Neuss: Seerestaurierung? – Bürgeraktion Jröne Meerke!

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Nach dem ers­ten Treffen der Neusser Bürger am Jröne Meerke sol­len den Worten Taten fol­gen. Ein gemein­sa­mes Treffen mit Fachleuten ist für Dienstag, den 12.08.2014 um 19:00 Uhr, im Papst Johannes Haus, Gladbacher Straße 3 geplant.

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Reinigungsarbeiten am ver­gan­ge­nen Mittwoch.

Bei die­ser Diskussions- und Planungsveranstaltung sol­len detail­liere Ziele for­mu­liert und zu Papier gebracht wer­den. Wie lässt sich der ein­zige Naherholungsbereich im Neusser Norden wie­der ein­la­dend gestal­ten? Welche kon­kre­ten Schritte müs­sen unter­nom­men wer­den, um den Gewässerzustand zu verbessern?

Erste Ansätze wur­den bereits am letz­ten Sonntag vor­ge­schla­gen. Eine öko­lo­gisch sinn­volle Uferbepflanzug, wel­che im Wasser den Nährstoffgehalt posi­tiv beein­flusst. Ähnliches als „schwim­mende Pflanzeninseln”, frei beweg­lich auf dem See. Als zusätz­li­cher, posi­ti­ver Nebeneffekt könnte dies die Gänse „stö­ren” und sel­bige zum Verlassen des Sees ver­an­las­sen. Wenn es denn von den Vögeln als stö­rend emp­fun­den wird. Hier könnte Experten sich äußern.

2014-08-06_Ne_jroene-meerke_001Das umge­bende Gelände bedarf drin­gend einer Aufwertung. Spielplatz, Grillflächen, Unterstände, Rundwege, alles ist mehr als in die Jahre gekom­men, wurde durch Vandalismus beschä­digt oder ist stark verschmutzt.

Seerestaurierung Jröne Meerke

Gewässer kön­nen nach ihrem Trophiegrad ein­ge­teilt wer­den. Der Trophiegrad ist ein Maß für die Produktion von Biomasse, v.a. in Form von Algen (ein Teil die­ser Algen sind Blaualgen). Je höher der Nährstoffgehalt eines Gewässers, desto mehr Biomasse wird pro­du­ziert. Unter Eutrophierung ver­steht man die Zunahme des Trophiegrades eines Gewässers. Ursache der Eutrophierung sind Nährstoffeinträge, ins­be­son­dere die Phosphorfracht in ein Gewässer. Eutrophierung ist prin­zi­pi­ell ein natür­li­cher Prozess, der bei jedem See in sehr lan­gen Zeiträumen abläuft, durch den Eintrag von Sedimenten. Durch mensch­li­ches Zutun wird der Prozess jedoch in über­na­tür­li­chem Masse ver­stärkt und beschleu­nigt. Nährstoffe gelan­gen über Abwasser, phos­phat­hal­tige Waschmittel, land­wirt­schaft­li­che Düngemittel, die ins Grundwasser gelan­gen, Niederschlag sowie über Ausscheidungen von in und auf dem See leben­den Tieren, wie z.B. Wasservögel, ins Gewässer.

Folgen der Eutrophierung sind über­mä­ßi­ges Wachstum von Algen („Algenblüte”). Die abster­ben­den Organismen aus den ober­flä­chen­na­hen Wasserschichten sin­ken in tie­fere Bereiche ab, wo sie durch sauer­stoff­at­mende Organismen (z.B. Pilze, Bakterien), die sich stark ver­meh­ren, abge­baut wer­den. Dadurch kommt es ins­be­son­dere in unte­ren Wasserschichten zu star­ker Sauerstoffabnahme bis zu sauer­stoff­freien Verhältnissen. Die sauer­stoff­freien Verhältnisse füh­ren wie­derum zu einem Milieu, durch das redu­zie­rende che­mi­sche und mikro­bielle Prozesse her­vor­ge­ru­fen wer­den. Unter redu­zie­ren­den Bedingungen kommt es zur Bildung von Methan, übel rie­chen­dem Schwefelwasserstoff und Ammonium, die in höhe­ren Konzentrationen auch toxisch wir­ken. Der Grund des Gewässers ver­schlammt (Absterben von Mikroorganismen). In extre­men Fällen wird der gesamte Wasserkörper eines Sees sauer­stoff­frei, was den Tod zahl­rei­cher Lebewesen zur Folge hat und umgangs­sprach­lich als „Umkippen eines Gewässers” bezeich­net wird. 

Maßnahmen, die im See selbst den Nährstoffgehalt ver­min­dern sol­len, sind Verfahren, die im Wasserkörper, am Sediment oder in der tie­ri­schen und pflanz­li­chen Lebensgemeinschaft, der Biozönose, anset­zen und wer­den unter dem Begriff der Seenrestaurierung zusam­men­ge­fasst. Quelle: Projektseminar – „Umweltplanung und Bürgerbeteiligungsprojekte in Freiburg zum Thema Gewässer”

Im See wird eine Entschlammung wahr­schein­lich unum­gäng­lich sein, da ca. 70 cm starke Ablagerungen ver­mu­tet wer­den. Für die­sen Bereich bie­ten sich unter­schied­li­che Vorgehensweisen, mit jewei­li­gen Vor- und Nachteilen, an. 

Entschlammung, mit Sedimententnahme

Die Sedimentschicht wird mecha­nisch ent­fernt. Die erfolgt z. B. über „aus­bag­gern” oder „absau­gen”. Ein sehr auf­wen­di­ger Vorgang, bei dem Lagerflächen zum abtrock­nen des Schlamms vor­han­den sein müs­sen. Das Wasser wird dabei durch­pflügt und verwirbelt.

Biotechnische Entschlammung

Ausgewählte Mikroorganismen wur­den direkt in das Schlammsediment inji­ziert. Die Mikroorganismen bil­den nach vor­he­ri­ger Aktivierung not­wen­dige Enzyme zur Spaltung schwer lös­li­cher und ver­wert­ba­rer Biopolymere und beschleu­ni­gen bzw. ermög­li­chen dadurch den bio­lo­gi­schen Abbau der orga­ni­schen Anteile im Schlammsediment.

Welches ver­fah­ren anwend­bar ist, müs­sen Spezialisten klären.

Im nächs­ten Schritt wird der Sauerstoffgehalt des Sees ver­bes­sert. Hier biete sich eine TIBEAN (Tiefenwasserbelüftungsanlage) an.

Mit der Tiefenwasserbelüftung oder hypo­lim­ni­schen Belüftung wird der Sauerstoffbedarf im Tiefenwasser durch die Luftzufuhr aus der Atmosphäre gedeckt, ohne dabei die natür­li­che Stratifikation (Temperaturschichtung) des Sees zu zer­stö­ren. Das Tiefenwasser bleibt aerob, die Rücklösung von Phosphaten wird deut­lich ver­rin­gert und die Mineralisation der Sedimente ver­bes­sert. Langjährige wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse zei­gen, dass es mög­lich ist, das Tiefenwasser durch die tech­ni­schen Belüftungsmaßnahmen ganz­jäh­rig aerob zu hal­ten und dadurch das Gleichgewicht der Seen mög­lichst effek­tiv wie­der­her­zu­stel­len. (Wikipedia)

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