Neuss: Hilfen zur Erziehung – Mehr Beratung, mehr Familien und höhe­rer Finanzbedarf

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – „Junge Menschen sol­len eine Möglichkeit ha­ben, sich zu eigen­ver­ant­wort­li­chen und gemein­schafts­fä­hi­gen Persönlichkeiten zu ent­wi­ckeln und haben ein Recht auf Förde­rung ihrer Entwicklung und auf Erziehung“.

Es ist Auftrag des Jugendamts, das Wohl von Kindern und Ju­gendlichen zu schüt­zen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts gehen daher allen Hinweisen nach, wenn ein Kind in Gefahr sein könnte. Sie suchen dazu den Kontakt zu der betrof­fe­nen Familie, um gemein­sam mit ihr Lösungsmög­lichkeiten zu ent­wi­ckeln. Dabei arbei­ten sie eng mit ande­ren In­stitutionen wie mit Kindertagesstätten, Schulen, Ärzten und der Polizei zusam­men. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Was muss sich ändern, damit das Wohl des Kindes oder des Ju­gendlichen wie­der geschützt ist? Im äußers­ten Fall muss das Jugendamt Kinder in Obhut neh­men und für eine kurze Zeit unter­brin­gen, um ihr Wohlergehen sicher­zu­stel­len. Die Kinder keh­ren wie­der in die Familie zurück, wenn in solch einer schwie­ri­gen und belas­ten­den Situation die Eltern bereit sind, Hilfe anzu­neh­men und dadurch das Kindeswohl wie­der ge­schützt ist. Nehmen die Eltern keine Hilfe an oder ist trotz Hilfe das Wohl der Kinder auf Dauer gefähr­det, ent­schei­det das Familiengericht über das Sorgerecht für die Kinder.

Ebenso ist das Jugendamt oft bera­tend und unter­stüt­zend in Familien tätig. Auch hier­aus ent­ste­hen immer wie­der Situatio­nen, die im Zusammenwirken mit sor­ge­be­rech­tig­ten Eltern, am­bulante oder sta­tio­näre Hilfen zur Erziehung not­wen­dig ma­chen. Ziel ist auch hier immer sowohl die Sicherstellung des Kindeswohls aber auch, mög­lichst durch Einsatz von Hilfen, auf Dauer ein Zusammenleben aller Familienmitglieder zu ermög­lichen. „Dieser Aufgabenbereich hat nicht nur eine sehr hohe Bedeutung für die Betroffenen“ betont Beigeordneter Stefan Hahn, „son­dern auch für die Stadt bei ihrem Ziel, posi­tive Le­bensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaf­fen. Kin­der und Jugendliche müs­sen Chancen erhal­ten für ein gelin­gendes Aufwachsen und zur Führung eines eigenverantwortli­chen Lebens. Sie müs­sen in die Lage ver­setzt wer­den Ihren ei­genen Lebensunterhalt sicher zu stel­len und eigene Kinder zu erziehen.

Leider füh­ren soziale, wirt­schaft­li­che und auch gesund­heit­li­che Probleme in vie­len Familien zu Beziehungs- und Erziehungs­problemen, sieht Jugendamtsleiter Markus Hübner Gründe für die stei­gen­den Zahlen: „Durch die gesetz­li­chen Verschärfungen im Kinderschutz ist die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der vie­len Institutionen, wie Schulen und Kitas, aber auch von Ärzten und Geburtskliniken, geschärft wor­den, sodass das Ju­gendamt viel öfter kon­tak­tiert wird und das Beratungsauf­kommen steigt.“ Zum Stichtag 30. April 2014 lag die Fallzahl für Hilfen zur Erziehung bei ins­ge­samt 606 Fällen, davon 313 stati­onäre und 293 ambu­lante. Der Anstieg der Fallzahlen ist nur begrenzt durch die Jugendhilfe steu­er­bar. Viele äußere Fakto­ren wie Arbeitslosigkeit, Hartz IV-​Bezug oder fami­liäre Krisen sind nicht beeinflussbar.

Neuss hat trotz stark stei­gen­der Fallzahlen im Vergleich zu vie­len ande­ren Großstädten pro Einwohner unter 21 Jahren güns­ti­gere Fallzahlen und unter­durch­schnitt­li­che Ausgaben“ hebt Jugend- und Sozialdezernent Stefan Hahn her­vor. „Die guten Ergebnisse füh­ren jedoch nicht dazu, dass man sich aus­ruhen kann.“ Auch Jugendamtsleiter Markus Hübner sieht trotz der vie­len guten Aktivitäten wei­tere Potenziale. 

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