Kaarst: Kaarst zu klein für Konverter – Stadt und Bürger weh­ren sich

Kaarst – Am Mittwoch, den 24.09.2014, sollte den Bürgern der Stadt Kaarst Auskünfte erteilt werden. Hierzu wurde im Vorfeld ein Fragenkatalog an Amprion übermittelt.

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Karte: OpenStreetMap

Auch direkte Fragen Vorort waren im Nachgang möglich. Viele wurden jedoch nicht zur Zufriedenheit der ca. 300 Anwesenden beantwortet. Mit Joelle Bouillon, Thorsten Mikschaitis und Oliver Sanders hatte Amprion drei Vertreter nach Kaarst geschickt.

Der Netzbetreiber erläuterte zu Beginn der Veranstaltung das Verfahren bis zu den identifizierten 19 Standorten plus die ins Gespräch gekommene "Fläche 20". Die Vertreter von Amprion favorisierten die „Dreiecksfläche“ (Nr. 20), an der Grenze zu Meerbusch im Norden von Kaarst. Diese sei von einem Vertreter des Rhein-Kreis Neuss vorgeschlagen worden. Dazu Frau Bouillon: „Herr Petrauschke war bei diesem Gespräch nicht dabei.“

Technisch mag diese Fläche 20 dem Wunsch als Standort entsprechen, jedoch gibt es einen nahezu unüberbrückbaren „Nachteil“: Dieser Bereich ist, lt. Regionalplan, als „Abbaufläche für Bodenschätze“ (Kies) ausgewiesen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) sieht erhebliche Schwierigkeiten bei dieser Fläche. Mit einer einfachen Änderung des Regionalplan ist es nicht getan, es müssten ähnlich große Flächen für Auskiesung gefunden werden, so Petrauschke bei einer Veranstaltung in Meerbusch.

2014-09-24_Kaa_Konverter_006Franz-Josef Moormann, Bürgermeister von Kaarst, bemängelte in für Ihn ungewöhnlicher Art die Informationspolitik von Amprion. „Es gibt für mich zu viele Blackboxes“ und „es ist völlig unklar was diese enthalten“. Er wünschte sich mehr Informationen für Bürger, Stadtrat und Verwaltung zu der Thematik. Auch solle die Kiesabbaufläche später als Naherholungsgebiet genutzt werden. „Kaarst hat nur wenig Fläche, wir brauchen jeden Quadratmeter davon selber“ so Moormann.

Ein weiteres Thema war die Sicherheit der Anlage, inklusive von zu- und ableitenden Hochspannungsleitungen. Sorge bereitete den Bürgern die „ionisierten Staubpartikel“, deren negative Eigenschaften im Nahbereich der Leitungen, seitens der Vertreter von Amprion, nicht bestritten werden konnten.

Die Abstrahlungen (niederfrequente Magnetfelder) der Konverteranlage würde, so Amprion, von der umgebenden Halle vollständig abgeschirmt. Entgegen der Meinung zweier anwesenden Ärztinnen seinen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie Leukämie, zu befürchten.

Vorgeschlagen wurde in der Diskussion der Standort Grevenbroich Frimmersdorf, wo RWE alte Anlagen gegenwärtig demontiert. Hier bestünde Bereich eine ausgewiesene Industriefläche, die auch für eine Konverteranlage geeignet ist.

Die zentrale Frage stellte Noel, ein junger Mann ca. 10 Jahre alt: „Warum baut man Konverter dahin wo es schön und nicht dahin, wo es Schrott ist?“

Mehr Infos hier:

Stadt Kaarst

Amprion

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