Dormagen: Gegen Großkonverter im Süden von Gohr

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – „Die Stadt Dormagen wird sich in aller Entschiedenheit gegen die Standort-​Überlegungen für einen gro­ßen Strom-​Konverter im Süden von Gohr wehren.”

Dies erklärt der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann nach der heu­ti­gen Mitteilung des Dortmunder Übertragungsnetzbetreibers Amprion, dass Gohr einer von sechs „Suchräumen” sei, die für das Unternehmen in eine mög­li­che Auswahl kom­men. Zuvor war es bereits an dem ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Konverter-​Standort in Meerbusch-​Osterrath zu erheb­li­chen Protesten der Bürger und des Stadtrates gegen das Projekt gekom­men. Der Groß-​Konverter soll eine Fläche von etwa zwölf Fußballfeldern ein­neh­men und 18 bis 20 Meter hoch wer­den. Er dient dazu, Wechselstrom in Gleichstrom umzu­wan­deln – und umge­kehrt. Das Projekt ist Bestandteil einer im Zuge der Energiewende neu geplan­ten 380-​Kilovolt-​Strom­lei­tung, die von Wesel über Krefeld und den Rhein-​Kreis Neuss wei­ter in Richtung Köln und die Nähe von Koblenz füh­ren soll. Der genaue Trassenverlauf wird im Rahmen des Planungsverfahrens festgelegt.

Die Prüfungen für den Standort Gohr ori­en­tie­ren sich vor­wie­gend an wirt­schaft­li­chen Kriterien. Dabei sind jedoch wesent­li­che Fakten von Amprion nicht berück­sich­tigt wor­den”, erläu­tert Uffelmann. So wur­den unter ande­rem ein nahe­ge­le­ge­nes Gehöft auf dem Rommerskirchener Gemeindegebiet und die in Gohr bereits vor­han­de­nen Windkraftanlagen nicht in die Betrachtung ein­be­zo­gen. Darüber wurde der Entwurf des neuen Regionalplanes, der bereits im April 2014 ver­öf­fent­licht wurde, eben­falls nicht von Amprion berück­sich­tigt. „Die bis­he­ri­gen Prüfungen für den Standort erhal­ten aus unse­rer Sicht gra­vie­rende Abwägungsmängel”, sagt der zustän­dige städ­ti­sche Fachbereichsleiter Gregor Nachtwey.

In Abstimmung mit dem desi­gnier­ten Bürgermeister Erik Lierenfeld wird die Verwaltung den neuen Stadtrat in sei­ner kon­sti­tu­ie­ren­den Sitzung am 1. Juli über die Überlegungen von Amprion infor­mie­ren. „Amprion wird zu den feh­ler­haf­ten Betrachtungen zügig eine erste Stellungnahme der Stadt Dormagen zuge­hen. Eine wei­tere pla­nungs­recht­li­che Stellungnahme wer­den wir in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und dem Rhein-​Kreis Neuss erar­bei­ten”, kün­digt Uffelmann an. Zumindest eine tröst­li­che Nachricht gab es in der Angelegenheit eben­falls am heu­ti­gen Dienstag (17.06.): Der Standort Silbersee ist ent­ge­gen bis­he­ri­ger Vermutungen von Amprion nicht geprüft wor­den und kommt für das Unternehmen nicht wei­ter in Betracht.

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