Rezepte-​Apps nicht kos­ten­los – Gratis-​Kochhilfen bie­ten Service gegen Daten

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – (vz​-nrw​.de) Spargel mal anders zube­rei­ten als mit Schinken und hol­län­di­scher Soße? 

Mit Hilfe von Smartphones oder Tablets kön­nen Hobbyköche im Supermarkt oder im Bio-​Laden spon­tan auf Suche nach den benö­tig­ten Zutaten für einen Spargelgratin mit Ziegenkäse gehen oder die Menge für einen Salat aus den gebra­te­nen Stangen mit Erdbeeren berech­nen las­sen. Zahlreiche Rezepte-​Apps lau­fen Kochsendungen und tra­di­tio­nel­len Kochbüchern durch ihren viel­sei­ti­gen und mobi­len Service den Rang ab: Die kuli­na­ri­schen Web-​Applikationen war­ten mit unzäh­li­gen Vorschlägen, detail­lier­ten Anleitungen, Zusatzinformationen, Einkaufslisten und Netzwerk-​Funktionen zum Kochen und Backen auf.

Hinter dem all­seits ver­füg­ba­ren Service ver­birgt sich meist ein cle­ve­res Geschäftsmodell: Die digi­tale Hilfe am Herd mit­tels Tablets und Smartphones gibt’s in der Regel nicht umsonst, auch wenn viele Apps als „kos­ten­los“ ange­prie­sen wer­den. Meist ist bei den Gratis-​Versionen nur eine kleine Rezept-​Auswahl zur Nutzung frei­ge­schal­tet. „Doch egal, ob eine Gratis- oder eine Kauf-​App zur hei­mi­schen Küchenhilfe wird: Die Nutzer bezah­len den Rundum-​Rezepte-​Service auf alle Fälle mit der Preisgabe ihrer Daten“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Damit Hobbyköchen bei der Anwendung nicht der Appetit auf Koch-​Apps ver­geht, emp­fiehlt sie vor dem Download fol­gende Hinweise zu beachten:

  • Reiz zur Nutzung durch viele Funktionen: Die Rezepte-​Sammlungen, die man sich als Web-​Programme im Pocket-​Format auf den mobi­len Alleskönner lädt, ste­hen zum Anklicken stets und über­all bereit. Die Zubereitung des Wunschgerichts lässt sich leicht auf die gewünschte Personenzahl umrech­nen. Eine inter­ak­tive Einkaufsliste mit sämt­li­chen Zutaten wird oft gleich mit­ge­lie­fert. Bewertungen und Erfahrungen von ande­ren Anwendern bie­ten eine hilf­rei­che Orientierung. Häufig ver­an­schau­li­chen zudem Bild- oder Videostrecken die Zubereitung in klei­nen Häppchen. Doch nach weni­gen Klicks ist es mit dem Koch-​Spaß bei den kos­ten­lo­sen App-​Varianten meist schnell vor­bei. Wer Appetit auf mehr Finessen und Funktionen hat, muss erst eine kos­ten­pflich­tige Vollversion oder gar ein Abo auf sei­nem Smartphone oder Tablet frei­schal­ten. Die Kosten hier­für rei­chen von 89 Cent für die Vollversion bis zu 10,99 Euro für sechs Monate.
  • Lukrative Plattform für Werbung und Vermarktung: Hinter ver­meint­li­chen Gratis-​Apps ver­ber­gen sich oft Handelsunternehmen, Lebensmittelhersteller oder bekannte Fernsehköche. Sie alle wol­len mit ihren digi­ta­len Rezepten poten­zi­elle Kunden für ihre oder die Produkte ande­rer Firmen anspre­chen. Die meis­ten Anbieter tun dies sehr unver­hoh­len: Sie gar­nie­ren ihre App-​Seiten mit Werbebannern und blen­den Werbefenster ein, die von den Nutzern erst weg­ge­klickt wer­den müs­sen, bevor sie das Programm wei­ter nut­zen kön­nen. Oder die Rezepte bezie­hungs­weise Einkaufslisten sind gespickt mit Zutaten und Produkten aus dem eige­nen Sortiment.
  • Ungeschützter Datenzugriff: Der Download einer Rezepte-​App ist meist mit einem unfrei­wil­li­gen Datenaustausch für den Nutzer ver­bun­den. Für die Bereitstellung inter­es­san­ter und mul­ti­funk­tio­nal nutz­ba­rer Rezepte erhält der Anbieter im Gegenzug Informationen über Essverhalten, Anzahl der Personen im Haushalt, Vorlieben, Einkaufsverhalten und finan­zi­elle Monatsausgaben. Denn mit dem Herunterladen einer App wer­den dem Anbieter oft diverse Zugriffe auf bestimmte Dienste und gespei­cherte Daten des Geräts erlaubt. Den Nutzern bleibt meist ver­bor­gen, zu wel­chem Zweck dies geschieht und was mit den abge­grif­fe­nen Daten von ihrem Smartphone oder Tablet pas­siert: Die elek­tro­nisch gene­rier­ten Daten-​Profile machen Hobbyköche zu Adressaten geziel­ter Werbeattacken. Wer regel­mä­ßig Koch-​Apps nutzt, kann eine Profilbildung erschwe­ren, indem er nicht eine, son­dern abwech­selnd unter­schied­li­che Applikationen verwendet.
  • Datenschutz-​Check vorab ein Muss: Vor dem Download einer Rezepte-​App aus dem App Store fürs Apple-​Gerät oder aus dem Google Play Store für das Android-​Pendant soll­ten Koch-​Fans bei den im Store beschrie­be­nen Funktionen nach Hinweisen suchen, bis zu wel­chem Punkt sie kos­ten­los sind. Frischgebackene App-​Anwender kön­nen an ihrem Smartphone oder Tablet über den Menüpunkt „Einstellungen” auch den Datenschutz ihres Gerätes erhö­hen. Bei Apple-​Geräten funk­tio­niert dies unter dem Menüpunkt „Datenschutz”. Dort kön­nen sie bis zu einem bestimm­ten Grad fest­le­gen, wer sich bei Standortdaten, Fotos und wei­te­ren Daten bedie­nen darf. Bei Android-​Geräten gibt’s bei dem Anwendungsmanager nur die Information, auf wel­che Daten und Funktionen zuge­grif­fen wird. Manuelles Einstellen ist hier nicht möglich.
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