Neuss: Das zweite Leben – oder wie Schrottautos der Ausbildung und Übung dienen

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – (Feuerwehr Neuss) Ein Verkehrsunfall auf der A57 Höhe Reuschenberg führte dazu, dass die Autobahn in Richtung Köln für eine Stunde gesperrt wer­den musste.

Nach Angaben der Polizei kam es gegen 17:20 Uhr zu einem Auffahrunfall, der zur Folge hatte, dass der Fahrer (28) des vor­de­ren PKWs die Kontrolle über sein Fahrzeug ver­lor und fron­tal gegen die linke Leitplanke schleu­derte. Der Aufprall war so hef­tig, dass die Insassen in ihrem Fahrzeug ein­ge­klemmt wur­den, so dass die Feuerwehr Neuss mit schwe­rem Gerät aus­rü­cken musste, um den Fahrer und sei­nen Beifahrer sicher aus dem Fahrzeug ret­ten zu kön­nen. Der Fahrer des zwei­ten PKWs blieb unverletzt.

So, oder so ähn­li­che Artikel fin­det man oft in der loka­len Medien. Damit nach einem Verkehrsunfall ein­ge­klemmte Personen auch sicher aus ihren Fahrzeugen geret­tet (lebend) oder gebor­gen (tot) wer­den kön­nen, müs­sen die Kräfte der Feuerwehr regel­mä­ßig den Ernstfall üben. Damit ist auch klar, dass die Feuerwehr Neuss einen gro­ßen Bedarf an Übungsautos hat. Der Abschleppdienst Düllberg und die Schrottplätze Mainz, Hoppe und Baier stel­len des­we­gen immer wie­der Unfall- oder Altfahrzeuge zu Übungszwecken zur Verfügung. Fast immer wer­den die meist schrott­rei­fen PKW durch die Firmen selbst zur Feuerwache Neuss ange­lie­fert. Zunächst wer­den die PKW mit einem Wachsstift beschrif­tet, damit jedes Fahrzeug ein­deu­tig sei­nem Besitzer zuge­ord­net wer­den kann. Es wird eben­falls ver­merkt wel­cher Löschzug oder Lehrgang das Fahrzeug nut­zen darf bzw. soll. Danach wer­den in der Feuerwehr eige­nen Werkstatt Betriebsstoffe wie zum Beispiel Benzin, oder Kühlmittel aus den Autos ent­fernt. Um eine rea­lis­ti­sche Unfallsituation zu simu­lie­ren wer­den die PKW dem­entspre­chend demo­liert. Hierzu lässt der Übungsleiter die PKW auch gern mal aus fünf Metern auf ihr Dach fal­len, oder lässt sie von einem Traktor über­fah­ren. So las­sen sich Türen und Klappen der Fahrzeuge wirk­lich nicht mehr öff­nen und sind somit zur Übung bereit.

Türöffnung mit Spreitzer
Türöffnung mit Spreitzer

An den Fahrzeugen ler­nen und üben die Frauen und Männer der Neusser Feuerwehr dann, den rich­ti­gen Umgang mit den hydrau­li­schen Geräten, wie dem „Spreitzer“ und der „Schere“, wie man ein auf der Seite lie­gen­des Fahrzeug anhebt, oder gegen ein etwai­ges Umkippen schützt und wie man eine Unfallstelle rich­tig absi­chert. Natürlich hat der Schutz der ein­ge­klemm­ten Personen oberste Priorität. So wird auch erklärt, dass die Fensterscheiben vor dem Einsatz der schwe­ren Geräte mit Klebeband abzu­kle­ben sind, um ein Bersten des Glases und somit ein Eindringen in den Innenraum zum Patienten so gut wie mög­lich zu ver­mei­den. Außerdem wird geübt, wie man den Insassen Schutzkleidung anlegt und ohne Auslösen des Airbags sicher aus ihren Fahrzeugen befreit.

2014-05-25-Mee-Bued_Ffw_017Nach jeder Übung wer­den die Katalysatoren, zwecks Recycling aus­ge­baut und die zer­schnit­te­nen Einzelteile der Fahrzeuge gesam­melt von der Feuerwehr zu einem Verwerter gelie­fert. Den Wiegeschein, sowie die aus­ge­bau­ten Katalysatoren erhal­ten dann die jewei­li­gen Firmen, die das Übungsfahrzeug der Feuerwehr Neuss zur Verfügung gestellt haben. An die­ser Stelle schließt sich der Kreis wieder.

Die Feuerwehr Neuss ist den betei­lig­ten Unternehmern aus­ge­spro­chen dank­bar für die lang­jäh­rige, unkom­pli­zierte und nicht all­täg­li­che Unterstützung. Auf diese Weise tra­gen auch diese Unternehmer zur Qualifizierung der Einsatzkräfte bei.

Autor: Alexander Ermbter

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