Dormagen: Nievenheim IV – Stadtplaner haben für Prüfauftrag nachgerechnet

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Nievenheim – Eine neue Heimat für rund 400 Menschen soll auf den Feldern am öst­li­chen Ortsrand von Nievenheim in direk­ter Nähe zur S‑Bahnstation entstehen. 

Das Neubaugebiet wird circa 110 Häuser mit 170 Wohneinheiten beher­ber­gen. Dazu gehö­ren frei­ste­hende Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser. Es wird ins­ge­samt eine Fläche von sie­ben Hektar umfas­sen, davon sind 4,2 Hektar als Wohnbaufläche vorgesehen.

In der März-​Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses hat die Fachverwaltung der Stadt den Prüfauftrag erhal­ten, eine wei­tere Variante des Wohngebietes „Nievenheim IV” zu erar­bei­ten. Das Ergebnis des Prüfauftrages soll den Mitgliedern des Ausschusses dann im September zur Beschlussempfehlung vor­ge­legt wer­den. Die Begründung für den Antrag der Jamaika-​Koalition: Durch die Verlegung des Regenrückhaltebeckens vom Grundstück „Am Schwimmbad“, wo sich die tiefste Stelle des Baugebietes befin­det, nach Norden soll das „Filet-​Grundstück” bes­ser für eine zweite Erschließungsanbindung und wei­tere Wohnbebauung genutzt werden.

Die Auswirkungen einer mög­li­chen Verlegung haben wir ermit­telt”, erläu­tert der zustän­dige Leiter der Stadtentwicklung und Bauleitplanung Daniel Gürich. „Viele Faktoren muss­ten gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den. Da geht es einer­seits um die tat­säch­lich zur Verfügung ste­hende Fläche, die bebaut wer­den kann und um mög­li­che Erlöse beim Verkauf an Bauwillige. Auf der ande­ren Seite ste­hen die even­tu­elle Umplanung des Erschließungs- und des städ­te­bau­li­chen Konzeptes, der Gutachten und der externe Ersatz der dadurch über­plan­ten Ausgleichsfläche im Norden. Im Ergebnis wären beide Varianten umsetz­bar – sowohl die bis­her geplante als auch die neue“, ver­deut­licht der Städtebauexperte.

Die Verlegung nach Norden birgt eine pla­ne­ri­sche Besonderheit, denn das Grundstück „Am Schwimmbad“ kann nicht kom­plett, son­dern nur zu maxi­mal zwei Dritteln genutzt wer­den. Auf dem Grundstück befin­det sich das unter­ir­disch gele­gene Regenwasserbecken für die Entwässerung des Baugebietes Nievenheim III, dass aus sta­ti­schen Gründen keine kom­plette Überbauung zulässt.

Damit ein­her­ge­hend ent­ste­hen nach Berechnungen der Technischen Betriebe Dormagen (TBD) Mehrkosten in Höhe von 482 000 Euro, die nur teil­weise durch die zusätz­lich zu erzie­len­den Grundstücksverkäufe aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen. Da Anwohner grund­sätz­lich zu den Erschließungskosten her­an­ge­zo­gen wer­den, würde dies einen erheb­li­chen finan­zi­el­len Mehraufwand für diese bedeu­ten. Hinzu kom­men Kosten für die Stadt in Höhe von min­des­tens 5 000 pro Jahr, die durch Sicht- und Wartungsarbeiten eines zwei­ten Betriebspunktes ent­ste­hen. Schwerwiegender dürfte aller­dings der topo­gra­fi­sche Geländeausgleich für die geplan­ten Wohnflächen ins Gewicht fal­len. Auf einer Länge von 130 Metern müsste das Straßenniveau um bis zu einem Meter ange­ho­ben wer­den, um die Entwässerung des Baugebietes zu sichern. Die Kosten für die Geländeaufschüttungen auf den jewei­li­gen pri­va­ten Grundstücken müss­ten eben­falls von den poten­zi­el­len Bauherren getra­gen werden.

Hinzu kommt ein zeit­li­cher Aspekt. Die Verlegung des Regenwasserrückhaltebeckens nach Norden macht auch eine kosten- und zeit­in­ten­sive Änderung der Bauleitpläne erfor­der­lich. Diese müs­sen – beglei­tet von ange­pass­ten Gutachten – auch die Hürden der über­ge­ord­ne­ten Bezirksregierung neh­men. Weitere gesetz­li­che Vorgaben, wie die erneute öffent­li­che Auslegung des Bebauungsplanes, ein­her­ge­hend mit der Änderung des Flächennutzungsplanes, wür­den eben­falls Monate in Anspruch nehmen.

Im September wer­den die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses bera­ten und fest­le­gen müs­sen, wel­che der bei­den Möglichkeiten die für sie geeig­ne­tere ist. Abschließend wer­den die Politiker im Rat dar­über ent­schei­den und die Weichen stel­len, in wel­che Richtung die Bebauung gehen wird.“, erläu­tert Bürgermeister Erik Lierenfeld das wei­tere Vorgehehen.

An der grund­sätz­li­chen Absicht mit Nievenheim IV rund 400 Menschen ein neues Heim zu ermög­li­chen, ändert sich zum Glück für die Interessenten nichts“, betont der Bürgermeister.

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