Kaarst: Nachgefragt – Büttger Kinder wol­len sicher gehen

Kaarst-Büttgen – Seit 2009 gibt es in Kaarst das Projekt „Ja klar! Hier bist du sicher“ - Zwischenzeitlich sind mehr als 170 Geschäfte, Einrichtungen und Praxen Projektpartner und damit Anlaufstelle für Kinder in Not.

logo_ja_klar_262Sie alle haben eine Erklärung unterschrieben und übernehmen damit Verantwortung für Kinder, die sich in Notsituationen hilfesuchend an sie wenden. Solche Notsituationen eintreten, weil ein Kind sich verlaufen hat, es seinen Fahrradschlüssel verloren hat, es sich verfolgt oder bedroht fühlt oder aus einem sonstigen Grund Angst hat. Kurz, wenn Kinder mit einem aus ihrer Sicht allein nicht lösbares Problem konfrontiert werden.

Wichtig ist natürlich, dass die Kinder die Bedeutung des Logos kennenlernen, und so ist auch die Erkundung des Nahraums mit Blick auf „Ja klar! Hier bist du sicher“ ein Baustein des Präventionsprojektes „Stopp heißt Stopp“, welches Martina Bläser vom Bereich Jugend und Familie für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen anbietet.

Hier lernen die Kinder bei einer Ortsbegehung nicht nur die „Notinseln“ in ihrer Umgebung kennen, sie versuchen auch Geschäfte, die noch keinen Aufkleber haben als neue Partner und damit zukünftige Anlaufstelle in Notsituationen zu gewinnen.

Foto: Stadt Kaarst
Foto: Stadt Kaarst

In Büttgen ist das Präventionsangebot „Stopp heißt Stopp“ schon Tradition und so gibt es hier bereits 40 Anlaufstellen für Kinder.

In den Osterferien haben sich die Pinoccio-Kinder (Kinder im letzten Kindergartenjahr) des kath. Familienzentrums St. Aldegundis wieder als „Ja klar!-“ Detektive auf den Weg gemacht. In Anlehnung an das Medienprojekt der Stadt Kaarst „Kaarst verNetzt“, an dem auch die beiden Büttgener Kitas beteiligt sind, haben die Kinder mit Mikrofon und Digicam „bewaffnet“ einmal nachgefragt!

„Kennst du das Ja klar-Zeichen?“ fragte Hanna selbstbewusst. Und siehe da, die angesprochene Mitarbeiterin der Sparkasse war gut informiert. Gut informiert waren aber leider nicht alle befragten Geschäftsleute bzw. Mitarbeiter, die den „Ja klar Aufkleber“ an ihrer Tür hatten. So war einer Dame die Bedeutung des Zeichens nicht bekannt „Hab ich noch nie gesehen“, antwortete sie Jonas, der sofort auf ihre Scheibe zeigte und darauf hinwies „aber da ist doch der Aufkleber an deiner Tür....“

Auch bei den Passanten in Büttgen war der Informationsstand sehr unterschiedlich. Einige wussten gut Bescheid und konnten den Kindern sogar noch Tipps geben, wo diese weitere Anlaufstellen finden. Anderen wiederum mussten die Kinder des Familienzentrums Aldegundis erst einmal erklären, was es mit dem weiß-blauen Aufkleber auf sich hat.

Durch diese doch sehr unterschiedlichen Erfahrungen motiviert, werden nun Mitte Mai auch die Maxi-Kinder der städt. integrativen Kindertageseinrichtung Lichtenvoorderstraße losziehen und den Büttgenern auf den Zahn fühlen.

Fazit: Es ist immer gut, noch mal nachzufragen, aufmerksam zu machen und über Dinge zu sprechen!

Für die Kinder bleibt „Ja klar! Hier bist du sicher“ im Kopf, da sie mit einem allen Einrichtungen zur Verfügung stehenden und eigens für das Projekt entwickeltem Merkspiel auch im Kita Alltag damit Kontakt haben.

Übrigens - auch Privatpersonen können bei der Akquise neuer Anlaufstellen für das Projekt behilflich sein. Sprechen sie doch ihren „Kaufmann“ beim nächsten Besuch einmal an und fragen - sofern er noch keinen Aufkleber hat – nach, ob nicht auch er Anlaufstelle für Kinder in Not sein möchte. Wer kann da schon Nein sagen!

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