Dormagen: Singpausen – Tannenbuschschule und St.-Nikolaus-Schule

Dormagen – So selbstverständlich wie Lesen und Rechnen soll für die Kinder in der Grundschule auch das gemeinsame Singen sein.

Dafür sorgt das Modellprojekt "SingPause", das in Düsseldorf bereits erfolgreich an 58 Grundschulen läuft. Im Rhein-Kreis Neuss startet diese Initiative mit Unterstützung durch das Bundesbildungsministerium und die Rheinische Chorakademie (RCA) im Sängerkreis Neuss nun ebenfalls. Die beiden ersten beteiligten Grundschulen sind die Tannenbuschschule in Delhoven und die St.-Nikolaus-Schule in Stürzelberg. Seit Januar macht dort jeweils eine Klasse zweimal wöchentlich eine 20-minütige Singpause. "Das kommt riesig bei den Kindern an", berichtet Singleiter Bert Schmitz. Auch die beiden Grundschulleiterinnen Annelie Witte-Schmale und Gerti Müller-Baudrie beschreiben die ersten Erfahrungen als positiv. "Die Freude der Kinder am Gesang ist deutlich spürbar", lautet ihr bisheriges Fazit.

Ermöglicht wird das Projekt "SingPause" vom Deutschen Chorverband, der aus einem Sonderfördertopf des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den Betrag von zehn Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre, zugesprochen bekam. In der RCA nahmen sich Hubert Pane, Hans-Jürgen Oeynhausen und Bert Schmitz der Sache an. Sie konnten Förderzusagen für die beiden Dormagener Grundschulen erreichen. "Mit Sorge beobachten wir den allgemeinen Trend, dass das gemeinsame Singen heute immer mehr zurückgeht", sagt Vorsitzender Bernd Hubert vom Sängerkreis Neuss. Dem möchte der Verband gemeinsam mit den Schulen entgegenwirken.

"Der Weg von der ersten Idee bis zur Verwirklichung war dabei nicht leicht", macht Hubert Pane deutlich. Eine Fülle von Vorgaben galt es zu beachten. So ist eine freiwillige Teilnahme der Schüler gefordert. Der Gesangsunterricht findet daher außerhalb der Unterrichtszeiten, aber durchaus in der Schule statt. "Die umfangreichen Formalitäten mögen ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Nachfrage nach Fördermitteln bei den Bundesverbänden eher gering ist", so Pane. Das Förderprogramm für 2013 war am Jahresende keineswegs erschöpft

In Delhoven und Stürzelberg fiel die Initiative aber auf fruchtbaren Boden. "Der Unterricht in den Singpausen findet nach der so genannten Ward-Methode statt. Von Stimmbildung über Gehörbildung bis zu Improvisation und der Entwicklung von Rhythmusgefühl werden hier vielfältige musikalische Fähigkeiten gefördert", erläutert Singleiter Schmitz, der die beiden Startklassen betreut. Der Rhein-Kreis Neuss ist bei diesem Projekt ebenfalls mit im Boot. "Wir unterstützen die Ausbildung der Singleiter in der Ward-Methode, weil uns die Zukunft unserer heimischen Chöre und damit ein wichtiges Stück Kulturerbe am Herzen liegt", sagt Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes.

"Singen gehört zum guten pädagogischen Ton an unseren Dormagener Grundschulen", erklärt Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann für den Schulträger Stadt Dormagen. So fördert neben dem Sängerkreis auch die städtische Musikschule mit ihrem Projekt "Jedem Kind seine Stimme" das Singen an den Grundschulen. "Singen ist für viele Kinder der leichteste Einstieg in die Welt der Musik. Die menschliche Stimme steht als Musikinstrument auch jederzeit zur Verfügung", sagt der Bürgermeister zum pädagogischen Hintergrund.

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