Neuss: Heiliger Hieronymus im Obertor

Neuss – In Form einer Holzskulptur ist derzeit der Heilige Hieronymus im Historischen Obertor, als Teil des Clemens-Sels-Museums, ausgestellt.

Klaus Wiertz, Brauerei „Im Dom“, Dr. Carl Pause, Clemens-Sels-Museum und Claudia Kaufmann M.A., beide Clemens-Sels-Museum. Foto: Stadt Neuss
Klaus Wiertz, Brauerei „Im Dom“, Dr. Carl Pause, Clemens-Sels-Museum und Claudia Kaufmann M.A., beide Clemens-Sels-Museum. Foto: Stadt Neuss

Nach Angaben von Klaus Wiertz wurde die 110 Zentimeter hohe Figur von seinem Vater in einem unterirdischen Gang entdeckt, der angeblich vom vorderen Keller der Brauerei „Im Dom“ aus unter die Michaelstraße und bis zum ehemaligen Klarissenkloster führt. Bei diesem Gang dürfte es sich um den spätmittelalterlichen Abwasserkanal handeln, den der Neusser Archäologe Constantin Koenen 1880 beim Bau der Wasserleitung in Neuss entdeckte.

Die Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene Skulptur des Kirchenvaters Hieronymus stammt vermutlich aus dem Neusser Quirinusmünster, denn 1710 wurde hier für den Betrag von 185 Talern eine Kanzel angeschafft, die mit den Holzfiguren der vier Kirchenväter geschmückt war. „Beim Heiligen Hieronymus handelt es sich um eine schöne, aber provinzielle Arbeit, die vom Stil her an Werke des im Kölner Raum wirkenden Bildhauers Jeremias Geisselbrunn (1594-1659) erinnert. Es ist aber kein Geisselbrunn“, weiß Kunsthistorikerin Claudia Kaufmann.

1820 brach man die Kanzel ab und verkaufte die Skulpturen. „Welchen Weg die Figuren dann aber nahmen und vor allem wie der heilige Hieronymus in den Abwasserkanal in der Michaelstraße gelangte, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben“, sagt Dr. Carl Pause vom Clemens-Sels Museum.

Die Skulptur ist samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr im Obertor zu besichtigen. 

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