Meerbusch: Halbjahresbilanz der Feuerwehreinsätze

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Mit 431 Einsätzen schloss die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch die erste Hälfte des Einsatzjahres 2014 ab. 

Kräftig durch­ge­wir­belt hat dabei Orkan Ela die Zahlen und für einen merk­li­chen Anstieg der Werte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesorgt. 2013 muss­ten bis Ende Juni „nur“ 159 Einsätze absol­viert wer­den. Selbst ohne die 220 Sturmeinsätze nach dem Unwetter am Pfingstmontag wäre die Bilanz um ¼ höher aus­ge­fal­len als zum 30.06.2013.
Eine Zunahme bei den Mittelbränden und den Ölspuren ste­chen, neben den Sturmeinsätzen, die über die Hälfte aller bis­he­ri­gen Einsätze in 2014 aus­ma­chen, als Antreiber für die Statistik hervor.

Nachfolgend einige grö­ßere Einsatzlagen:

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Fotos(4): Ffw Meerbusch

Bereits am 3. Januar rückte die Feuerwehr zu ihrem ers­ten Großbrand in die­sem Jahr nach Bösinghoven aus. Dort hat­ten Anrufer auf eine starke Rauchentwicklung aus einem holz­ver­ar­bei­ten­den Betrieb auf der Bösinghovener Straße gemel­det. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war eine Flammenbildung aus dem Ziegeldach der Schreinerei, deren L‑förmige Gebäudeform sich etwas zurück­ge­baut auf einem Hof befin­det, erkenn­bar. Ebenso war dich­ter, schwar­zer Rauch zu erken­nen, der teil­weise aus den Fenstern ins Freie zog. Die Feuerwehr ging von drei Seiten zur Brandbekämpfung vor, musste im Verlauf des Einsatzes meh­rere Türen gewalt­sam öff­nen und Teile des Daches gewalt­sam öff­nen und Ziegel ent­fer­nen. Insgesamt wur­den an der Einsatzstelle rund einen halbe Kilometer Schläuche ver­legt und vier Strahlrohre sowie sie­ben Trupps unter Atemschutz eingesetzt.

2014-04-09_lz45_feuer_10Anfang April geriet ein unbe­setz­ter Linienbus auf der Rückfahrt in sein Strümper Depot auf der Fritz-​Wendt-​Straße in Brand. Beim Eintreffen der Löschzüge aus Strümp und Osterath hatte das Feuer bereits vom rück­wer­ti­gen Motor auf einen Großteil des Innenraums über­ge­grif­fen. Fahrgäste befan­den sich zu die­sem Zeitpunkt nicht mehr im Fahrzeug und auch der Busfahrer hatte sich ins Freie bege­ben. Zur Brandbekämpfung setzte die Feuerwehr ein Schaumrohr und ein nor­ma­les Strahlrohr ein. An dem Bus ent­stand Totalschaden.

In Folge eines star­ken Gewitters kam es am 1. Mai in Osterath zu einem Dachstuhlbrand auf der Willicher Straße in Osterath. Vermutlich war kurz zuvor der Blitz in das Dach eines Mehrfamilienhauses ein­ge­schla­gen und hatte Teile der Dachverkleidung in Brand gesetzt. Die Löschzüge aus Osterath und Strümp rück­ten mit 50 Mann an und gin­gen sowohl über die Drehleiter von außen als auch von innen über den Dachboden zur Brandbekämpfung vor. Der Feuerwehr gelang es dabei, ein Übergreifen der Flammen und einen Raucheintritt ins Gebäude zu ver­hin­dern. Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde das Dach pro­vi­so­risch mit einer Plane abge­deckt um nicht wei­te­ren Schaden im Gebäude durch das Regenwasser zu erzeu­gen. Alle Bewohner konn­ten nach und nach wie­der in ihre Wohnungen zurückkehren.

2014-05-30_laki_brand_01Ende Mai geriet eine Yacht in Höhe der Flughafenbrücke auf dem Rhein aus bis­her unge­klär­ter Ursache in Brand. Nachdem die Besatzung, zwei Männer und ein Junge, fest­stel­len musste, dass die eige­nen Löschversuche aus­sicht­los blie­ben, machte sie das Boot mit­ten auf dem Rhein mit einem Anker fest, ging über Bord und schwamm an das links­rhei­ni­sche Ufer in Höhe Langst-​Kierst. Der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr gelang es, zur noch im Innenraum bren­nende Yacht eine Leinenverbindung her­zu­stel­len und das Boot zum Fähranleger zu schlep­pen. Mit Hilfe der Fähre Michaela II konnte das ca. 10m lange Boot links­rhei­nisch hin­ter den Fähranleger ein einer klei­nen Bucht gedrückt wer­den. Während die Löscharbeiten vom Fähranleger aus fort­ge­setzt wer­den konn­ten und ein Atemschutztrupp zur Brandbekämpfung an Board des Schiffes ging, ver­sorg­ten Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch sowie die Besatzung des mitt­ler­weile am Rheinufer gelan­de­ten Rettungshubschraubers und zweier Rettungswagen die drei Personen vor Ort. Im wei­te­ren Verlauf wur­den die ca. 45 Jahre alten Männer und der ca. zwölf Jahre alte Junge, vom Rheinwasser unter­kühlt, zum Aufwärmen und zur wei­te­ren Betreuung durch die Feuerwehr ins Gerätehaus Langst-​Kierst gebracht.

2014-05-17_lz4_oelspur_1Mitte Mai galt es auf der A57 und der Raststätte Geismühle eine län­gere Ölspur zu besei­ti­gen. Ein LKW hatte rund 500m vor der Raststätte Geismühle Dieseltreibstoff aus sei­nem Fahrzeugtank ver­lo­ren. Der Fahrer hielt am Ende der Raststätte an, hatte bis dahin aber einen Teil des Inhalts aus sei­nem 200l-​Tank auf der Autobahn ver­teilt. Der Löschzug Osterath ver­hin­derte zunächst, dass wei­te­rer Diesel in die Kanalisation flie­ßen konnte und streute dann die Ölspur auf dem rech­ten Fahr- und dem Standstreifen. Insgesamt wur­den rund 40 Säcke mit Ölbindemittel an der Einsatzstelle verbraucht.

Am Pfingstmontag ver­wüs­tete Orkan Ela auch Teile von Meerbusch. 215 Einsätze galt es ins­ge­samt abzu­ar­bei­ten, 200 davon in den ers­ten 48 Stunden. Alleine in Büderich wurde die Feuerwehr 186 mal geru­fen und fast immer auch tätig. Besonders betrof­fene waren in Büderich die Niederdonker Straße mit neun Einsatzstellen, die Lessingstraße mit fünf sowie die Düsseldorf Straße, die Oststraße, die Niederdonkerstraße, die Büdericher Allee und der Alte Kirchweg mit je 4 Einsatzstellen.
In ca. 15 doku­men­tie­ren Fällen fie­len ganze Bäume oder grö­ßere Äste auf geparkte Autos. Genau so oft tra­ten Schäden an Häusern durch umge­stürzte Bäume auf. Über 130 mal fie­len Bäume oder Aststücke auf Straßen oder Gehwege.

Insgesamt sum­mier­ten sich die Einsätze zu umge­rech­net 12 Tagen. Spitzenreiter bei den Alarmierungen ist der Löschzug Büderich mit knapp 200 Einsätzen, von denen ein Großteil dem Pfingstunwetter geschul­det ist. Mit 165 Einsätzen folgt die haupt­amt­li­che Wache aus Osterath, die mit ihrer zen­tra­len Funktion zu einem Großteil der Einsätze mit­al­ar­miert wird. Ebenso wur­den die Löschzüge aus Osterath (70 Einsätze), Lank (47 Einsätze) und Strümp (35 Einsätze) ent­spre­chend oft zu Einsätzen. Aber auch die Löschgruppe aus Langst-​Kierst (22 Einsätze), Nierst (18 Einsätze) und Ossum-​Bösinghoven (15 Einsätze) leis­te­ten im ers­ten Halbjahr einen wich­ti­gen Beitrag für die Sicherheit in Meerbusch. Mit 150 Einsätzen war der Dienstag der ein­satz­reichste Wochentag und im Zeitraum zwi­schen 21 und 0 Uhr erfolg­ten die meis­ten Alarmierungen.

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