Rhein-​Kreis Neuss: Gesundheitsexperten rufen zur Impfung gegen Masern auf

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – In den bei­den ver­gan­ge­nen Jahren hat es dank der guten Impfpraxis durch die nie­der­ge­las­se­nen Ärzte keine Masernerkrankung im Rhein-​Kreis Neuss gegeben. 

Und mit einem Anteil von 79,5 Prozent der Zweijährigen mit zwei Impfungen liegt der Kreis an der Spitze einer Statistik des Zentralinstituts für kas­sen­ärzt­li­che Versorgung. Trotzdem hat Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky die Eltern auf­ge­ru­fen, im Kampf gegen Masern nicht nach­zu­las­sen. Schließlich lag die Zahl der Masernfälle in Nordrhein-​Westfalen vori­ges Jahr sechs­mal höher als 2012.

Masern sind kei­nes­wegs harm­los. Etwa eines von 1000 daran erkrank­ten Kindern erlei­det spä­ter als schwer­wie­gende Folge eine lebens­be­droh­li­che Hirnentzündung”, so Mankowsky. „Dagegen sind Komplikationen, die im Rahmen der Schutzimpfung auf­tre­ten kön­nen, extrem sel­ten”, ergänzt Dr. Michael Dörr, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Zuvor hatte der Gesundheitsausschuss des Landtags über die Notwendigkeit von Masernimpfungen diskutiert.

Gerade mit dem Ausbau von Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder und von Ganztagsschulen steigt die Wichtigkeit der Impfung – fürs Kind per­sön­lich und aus gesell­schaft­li­cher Verantwortung, weil es nie­man­den anste­cken soll”, sind sich Mankowsky und Dörr einig. Es gelte, auch die Erwachsenenimpfung ins Bewusstsein zu rücken sowie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und in schwie­ri­gen sozia­len Lagen zu errei­chen. „Was wir brau­chen, ist ein Komplettschutz über alle Generationen hin­weg”, so die Experten des Rhein-​Kreises Neuss.

Masern wer­den oft unter­schätzt, sind jedoch eine hoch anste­ckende Virusinfektion, bei der es zu gefähr­li­chen Komplikationen kom­men kann. Wie gefähr­lich die Krankheit ist, hatte etwa 2006 eine Epidemie gezeigt, in deren Verlauf rund 1700 Menschen in Nordrhein-​Westfalen erkrank­ten. In sie­ben Fällen kam es zu schwers­ten Komplikationen, die für zwei Menschen töd­lich ende­ten. „Wirksamen Schutz vor Masern bie­tet die Impfung. Dabei gilt der heute ein­ge­setzte Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln als gut ver­träg­lich”, erklärt Amtsarzt Dörr. Gelegentliche Reaktionen wie Hautreizungen oder Fieber seien natür­li­che Anzeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte bilde.

Kinder soll­ten zwi­schen dem elf­ten und 14. Lebensmonat zum ers­ten Mal gegen Masern geimpft wer­den. Die zweite Impfung sollte zwi­schen dem 15. und 23. Lebensmonat vor­ge­nom­men wer­den. Kinder und Jugendliche, denen die zweite Impfung fehlt, kön­nen diese nach­ho­len las­sen. Impfen las­sen kann man sich bei den nie­der­ge­las­se­nen Ärzten. Selbst Erwachsene, die nach 1970 gebo­ren sind und über einen nur unzu­rei­chen­den Masern-​Immunschutz ver­fü­gen, kön­nen noch nach­träg­lich geimpft wer­den. Die Krankenkassen über­neh­men in der Regel die Kosten. Fragen zum Thema „Masernimpfung” beant­wor­tet das Gesundheitsamt des Rhein-​Kreises Neuss unter Telefon (0 21 81) 601 53 00.

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