Rhein-​Kreis Neuss: Amtsarzt rät: Keuchhusten nicht auf die leichte Schulter nehmen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Das Gesundheitsamt des Rhein-​Kreises Neuss stellt gerade eine Zunahme von Keuchhustenfällen fest. 

2013 haben uns die Ärzte 48 Erkrankungen gemel­det, in den ers­ten zwei Monaten die­ses Jahres schon 16”, erklärt der Leiter der Abteilung „Infektionsschutz und Umweltmedizin”, Siegfried Hauswirth. In allen Fällen nimmt das Gesundheitsamt mit den Eltern der erkrank­ten Kinder oder mit den betrof­fe­nen Erwachsenen Kontakt auf und berät sie über die not­wen­di­gen Hygienemaßnahmen sowie Impfmöglichkeiten für die Kontaktpersonen.

Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten dür­fen Jungen und Mädchen erst fünf Tage nach Therapiebeginn mit Antibiotika wie­der besu­chen, wenn es der Gesundheitszustand zulässt. Ohne Behandlung ist frü­hes­tens drei Wochen nach Auftreten der ers­ten Symptome wie­der der Schulbesuch möglich.

Keuchhusten ist eine durch das Bakterium Bordetella per­tus­sis aus­ge­löste, sehr anste­ckende Infektionskrankheit der Atemwege, die im typi­schen Fall in drei Stadien ver­läuft. Die Zeit zwi­schen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt sie­ben bis 14 Tage. Keuchhusten befällt Menschen jeden Alters. Die Erkrankung hin­ter­lässt eine lang andau­ernde, aber keine lebens­lange Immunität. Der unvoll­stän­dige Impfschutz der Bevölkerung bewirkt eine rasche Ausbreitung der anste­cken­den Infektionserkrankung. Zu den all­ge­mei­nen Symptomen wie Unwohlsein und Fieber kom­men stak­ka­to­ar­tige Hustenanfälle. Keuchhusten geht mit einem mehr­wö­chi­gen Krankheitsverlauf ein­her. Zu den Komplikationen zäh­len Atemstillstand bei Säuglingen und Lungenentzündung.

Amtsarzt Dr. Michael Dörr rät daher allen Eltern zur Keuchhusten-​Impfung ihrer Kinder. Diese wird nach dem voll­ende­ten zwei­ten Lebensmonat als Bestandteil einer Kombinationsimpfung erst­ma­lig ver­ab­reicht. Für einen voll­stän­di­gen Impfschutz sind vier Grundimmunisierungen erfor­der­lich. Der heut­zu­tage ver­wen­dete Impfstoff ist sehr gut ver­träg­lich. Ernsthafte Nebenwirkungen sind extrem sel­ten. Infolge des nach­las­sen­den Erkrankungsschutzes soll­ten sich aber auch Erwachsene erneut gegen Keuchhusten immu­ni­sie­ren las­sen. Dazu wird der Keuchhusten-​Impfstoff in Kombination mit dem Tetanus- und Diphterie-​Serum ver­ab­reicht. Ein Informationsblatt zum Thema kann unter Telefon (0 21 81) 601 54 18 anfor­dert wer­den. Näheres im Internet: www​.rhein​-kreis​-neuss​.de.

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