Jüchen: Schützenfest 2014

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Jüchen – Festplatz Haus Katz. Die Wetterfee hatte in diesem Jahr den Regimentsbefehl von Kommandeur Gerhard Schreiber und seinem Adjutanten Klaus Weyers peinlich genau gelesen.

So ließ sie die treuen Schützen des Gardezugs beim Aufbau des Palais für das Königspaar S.M. Kurt I. und I.M. Ute gnadenlos spüren, wie widerspenstig sich Holz, Farbe und Schrauben unter einer reichhaltigen Dauerdusche zueinander verhalten.

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Doch pünktlich, gegen Freitagmittag, lächelten Kindergartenkönigspaar Kalle und Jona mit dem „großen“ König Kurt nach einer geglückten Parade gen Himmel, und die Sonne lächelte zurück. Nur Königin Ute zeigte sich so gerührt, dass die vorerst letzten Tropfen ihrem Auge entwischten. Das ganze Regiment atmete auf, die letzten Vorbereitungen für das Fest und den Dorfschmuck gingen leicht von der Hand.

Am Samstag zeigte sich das Schützenfest von seiner besten Seite. Zahlreiche Zuschauer fanden sich am frühen Nachmittag zum Auftakt des Festes auf dem Bauernfeld ein. Artilleriefrau Elke sorgte dafür, dass sich die Anwesenden mit Ohrstöpseln wappneten, bevor die „Dicke Berta“ pünktlich um 14:11 Uhr das Schützenfest mit Böllerschüssen erwachen ließ. Nun folgte – vor allem für die Majestäten – Programmpunkt um Programmpunkt. Setzen des Königsmais, Platzkonzert im Seniorenzentrum „Maria Frieden“, Festzug mit stehender Parade und Ökumenischer Gottesdienst am Ehrenmal reihten sich aneinander. Nach dem „Großen Zapfenstreich“ kehrte das Regiment ins Festzelt ein. Fotos(2): Privat

Hier startete ab 20:00 Uhr ein wahres Glanzlicht an musikalischer Unterhaltung. Schon im Vorfeld eilte der Band „For Example“ ein beeindruckender Ruf voraus. An diesem Abend zeigte „For Example“, dass Livemusik eine Präsenz, einen Hörgenuss und eine Bindung zum Publikum entwickeln kann, die das Original schlicht übertreffen. Ein prall gefülltes Zelt bereute nichts und feierte bis nach Mitternacht. Die Jüngeren Gäste wollten einfach nicht nach Hause. Private, aber bestens organisierte Parties im Jüchener Untergrund dauerten teilweise bis in den frühen Morgen und sorgten für die „Unendlichkeit“, die „an Tagen wie diesen“ gerne von den Toten Hosen besungen werden.

Und es waren nicht wenige junge Schützen, die sich trotz dieser kurzen Nacht am Sonntag pünktlich um 09:30 Uhr in St. Jakobus zum Gottesdienst einfanden. Die Sonne lächelte schon wieder freundlich – ganz nach Regimentsbefehl – auf die überall zum Frühstück zusammenströmenden Schützenzüge.

So gestärkt präsentierte sich S.M. Kurt und I.M. Königin Ute nicht nur ein geordneter Festzug, sondern auch eine imposante Parade. Nur ein oder zwei Nachtvögel älteren Jahrgangs schienen an diesem Nachmittag etwas die Orientierung verloren zu haben, als sie im Blindflug über den Paradeplatz flatterten.

Der Sonntagabend war vor allem den zahlreichen Jubilaren gewidmet. Präsident Hans-Hubert Krall hatte zu jedem einzelnen ein paar persönliche und mitunter lustige Erinnerungen zu berichten. Die Showband der „Mennekrather“ bildete im Anschluss gekonnt den Gegensatz zum bedächtigen, ersten Teil des Abends. In der Mitte des Raumes platzierte Instrumente, stolz umher streifende Saxophonistinnen und tolle Musik gipfelten schließlich in mehrere Zugaben, die wirklich alle von ihren Stühlen riss.

Der Klompenball am Montag setzte den gelungenen Reigen von Veranstaltungen fort. Doch nun zeigte sich, wie gut die Wetterfee sich mit dem Regimentsbefehl auskannte: „…Vormittag: Ruhe in der Garnison. 17:30 Uhr…“ – „Na“, dachte Sie, „dass ist ja mal ein ausgedehnter Vormittag, da gieß ich gleich mal die Blumen…“. Dies geschah so reichlich und ausdauernd, dass die Nutzungsrate des Regenradars auf den diversen Smartphones der Schützen bis 17:15 einen steilen Anstieg verzeichnete.

Das Regen-Radar zeigte nun für den Bereich Jüchen eine wabernde, aber beständige Trockeninsel in einem sonst vollkommen durchnässten linksrheinischen Landstrich. So genossen Schützen, Besucher und Königspaar trotz der bedrohlich vorbeiziehenden Wolken und bei leicht verkürztem Zugweg eine wunderschöne Parade. Pünktlich nach dem Einzug ins Zelt gab es dann noch einmal wohl dosierten Unterstützungsregen, das Zelt blieb prall gefüllt bis zum Schluss. Vizepräsident Thomas Lindgens führte schwungvoll durch die Krönungszeremonie.

Ein gefasster, aber auch sichtlich gerührter Kurt I. dankte allen in knappen Worten, zum Abschluss insbesondere seiner Frau, der scheidenden Königin Ute. Sie bleibt auch nach diesem unvergesslichen Schützenfest Königin seines Herzens. Beide haben sich in den Augen derjenigen, die das Königsjahr mit Interesse verfolgt haben, große Anerkennung und Sympathie verdient. Amtierender König ist nun S.M. Rolf II. mit I.M. Birgit. Nicht nur diesen beiden zollten die anwesenden Gäste für die kurzfristige Übernahme eines schon verwaist geglaubten Thrones mit begeistertem Applaus Respekt, sondern auch Vizepräsident Thomas Lindgens für die bestandene Feuertaufe als Moderator an diesem Abend.

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