Dormagen: Mehr Kinder – Stadt will 125 zusätz­li­che Plätze schaffen

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Mit einem Kraftakt will das städ­ti­sche Jugendamt zusätz­li­che Plätze in den Kindertagesstätten schaffen. 

Schon ab August sol­len die Einrichtungen in der Lage sein, ins­ge­samt 125 Kinder mehr auf­zu­neh­men. „Vor allem bei den über Drei­jährigen wird der Bedarf nach gegen­wär­ti­gem Stand erheb­lich stei­gen”, sagt Bürgermeister Peter-​Olaf Hoffmann. Auf die Stadt kom­men dadurch Mehrkosten von rund 470 000 Euro jähr­lich zu. Auch räum­lich und orga­ni­sa­to­risch wird es keine leichte Aufgabe, die Kindertagesstätten so schnell zu erwei­tern. Hoffmann: „Wir wer­den uns die­ser Herausforderung aber stel­len, denn Dormagen ist und bleibt eine kin­der­freund­li­che Stadt.”

In sei­ner nächs­ten Sitzung am 13. März wird der städ­ti­sche Jugendhilfeausschuss über den Bedarfsplan für das neue Kindergartenjahr ab August 2014 bera­ten. „Derzeit ist eine aus­rei­chende Versorgung im Stadtgebiet nach wie vor gewähr­leis­tet”, erläu­tert die zustän­dige Mitarbeiterin Elisabeth Gartz vom Jugendamt. Doch auch in Dormagen zeich­net sich wie in vie­len ande­ren Städten lan­des­weit die Notwendigkeit ab, neue Betreuungsplätze für über Dreijährige (Ü3) ein­zu­rich­ten. Ein Grund dafür ist, dass es der Stadt inzwi­schen nicht mehr erlaubt ist, noch freie Plätze für unter Dreijährige (U3) vor­über­ge­hend auch mit älte­ren Kindern zu beset­zen. „Diese Regelung des Landes gilt seit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem ers­ten Lebensjahr”, so Gartz.

Durch den Ausbau im U3-​Bereich sind auch die Gruppengrößen in den Kindertagesstätten ver­klei­nert wor­den. Darüber hin­aus geht das Jugendamt von einer all­ge­mein deut­lich stei­gen­den Nachfrage aus. „Die Kinder wer­den von den Eltern immer frü­her in die Betreuung gege­ben – zum Teil auch auf Druck der Arbeitgeber, die auf den heu­ti­gen Rechtsanspruch ver­wei­sen”, macht Gartz deut­lich. „Dadurch wächst auch der Bedarf im Ü3-​Bereich. Früher sind die Kinder ab dem drit­ten Geburtstag erst nach und nach mit dem Beginn des neuen Kindergartenjahres in die Einrichtungen gekom­men, heute sind sie in die­sem Alter zu gro­ßen Teilen schon da.”

Nach den Rückmeldungen aus den Kindertagesstätten geht das Jugendamt davon aus, dass stadt­weit 113 neue Plätze im Ü3-​Bereich geschaf­fen wer­den müs­sen. Weitere zwölf Plätze sind erfor­der­lich, um der wach­sen­den Nachfrage auch im U3-​Bereich ent­ge­gen zu kom­men. So sind in Dormagen-​Mitte und Rheinfeld vor­aus­sicht­lich 20 neue Plätze nötig. Hier ist im Einvernehmen mit der Schulkonferenz der Regenbogenschule vor­ge­se­hen, dort vor­über­ge­hend eine Ü3-​Gruppe unterzubringen.

In Delhoven hat die Verwaltung für den 11. März ein Gespräch mit dem Träger der Kindertagesstätte „St. Josef” ver­ein­bart. Darin wird geprüft, ob zusätz­li­che Platze in der Größenordnung einer hal­ben Gruppe erfor­der­lich sind. In Nievenheim und Delrath sind 50 neue Plätze vor­ge­se­hen, davon zehn in der Integrativen Kita an der Salvatorstraße. Für 40 Plätze besteht die Möglichkeit, das Gebäude der Kita „Villa Bunte Wolke” an der Gabrielstraße ent­ge­gen den bis­he­ri­gen Planungen auch über 2015 hin­aus zu nut­zen. In Horrem wer­den Unterbringungsmöglichkeiten für 40 wei­tere Kita-​Plätze gesucht. Dort erklärte sich das evan­ge­li­sche Sozialwerk bereit, die Trägerschaft für zwei Gruppen zu über­neh­men. In Hackenbroich soll der vor­han­dene Mehrbedarf in der Kita Nahestraße gedeckt wer­den. In Gohr zeigte sich die Kita St. Odilia schon zur Aufnahme von zehn wei­te­ren Kindern bereit, wenn dem katho­li­schen Träger dadurch keine Mehrkosten entstehen.

All diese Lösungsvorschläge wol­len wir jetzt zügig, aber ebenso sorg­fäl­tig mit Eltern, den Einrichtungen und den zustän­di­gen Ratsausschüssen bespre­chen”, so Bürgermeister Hoffmann. Die Verwaltung schlägt dem Jugendhilfeausschuss vor, den Kindertagesstättenbedarfsplan ent­spre­chend anzu­pas­sen, um die not­wen­di­gen Erweiterungen recht­zei­tig in Angriff zu neh­men. Stadtkämmerer Kai Uffelmann dem Rat auch kurz­fris­tig einen Vorschlag machen, wie die Zusatzkosten bei der Kita-​Versorgung finan­ziert wer­den sol­len. Hoffmann: „Da bei­ßen wir in einen sau­ren Apfel, aber das soll­ten uns die Kinder wert sein.”

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