Rhein-​Kreis Neuss: Landrat: Stromkonverter – „Alle Standorte müs­sen wei­ter geprüft werden”

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Gäbe es keine Restriktionen als BSAB-​Fläche, dann wäre nach Ansicht des Netzbetreibers Amprion die Dreiecksfläche zwi­schen der Autobahn A57, Bahnlinie und Landstraße L30 auf Kaarster Stadtgebiet der best­ge­eig­netste Standort für den umstrit­te­nen Stromkonverter.

BSAB-​Flächen sind „Bereiche zur Sicherung und zum Abbau ober­flä­chen­nahe Bodenschätze”. Die Landesplanung sieht schon seit vie­len Jahren für die Kaarster Dreiecksfläche im Regionalplan eine Kiesabbaufläche vor.

Mit der erst­ma­li­gen Nennung der Dreiecksfläche als Favoriten in der Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses des Kreises löste Amprion in die­ser Woche eine hit­zige Debatte aus. Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke dämpft aller­dings die Erwartung, dass damit eine Vorentscheidung bereits gefal­len sei: „Eine schnelle Änderung der Landesplanung auf der Dreiecksfläche ist nicht mög­lich. Auch dafür ist ein auf­wän­di­ges Verfahren notwendig.”

Petrauschke wies auch dar­auf hin, dass das Gutachten von Amprion für die sie­ben Vorzugsstandorte noch nicht abge­schlos­sen sei. Dennoch sei es rich­tig gewe­sen, die Dreiecksfläche mit in das Prüfverfahren bei Amprion ein­zu­be­zie­hen, denn in Abwägung mit allen ande­ren sechs Vorzugsstandorten liegt hier mit 1 300 m der größte Abstand zur nächs­ten Wohnbebauung vor.

Nicht der Landrat hat es in der Hand zu ent­schei­den, wo der Konverter hin­kommt, son­dern hier steht Amprion in der Pflicht, durch trans­pa­rente Offenlegung aller gut­ach­ter­li­chen Kriterien eine nach­voll­zieh­bare Auswahl zu tref­fen”, so Petrauschke.

Verwundert habe er zur Kenntnis genom­men, dass einige Lokalpolitiker öffent­lich bereits einige Flächen aus­ge­schlos­sen haben. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger soll­ten nach Ansicht Petrauschkes die Parteien nicht „Schwarzer Peter” spie­len, son­dern gemein­sam darum kämp­fen, dass in einem rechts­staat­li­chen Verfahren die Beeinträchtigungen für Bevölkerung und Umwelt so gering wie mög­lich aus­fal­len. Dieses rechts­staat­li­che Verfahren sei im Übrigen auch für ein Planfeststellungsverfahren bei einer Auskiesung nötig. „Das Ergebnis der Verfahren, sowohl für den Konverterstandort wie für die Auskiesung ist noch offen.” 

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