Dormagen: Eltern bekla­gen ver­füg­bare Kita-​Plätze in Delhoven

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Dormagen-​Delhoven – Eltern im Stadtteil Delhoven bemän­geln, dass ihr Kind trotz bestehen­den Rechtsanspruchs in Delhoven kei­nen Kindergartenplatz erhalten. 

Dies ist die Kernaussage des zwei­ter stell­ver­tre­ten­der Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) in einem offe­nen Brief an Bürgermeister Peter-​Olaf Hoffmann (CDU). Weiter ist Herr Lierenfeld der Ansicht, dass allen Kindern aus Dormagen in ihren Ortsteilen einen Kita-​Platz anzu­bie­ten sei.

Hier das Schreiben von Herrn Lierenfeld:

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Offener Brief an den Bürgermeister

Sehr geehr­ter Herr Bürgermeister Hoffmann,

Eltern aus Delhoven haben mir berich­tet, dass ihr Kind trotz des bestehen­den Rechtsanspruchs in Delhoven kei­nen Kindergartenplatz bekommt. Auch die Verweisung aus Ihrem Hause auf den Kindergarten in Straberg und den Waldkindergarten haben sich nicht als rea­li­sier­bar erwie­sen, so dass das Kind ab August ohne Kita-​Platz daste­hen wird.

Zudem kann ich Ihnen von wei­te­ren tra­gi­schen Einzelfällen berichte, bei dem die Eltern – wenn­gleich genau wie ihr Kind katho­lisch getauft – kei­nen Platz in dem katho­li­schen Kindergarten für ihr drei­jäh­ri­ges Kind bekom­men haben.

Ich bin der Auffassung, dass die Stadt Dormagen alle Anstrengungen auf sich neh­men muss, um allen Kindern unse­rer Stadt in ihren Ortsteilen einen Kita-​Platz anbie­ten zu kön­nen. Für die Erziehung unse­rer Kinder ist die Einbindung in ein enges sozia­les Umfeld von enor­mer Bedeutung.

Das Zusammenleben in nach­bar­schaft­li­cher Gemeinschaft und der gemein­same Besuch der Kita, bei dem auch für die Freizeit Freundschaften im unmit­tel­ba­ren Wohnumfeld geschlos­sen wer­den kön­nen, sind für die Entwicklung der Kinder von unschätz­ba­rem Wert.

Außerdem muss auch hier das Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege“ gel­ten. Dies sicher zu stel­len ist mei­ner Ansicht nach eine der wich­ti­gen Aufgaben der Stadt.

Ich for­dere sie daher auf, umge­hend mit dem katho­li­schen Kindergarten St. Josef in Delhoven Verhandlungen auf­zu­neh­men, um den Kindergarten kurz­fris­tig so her­zu­rich­ten, damit in einer wei­te­ren Gruppe alle Delhovener Kinder auf­ge­nom­men wer­den kön­nen. Dabei soll­ten Sie dem Träger der Einrichtung akzep­ta­ble Bedingungen wie die volle Kostenübernahme der zusätz­li­chen Gruppe anbieten.

Da ich befürchte, dass auch in den ande­ren Stadtteilen ähn­li­che Entwicklungen wie in Delhoven ein­tref­fen, bitte ich Sie, die mor­gige Anfrage der SPD-​Fraktion auch in die­sem Zusammenhang zu beantworten.

Mit freund­li­chen Grüßen
Erik Lierenfeld
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Eine ent­spre­chende Stellungnahme der Verwaltung liegt der Redaktion Klartext-​NE nun vor:

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Sehr geehr­ter Herr Lierenfeld,

Herr Beigeordneter Kai Uffelmann hat mich gebe­ten, Ihre offene Anfrage zu beant­wor­ten. Dieser Bitte komme ich gerne nach.

Ich möchte Ihnen mit­tei­len, dass ich bereits seit Wochen mit den Kindertageseinrichtungen im Versorgungsgebiet Delhoven/​Straberg in Kontakt stehe, um den tat­säch­li­chen Betreuungsbedarf zu eru­ie­ren. Derzeit läuft von Seiten der katho­li­schen Kindertageseinrichtung das Aufnahmeverfahren von Kindern. Für den 11. März habe ich einen Gesprächstermin mit dem Träger des Kindergartens St. Josef und wei­te­ren Beteiligten ver­ein­bart, um zu klä­ren, ob und in wel­chem Umfang zusätz­li­che Betreuungsplätze für Kinder über drei Jahren in Delhoven erfor­der­lich sind. Erste räum­li­che Lösungen wur­den dazu von hier aus schon ins Auge gefasst.

Über die Ergebnisse die­ses Gesprächs und die all­ge­meine Versorgung der Stadt Dormagen mit KiTa-​Plätzen mit beson­de­rem Blick auf den Ü3-​Bereich, die auch Gegenstand der aktu­el­len SPD-​Anfrage ist, wird die Verwaltung den Jugendhilfeausschuss plan­mä­ßig in sei­ner Sitzung am 13. März informieren.

Gestatten Sie mir noch einen Hinweis zu Ihrem Schreiben: Im Zusammenhang mit dem von Ihnen dar­ge­stell­ten Einzelfall spre­chen Sie von einem Rechtsanspruch der Eltern auf einen KiTa-​Platz „in Delhoven”. Ein sol­cher Rechtsanspruch auf einen KiTa-​Platz im eige­nen Stadtteil besteht nicht. Betreuungsplätze kön­nen selbst­ver­ständ­lich auch in den benach­bar­ten Stadtteilen in Anspruch genom­men werden.

Dennoch ist auch die Stadtverwaltung bemüht, den Eltern nach Möglichkeit einen KiTa-​Platz im eige­nen Stadtteil zu gewähr­leis­ten. Gegenstand der lau­fen­den Verhandlungen mit dem Träger der Einrichtung St. Josef ist im Bedarfsfall eine kurz­fris­tige Erweiterungslösung vor dem Beginn des nächs­ten Kindergartenjahres. Insofern ist die Aussage in dem von Ihnen genann­ten Einzelfall, das Kind werde „ab August ohne Kita-​Platz daste­hen”, der­zeit spe­ku­la­tiv bzw. nicht zutref­fend. Bis dato wurde immer eine Lösung im Sinne des Kindes und der Familie gefunden.

Mit freund­li­chen Grüßen
Im Auftrag

Elisabeth Gartz
Fachbereich 5/​Kindertagesbetreuung

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