu denen auch 2 Containerbrände mit ech­tem rea­len Feuer gehör­ten, was bei den Jugendfeuerwehrmitgliedern erst für Überraschung, dann aber für große Freude dar­über, mal ein ech­tes Feuer gelöscht zu haben, sorgte.

Die Nacht ver­lief dann ein­satz­frei und sehr ruhig, bevor am Morgen kurz vor dem Wecken noch­mals der Vierfachgong den gan­zen Löschzug aus dem Schlaf riss und zu einem ver­meint­lich bren­nen­den Bürotrakt alar­mierte. Vor Ort stellte sich jedoch der piep­sende Rauchmelder zum Glück bloß als Auslösung durch tech­ni­schen Defekt dar, sodass man unver­rich­te­ter Dinge wie­der ein­rü­cken und den Dienst erschöpft been­den konnte.

Allen Beteiligten bei­der Jugendorganisationen und den Betreuerteams von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz hat die pra­xis­nahe und abwechs­lungs­rei­che Veranstaltung sehr gefal­len. Die Nachwuchskräfte waren mit Begeisterung bei der Sache und eine gemein­same Wiederholung der Aktion wird nicht ausgeschlossen.

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