Dormagen: Drei-​Brunnen-​Lösung für die Hauseigentümer im Unterdorf

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Die Lösung für die von Grundwassersorgen geplag­ten Hauseigentümer im Gohrer Unterdorf steht. 

Wir bauen drei statt der bis­her geplan­ten vier Förderbrunnen und kön­nen damit über­all, wo die Menschen sich mehr­heit­lich betei­li­gen, den ange­streb­ten Schutz vor dem Wiederanstieg des Grundwasser errei­chen.” Dies gab jetzt Bürgermeister Peter-​Olaf Hoffmann in einem gemein­sa­men Pressegespräch mit der „Arche Gohr” und dem Erftverband bekannt.

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Karte: Erftverband

123 Hauseigentümer hat­ten sich bis zum Jahreswechsel ver­trag­lich zum Mitwirken an dem so genann­ten „Kappungsmodell” bereit­erklärt. „Fast in allen betrof­fe­nen Gebieten wol­len die Hauseigentümer zu mehr als zwei Dritteln mit­ma­chen. Nur im Bereich In der Lüh wurde die Notwendigkeit dafür nicht gese­hen, dort hat ledig­lich ein Hauseigentümer unter­zeich­net”, erläu­tert Arno Neukirchen, Sprecher der „Arche Gohr”.

Die Arbeitsgruppe zur Lösung der Grundwasserproblematik setzte sich nach die­sem Ergebnis noch ein­mal zusam­men. Dabei einig­ten sich die Arche Gohr und die betei­lig­ten Behörden dar­auf, dass der nörd­lichste Förderbrunnen, der bis­her zum Schutz der Häuser „In der Lüh” vor­ge­se­hen war, ent­fal­len soll. „Wir neh­men den Schutz bis auf die Höhe der Karl-​Küffler-​Straße zurück. Diese ist jedoch noch voll inte­griert”, erläu­tert Reinhard Hauschild, ehren­amt­li­cher Leiter der Arbeitsgruppe.

Durchgerechnet wurde das neue Modell von den Experten des Erftverbandes. „In dem nun vor­ge­se­he­nen Gebiet kön­nen die Hauseigentümer mit min­des­tens den glei­chen Grundwasserabsenkungen wie bei der Vier-​Brunnen-​Lösung rech­nen”, bestä­tigt Stefan Simon, Abteilungsleiter Grundwasser beim Erftverband.

Eine wei­te­rer Nebeneffekt der jet­zi­gen Lösung: Da nur noch drei Förderbrunnen kos­ten­auf­wän­dig errich­tet und betrie­ben wer­den müs­sen, sinkt die erfor­der­li­che finan­zi­elle Eigenbeteiligung für die Hauseigentümer. Bisher war die Arbeitsgruppe davon aus­ge­gan­gen, dass bei der Vier-​Brunnen-​Variante und einer Mindestzahl von 150 Mitwirkenden ein Pro-​Kopf-​Betrag von 8240 Euro anfällt. Nun ver­rin­gert sich die­ser Betrag bei 120 Beteiligten auf 7900 Euro. Sollten 125 Bürger bei der Drei-​Brunnen-​Lösung mit­ma­chen, wären es nur noch 7600 Euro.

Es kann immer noch jeder Hauseigentümer in dem nun vor­ge­se­he­nen Gebiet ein­stei­gen. Die Frist zum Jahresende muss­ten wir nur set­zen, damit wir grund­sätz­lich Klarheit erhal­ten, ob die Gemeinschaftslösung zustande kommt”, betont Hauschild. Die Stadt Dormagen wird 20 Prozent der Kosten für den Bau und Betrieb der Förderbrunnen über­neh­men. Der Rhein-​Kreis Neuss betei­ligt sich mit zehn Prozent an den Investititonskosten. Sowohl Stadtrat als auch Kreistag haben dem bereits zugestimmt.

Nach mehr als zehn Jahren Arbeit ist der Durchbruch end­lich geschafft und wir kön­nen auf­at­men”, sagt Neukirchen. In den nächs­ten Tagen geht allen Hauseigentümern, die bis­her schon den Vertrag unter­zeich­net haben, noch ein­mal ein Schreiben der Stadt zu. Mit einer zwei­ten Unterschrift bestä­ti­gen sie dann die Anpassung der vor­han­de­nen Verträge an die Drei-​Brunnen-​Lösung. Nur der eine Unterzeichner im Bereich In der Lüh muss dabei aus­ge­nom­men wer­den. „Für ihn tut es uns sehr leid, denn er war einer der Ersten, die mit­ma­chen woll­ten”, bedau­ert Neukirchen. „Alle ande­ren Mitwirkenden haben jedoch den Vorteil, dass mit der Lösung in der Grundwasserfrage nun auch der schon ein­ge­tre­tene Wertverfall der Häuser im Unterdorf erheb­lich gemin­dert wird.”

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