Dormagen: Singpausen – Tannenbuschschule und St.-Nikolaus-Schule

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – So selbst­ver­ständ­lich wie Lesen und Rechnen soll für die Kinder in der Grundschule auch das gemein­same Singen sein. 

Dafür sorgt das Modellprojekt „SingPause”, das in Düsseldorf bereits erfolg­reich an 58 Grundschulen läuft. Im Rhein-​Kreis Neuss star­tet diese Initiative mit Unterstützung durch das Bundesbildungsministerium und die Rheinische Chorakademie (RCA) im Sängerkreis Neuss nun eben­falls. Die bei­den ers­ten betei­lig­ten Grundschulen sind die Tannenbuschschule in Delhoven und die St.-Nikolaus-Schule in Stürzelberg. Seit Januar macht dort jeweils eine Klasse zwei­mal wöchent­lich eine 20-​minütige Singpause. „Das kommt rie­sig bei den Kindern an”, berich­tet Singleiter Bert Schmitz. Auch die bei­den Grundschulleiterinnen Annelie Witte-​Schmale und Gerti Müller-​Baudrie beschrei­ben die ers­ten Erfahrungen als posi­tiv. „Die Freude der Kinder am Gesang ist deut­lich spür­bar”, lau­tet ihr bis­he­ri­ges Fazit.

Ermöglicht wird das Projekt „SingPause” vom Deutschen Chorverband, der aus einem Sonderfördertopf des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den Betrag von zehn Millionen Euro, ver­teilt auf fünf Jahre, zuge­spro­chen bekam. In der RCA nah­men sich Hubert Pane, Hans-​Jürgen Oeynhausen und Bert Schmitz der Sache an. Sie konn­ten Förderzusagen für die bei­den Dormagener Grundschulen errei­chen. „Mit Sorge beob­ach­ten wir den all­ge­mei­nen Trend, dass das gemein­same Singen heute immer mehr zurück­geht”, sagt Vorsitzender Bernd Hubert vom Sängerkreis Neuss. Dem möchte der Verband gemein­sam mit den Schulen entgegenwirken.

Der Weg von der ers­ten Idee bis zur Verwirklichung war dabei nicht leicht”, macht Hubert Pane deut­lich. Eine Fülle von Vorgaben galt es zu beach­ten. So ist eine frei­wil­lige Teilnahme der Schüler gefor­dert. Der Gesangsunterricht fin­det daher außer­halb der Unterrichtszeiten, aber durch­aus in der Schule statt. „Die umfang­rei­chen Formalitäten mögen ein wesent­li­cher Grund dafür sein, dass die Nachfrage nach Fördermitteln bei den Bundesverbänden eher gering ist”, so Pane. Das Förderprogramm für 2013 war am Jahresende kei­nes­wegs erschöpft

In Delhoven und Stürzelberg fiel die Initiative aber auf frucht­ba­ren Boden. „Der Unterricht in den Singpausen fin­det nach der so genann­ten Ward-​Methode statt. Von Stimmbildung über Gehörbildung bis zu Improvisation und der Entwicklung von Rhythmusgefühl wer­den hier viel­fäl­tige musi­ka­li­sche Fähigkeiten geför­dert”, erläu­tert Singleiter Schmitz, der die bei­den Startklassen betreut. Der Rhein-​Kreis Neuss ist bei die­sem Projekt eben­falls mit im Boot. „Wir unter­stüt­zen die Ausbildung der Singleiter in der Ward-​Methode, weil uns die Zukunft unse­rer hei­mi­schen Chöre und damit ein wich­ti­ges Stück Kulturerbe am Herzen liegt”, sagt Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes.

Singen gehört zum guten päd­ago­gi­schen Ton an unse­ren Dormagener Grundschulen”, erklärt Bürgermeister Peter-​Olaf Hoffmann für den Schulträger Stadt Dormagen. So för­dert neben dem Sängerkreis auch die städ­ti­sche Musikschule mit ihrem Projekt „Jedem Kind seine Stimme” das Singen an den Grundschulen. „Singen ist für viele Kinder der leich­teste Einstieg in die Welt der Musik. Die mensch­li­che Stimme steht als Musikinstrument auch jeder­zeit zur Verfügung”, sagt der Bürgermeister zum päd­ago­gi­schen Hintergrund.

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