Neuss: Bürgeranstoß zur Sanierung Jröne Meerke

Neuss – Soziale Medien können verbinden und Interessen fokussieren. Ein Beispiel war die heutige Bürgerversammlung zum Erhalt und zur Sanierung des Jröne Meerke. Jörg Böckendorf, mit Unterstützung durch Christina Müller, gründete eine eigene Gruppe bei Facebook. 

Christina Müller und Jörg Bröckendorf
Christina Müller und Jörg Bröckendorf

Heute, Sonntag den 03.08.2014, wurde zu einem Treffen Vorort eingeladen. Diesem Aufruf folgten ca. 80 Bürger, Treffpunkt war die Überdachung am Spielplatz. Ein trostloser Bereich, dunkel und mit beschmierten Wänden. Der Thematik angeglichen.

"Der See stirbt" - die Kernaussage und unübersehbare Tatsache. Der Algenbewuchs bedeckte am heutigen Sonntag ca. 80% der Wasseroberfläche. "Vor 50 Jahren erfolgte die letzte Reinigung des Sees", was für ein stehendes Gewässer als "tödlich" zu bezeichnen ist. Vermutete 80cm Grundverschlammung und in den unteren Schichten sauerstofffrei lassen das Siechtum eines der beliebtesten und einzigem Naherholungsgebiet  in der Nordstadt in einem fahlen Licht erscheinen.

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Foto vom 03.08.2014 - See ist fast vollständig mit Algen bedeckt.

Die Gründe für dieses Dilemma sind offensichtlich vielfältig und auch von Menschen gemacht. Dabei ist die Fütterung von Wildtieren in unseren Breiten in der Regel völlig überflüssig. In diesem konkreten Fall sogar mit dramatischen Auswirkungen. Die ansässigen Gänse müssen nicht selber für Nahrung sorgen, die Population steigt weiter, der Kot verschmutzt die Grünanlage und das Gewässer. Im See steigt der Nährstoffgehalt, was zu Algenwachstum führt. Dieser Bewuchs kann die Nährstoffe jedoch nicht nachhaltig aufnehmen. Die Algen sterben ab und sinken auf den Grund wo Bakterien selbige zersetzen, wozu Sauerstoff benötigt wird. Da es sich um ein stehendes Gewässer handelt, ohne sauerstoffreiche Zuflüsse, sinkt der Sauerstoffgehalt immer weiter. Aber ohne Sauerstoff können die im See befindlichen Nährstoffe nicht abgebaut werden, es bilden sich Algen.

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Auch den Gänsen sind die Algen zuviel

Kurzfristige Lösungen werden nur kosmetische Auswirkungen haben. Aber wie lässt sich der See noch retten?

Keine Gänse füttern und die Population reduzieren. Den See entschlammen und rekultivieren. Die Uferbereiche mit entsprechender Bepflanzung Nährstoffe verbrauchen und im See eine "Tiefenbelüftung" einrichten.

Das Jröne Meerke ist nicht der einzige See, der mit derartigen Problemen, aber ein kleiner mit ca. 3 ha Größe und einer maximalen Tiefe von 6 Metern.

Der Heppenheimer Bruchsee ist mit 11 ha Größe und einer maximalen Tiefe von 14 Metern deutlich größer. Auch wurde festgestellt: "Nach den neusten Messungen gebe es unterhalb von einem halben Meter Wassertiefe praktisch keinen Sauerstoff mehr ...". Auch ein "Gänseproblem" ist in Heppenheim bekannt: "Drei Gänsearten, Nil-, Kanada- und Graugänse, lebten ständig oder zeitweise am See, dazu sehr viele Stockenten. Ihre Hinterlassenschaften sind überall am Ufer und auf den Wegen zu sehen: „Das ist konzentrierter Dünger“, so der Experte." "Neben der Durchlüftung durch Wind und Wellen sorgten Wasserpflanzen für biogenen Sauerstoff. Im Bruchsee gebe es aber nur noch Algen." so ein Experte.

Am Bensheimer Badesee gab es zuletzt ".. mit der Bewertung „exzellent“ die Höchstnote .. im jährlichen Badegewässerbericht der EU. "Grund ist die Installation einer Tiefenbelüftungsanlage: "Ohne die Installation hätte dem See ein langsamer Tod bevorgestanden – statt Sommerspaß und Fischbestand hätte man heute vermutlich einen riesigen stehenden Tümpel."

"Die 2,5 Tonnen schwere Anlage wurde Anfang der neunziger Jahre von der Stadt angeschafft, wird elektrisch betrieben und muss alle acht Jahre aus dem Wasser gehoben und durchgecheckt werden." Der See hat eine Fläche von 60 ha und eine maximale Tiefe von 17 Metern. Quelle: echo-online.de

"Steinbrunner See atmet wieder .." auch hier gab es massive Probleme. Es wurde festgestellt: "Ab wenigen Metern Tiefe gab es keinen Sauerstoff, dafür aber giftige Stoffe wie Methan oder Schwefelwasserstoff im Wasser – und somit ein Umstand, der auf lange Sicht sogar zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Anrainer hätte führen können." Auch hier wurde entsprechend gehandelt: "Im Jahr 2010 war bereits die Hälfte des Wasservolumens sauerstofflos. Aus diesem Grund entschied man sich im Winter 2010 für die Installation einer Tiefenbelüftungsanlage ..". Der Steinbrunner See hat eine Fläche von 5 ha und eine maximale Tiefe von 23 Metern. Quelle: meinbezirk.at

Drei Beispiele, eine Wirkung: Den Seen geht es besser!

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