Unwetter an Pfingstmontag – Sturmschäden schnell der Versicherung melden

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – (vz​-nrw​.de) Blitzeinschlag, über­flu­tete Straßen, voll gelau­fene Keller und blo­ckierte Bahnstrecken. 

2014-06-10-NE_Sturm_001Die Regulierung von Schäden, die das Unwetter an Pfingstmontag mit abge­deck­ten Dächern und umge­knick­ten Bäumen ange­rich­tet hat, ist in der Regel ein Fall für die Versicherung. Verschiedene Policen sprin­gen ein, um Schäden finan­zi­ell aus­zu­glei­chen. „Sturmschäden müs­sen dem Versicherer umge­hend gemel­det wer­den. Betroffene sind zudem ver­pflich­tet, alles zu unter­las­sen, was einen Schaden ver­ur­sa­chen und die Feststellung erschwe­ren könnte – sonst wird in vie­len Fällen der Versicherungsschutz teil­weise oder kom­plett ris­kiert“, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Gefahrenquellen dür­fen und müs­sen jedoch besei­tigt wer­den. Die Angaben bei der Schadensmeldung müs­sen außer­dem wahr­heits­ge­treu sein. Nachfolgende Tipps und die Nachfrage beim Versicherer tun kund, wie sich Betroffene jetzt ver­hal­ten sollen:

  • Eine Police reicht nicht: Für Sturmschäden haf­ten Gebäude‑, Hausrat- und Kaskoversicherungen. Stürmisch ist’s nach den Bedingungen der Versicherer ab Windstärke acht. Das ent­spricht einer Windgeschwindigkeit von 63 Stundenkilometern. Dass der Wind bei Sturm Ziegel und Dachpappe mit­ge­hen ließ, müs­sen Betroffene in der Regel nicht selbst nach­wei­sen. Nach den Versicherungsbedingungen reicht es aus, wenn es vor­her eine offi­zi­elle Sturmwarnung gege­ben hat oder auch Häuser in der Nachbarschaft eben­falls beschä­digt wurden.
  • Gebäude- und Hausratversicherung: Einen drei­fa­chen Schutz gegen Sturm/​Hagel, Feuer und Leitungswasser bie­tet die Gebäudeversicherung: Eine sol­che Police soll­ten Hausbesitzer vor­wei­sen kön­nen, wenn das Dach abge­deckt, der Schornstein beschä­digt oder ein Baum aufs Haus gefal­len ist. Wurden Hausratgegenstände zum Spielball des Sturms, sind diese Schäden durch die Hausratversicherung abge­deckt. Die Versicherung greift bei beschä­dig­ter Inneneinrichtung jedoch nur, wenn Fenster und Türen ver­schlos­sen waren. Für beschä­digte Gartenmöbel wird in der Regel nur gezahlt, wenn sie wäh­rend der Böen in einem Gebäude unter­ge­bracht waren und dies eben­falls vom Wind beschä­digt wurde. Reguliert wer­den auch Schäden an Antennen und Markisen, die einem Mieter gehö­ren, außen am Gebäude ange­bracht sind und aus­schließ­lich durch die Bewohner der ver­si­cher­ten Wohnung genutzt werden.
  • Blitzschlag und Überflutung: Ist der Blitz direkt in ein Haus ein­ge­schla­gen, kommt der Gebäudeversicherer für Schäden am Gebäude auf. Schäden durch Überspannung wer­den nur ersetzt, wenn der Blitz direkt in das ver­si­cherte Grundstück oder Gebäude ein­ge­schla­gen ist. Sonstige Schäden durch Überspannung, Überstrom oder Kurzschluss sind nur dann über die Gebäudeversicherung abge­deckt, wenn eine zusätz­li­che Klausel, die soge­nannte Überspannungsklausel ver­ein­bart wurde. Sind durch das Unwetter Keller über­flu­tet und Wände und Inventar beschä­digt wor­den, dann hilft allein die so genannte Elementarschaden-​Versicherung. Denn Gebäudeversicherungen haf­ten nicht für Schäden durch ein­drin­gen­des Wasser.
  • Autoschäden: Hat der Sturm Dachziegel auf ein par­ken­des Auto geschleu­dert, ist die Teilkasko des Autohalters in der Zahlungspflicht. Versichert ist aller­dings nicht der Wiederbeschaffungswert, also der Neupreis des Gefährts, son­dern in der Regel nur der Wert, den es zum Zeitpunkt der Schadensmeldung noch hat (Zeitwert). Zudem: Oft hat der Versicherungsnehmer eine Selbstbeteiligung ver­ein­bart, die von der Entschädigungssumme noch abge­zo­gen wird. Fahrzeughalter brau­chen bei aner­kann­ten Unwetterschäden keine Rückstufung zu befürch­ten. Teuer wird’s jedoch, wenn den Autofahrer eine Mitschuld trifft, etwa weil er bei der Durchfahrt einer über­flu­te­ten Straße ste­cken geblie­ben ist.
  • Umgestürzte Bäume: Fährt ein Auto auf einen umge­stürz­ten Baum haf­tet nur die Vollkasko‑, aber nicht die Teilkaskoversicherung für den Schaden. Hat ein nach­weis­lich mor­scher Baum beim Umsturz einen Schaden ange­rich­tet, muss der Baumbesitzer oder seine Haftpflichtversicherung gege­be­nen­falls dafür auf­kom­men. Ist ein gesun­der Baum umge­fal­len, gilt dies als „höhere Gewalt“, und der Eigentümer haf­tet nicht für den Schaden.

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