Neuss: Heiliger Hieronymus im Obertor

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – In Form einer Holzskulptur ist der­zeit der Heilige Hieronymus im Historischen Obertor, als Teil des Clemens-​Sels-​Museums, ausgestellt.

Klaus Wiertz, Brauerei „Im Dom“, Dr. Carl Pause, Clemens-Sels-Museum und Claudia Kaufmann M.A., beide Clemens-Sels-Museum. Foto: Stadt Neuss
Klaus Wiertz, Brauerei „Im Dom“, Dr. Carl Pause, Clemens-​Sels-​Museum und Claudia Kaufmann M.A., beide Clemens-​Sels-​Museum. Foto: Stadt Neuss

Nach Angaben von Klaus Wiertz wurde die 110 Zentimeter hohe Figur von sei­nem Vater in einem unter­ir­di­schen Gang ent­deckt, der angeb­lich vom vor­de­ren Keller der Brauerei „Im Dom“ aus unter die Michaelstraße und bis zum ehe­ma­li­gen Klarissenkloster führt. Bei die­sem Gang dürfte es sich um den spät­mit­tel­al­ter­li­chen Abwasserkanal han­deln, den der Neusser Archäologe Constantin Koenen 1880 beim Bau der Wasserleitung in Neuss entdeckte.

Die Anfang des 18. Jahrhunderts ent­stan­dene Skulptur des Kirchenvaters Hieronymus stammt ver­mut­lich aus dem Neusser Quirinusmünster, denn 1710 wurde hier für den Betrag von 185 Talern eine Kanzel ange­schafft, die mit den Holzfiguren der vier Kirchenväter geschmückt war. „Beim Heiligen Hieronymus han­delt es sich um eine schöne, aber pro­vin­zi­elle Arbeit, die vom Stil her an Werke des im Kölner Raum wir­ken­den Bildhauers Jeremias Geisselbrunn (1594–1659) erin­nert. Es ist aber kein Geisselbrunn“, weiß Kunsthistorikerin Claudia Kaufmann.

1820 brach man die Kanzel ab und ver­kaufte die Skulpturen. „Welchen Weg die Figuren dann aber nah­men und vor allem wie der hei­lige Hieronymus in den Abwasserkanal in der Michaelstraße gelangte, wird wohl auf ewig ein Geheimnis blei­ben“, sagt Dr. Carl Pause vom Clemens-​Sels Museum.

Die Skulptur ist sams­tags von 11 bis 17 Uhr und sonn­tags von 11 bis 18 Uhr im Obertor zu besichtigen. 

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