Neuss: Seerestaurierung und Aufwertung Jröne Meerke

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Der See ent­stand als Baggersee für die Gewinnung von Sand und Kies als Baustoff. Nach Beendigung des Abbaus wurde das Baggerloch mit sei­nen Uferbereichen und der Umgebung in den 1970er-​Jahren natur­nah gestal­tet und in eine öffent­li­che Grünanlage umgewandelt.

Foto aus 2012
Foto aus 2012

Heute bil­det das Jröne Meerke mit den umlie­gen­den Parkanlagen im Verbund mit angren­zen­den Naturgebieten ein wich­ti­ges Naherholungsgebiet für die Stadt Neuss. Die Erholungsanlage, im Neusser Norden ein­zig­ar­tig, ist beliebt bei Joggern, Spaziergängern, als Ruheplatz und für andere Freizeitaktivitäten. Es gibt einen klei­nen Strand am See, eine Liegewiese, einen Spielplatz, einen Grillplatz und andere Einrichtungen. So zu lesen bei Wikipedia.

Seit den 1970er Jahren wurde nur wenig zum Erhalt die­ses „künst­li­chen“ Gewässers unter­nom­men. Erschwerend kommt hinzu, dass sich eine hohe Gänsepopulation hei­misch fühlt. Ohne natür­li­che Feinde und teil­weise unter Naturschutz ste­hen ein siche­rer Aufenthaltsort für die Vögel.

Foto aus 2013
Foto aus 2013

In einem „Zwischenbericht“ der Verwaltung heißt es am 25.09.2012: „Das Jröne Meerke ist eine der wich­tigs­ten Naherholungsanlagen im Stadtgebiet Neuss. Mit aus­ge­dehn­ten Wanderwegen und Wiesen, vie­len Rastplätzen, Spielangeboten sowie Grillmöglichkeiten ist es für alle Altersgruppen attrak­tiv.

Auf das „Algenproblem“ wur­den die Mitglieder des Ausschuss für Umwelt und Grünflächen, nach Aktenlage, erst­mals Aufmerksam im Juni/​Juli 2012. Hierzu wurde fol­gen­des ver­merkt: „Bei län­ger anhal­ten­dem war­men Wetter beginnt der See schon ab dem Frühjahr immer stär­ker zu ver­al­gen. Zu einer „Algenexplosion“ wie in die­sem Sommer kann es aber nur durch nähr­stoff­rei­ches Wasser kom­men. Zum Wachstum brau­chen die Algen die Nährstoffe auf und ster­ben wegen dann feh­len­der Nährstoffe ab und sin­ken auf den Seegrund, wo sie eine Schlammschicht bilden.

Foto aus 2014
Foto aus 2014

Demnach ist die dra­ma­ti­sche Entwicklung am Jröne Meerke bereits spä­tes­tens im Jahr 2012 bekannt. Man begnügte sich mit kos­me­ti­schen Aktionen, deren Ausmaß die Verantwortlichen jedoch hät­ten alar­mie­ren müs­sen: „..wur­den ab dem 6. Juli 2012 die Algen auf­wen­dig abge­fischt. In drei Tagen kamen 20 volle LKWs zusam­men.

Bei den Begehungen sei­tens der Stadtverwaltung wur­den im Januar 2013 eine Sichtung der Gänseanzahl vor­ge­nom­men. Mit dem Ergebnis, dass sich 9 Blassgänse und ca. 22 Schneegänse am See befan­den. Eine Begehung in den Sommermonaten wäre hier ange­brach­ter gewesen.

Es folg­ten wei­tere Aktionen, wie das ein­sam­meln von Eiern, aus­brin­gen von Reisig und die Brutplätze unat­trak­tiv zu gestal­ten, Zäune wur­den auf­ge­stellt um den Spielplatzbereich zu schüt­zen und alles nur mit mäßi­gem Erfolg. Ein Fütterungsverbot wurde aus­ge­spro­chen, wel­ches falsch ver­stan­dene Tierliebe regel­mä­ßig ignoriert.

Der See stirbt und dies kann nur mit sofor­ti­gen Aktionen , die mittel- und lang­fris­tig wir­ken, gestoppt wer­den. Hier gab es bereits gute Ansätze. Das ein­sam­meln von Eiern und Reisig auf der Insel kön­nen den Bestand der Gänse reduzieren.

Der Uferbereich muss ent­spre­chend öko­lo­gisch und mit natür­lich in die­sen Breiten vor­kom­men­den Wasserpflanzen gestal­tet wer­den. Als Nährstoffverbraucher tra­gen diese Bepflanzungen zur Qualitätsverbesserung des Wassers bei. Dies könnte in Teilen auch den unge­hin­der­ten Zugang der Gänse zum See behin­dern. Eine wei­tere Idee sind schwim­mende Anpflanzungen auf dem See.

Die Wasserqualität wird durch einen zu hohen Nährstoffanteil beein­träch­tigt. Ein sich nega­tiv aus­wir­ken­den und mög­li­cher­weise bis zu 70cm starke Schlammschicht auf dem Grund ver­stärkt die­sen Effekt noch.

In die­sem Bereich heben sich zwei Lösungsansätze hervor:

Die Seentherapie: Zum ers­ten die Reduzierung der Schlammschicht über das Einbringen von Mikroorganismen. Diese kön­nen mit­tel­fris­tig eine bio­lo­gi­sche Entschlammung des Sees über­neh­men. Entsprechend erfolg­rei­che Anwendungen sind bereit vor­han­den. Bei einen Anbieter lie­gen die Kosten bei ca. 6,50 Euro/​m2. Es müsste geprüft wer­den, ob die­ses Prinzip hier anwend­bar ist.

Weiter eine ver­bes­serte Oberflächenbelüftung: Freihaltung von Frischluftschneisen oder Auslichtung geschlos­se­ner Ufervegetation, um den Sauerstoffeintrag zu ver­bes­sern (gleich­zei­tig redu­zier­ter Laubeintrag).

Weitere Informationen fin­den Sie hier: https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​S​e​e​n​t​h​e​r​a​pie

Die Alternative den See „aus­zu­bag­gern“ um das Sediment zu ent­fer­nen ist deut­lich Kosten- und Platzintensiver. Es muss eine Fläche zum Abtrocknen bereit­ge­stellt wer­den, was mög­li­cher­weise auch zu einer Geruchsbelästigung füh­ren könnte. Kosten ca. 30,- bis 150,- Euro/​m2.

Der Sauerstoffgehalt im See ist zu nied­rig. Die Lösung ist eine Anreicherung mit Sauerstoff, unter Berücksichtigung der natür­li­chen Struktur des Gewässers. Verschiedene Temperaturschichten müs­sen ent­spre­chend berück­sich­tigt werden.

Hier bie­tet sich das TIBEAN System an (Tiefenwasserbelüftung)

Atmosphärische Luft wird mit­tels hoch­ef­fi­zi­en­ter Wasserstrahl- Luft- Ejektoren ange­saugt und fein­bla­sig ins Steigrohr inji­ziert. Dort bewegt sich das Gemisch aus Luftblasen und Wasser nach oben und zieht Tiefenwasser über die Ansaugvorrichtung nach. Somit erfolgt die Tiefenwasserableitung ziel­ge­rich­tet aus der grund­na­hen Wasserlammelle. 

Am Ende des Steigrohres strömt das Gemisch in den Entgasungskopf. Dort wird das sauer­stoff­an­ge­rei­cherte Wasser vom Restgas getrennt. Das Restgas ent­weicht in die Atmosphäre. Das sauer­stoff­an­ge­rei­cherte Wasser strömt durch das Fallrohr abwärts und über die Einströmvorrichtung lami­nar in hori­zon­ta­ler Richtung in das Hypolimnion. Dank der Strömungs- und Stofftransportberechnungen die im Rahmen der Auslegung durch­ge­führt wer­den, kann die opti­male Konfiguration ermit­telt wer­den. (Wikipedia)

Weitere Informationen fin­den Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefenwasserbelüftung

Folgende Links wer­den mor­gen frei­ge­schal­tet (nach der heu­ti­gen Bürgerversammlung)

InfoflyerTibean-​Funktionsweise | Erstanalyse Jröne Meerke


Der Ausschuss für Umwelt und Grünflächen hat in einer Sitzung am 18.09.2013 über Möglichkeiten von Sanierungsmaßnahmen debat­tiert. In Folge wurde ein Budget, für die Seerestaurierung, in Höhe von 218.000 Euro genannt. Aufgeteilt in 48.000 Euro für die Sauerstoffanreicherung des Wassers, 120.000 Euro um das Sediment zu redu­zie­ren und 50.000 Euro um das Algenwachstum zu unterbinden.

Klartext-​NE lie­gen exklu­siv Zahlen und Unterlage bezüg­lich der Sauerstoffanreicherung über ein TIBEAN vor. Nach ers­ten Voruntersuchungen des Herstellers ist eine Tiefenwasserbelüftung am Jröne Meerke mög­lich. Bis auf wenige Faktoren konnte auf­grund von vorab über­mit­tel­ten Daten, durch den Herausgeber von Klartext-​NE Robert Schilken, eine Kostenübersicht erstellt werden.

Wie zu lesen war, wurde die TIBEAN schon in vie­len Gewässern ein­ge­setzt und das sehr erfolg­reich. Die Anlagekosten ein­schließ­lich Lieferung und Einbau betra­gen ca. 35.000 Euro. Hinzu kom­men noch Planungskosten in Höhe von ca. 4.500 Euro. Die jähr­li­chen Anlagenbetriebskosten betra­gen ca. 600 € für Stromkosten und 1800 € für die Anlagen Grundwartung.

Das sind fast 10.000 Euro weni­ger, als von der Verwaltung ursprüng­lich geplant. Weiter beein­flusst mehr Sauerstoff auch den Abbau von Nährstoffen durch Organismen im See.

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