Kreisgesundheitsamt: Warmwasser auf Legionellen tes­ten lassen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Das Kreisgesundheitsamt hat die Bürgerinnen und Bürger auf­ge­ru­fen, wach­sam im Kampf gegen Legionellen im Leitungswasser zu sein. 

Um die Gefahr durch die Bakterien ein­zu­däm­men, müs­sen die Vermieter von schät­zungs­weise 8000 bis 10 000 Mehrfamilienhäusern, die mit Großanlagen zur Trinkwassererwärmung aus­ge­stat­tet sind, ihr Warmwasser seit 2011 alle drei Jahre unter­su­chen las­sen. Dem Gesundheitsamt des Rhein-​Kreises Neuss wur­den 2011, als noch eine Meldepflicht bestand, aller­dings nur rund 1500 Gebäude ange­zeigt. An diese Bilanz erin­nert Diplom-​Ingenieur Siegfried Hauswirth, der Leiter der Produktgruppe „Infektionsschutz und Umwelthygiene”.

Wie viele ver­ant­wor­tungs­volle Hausbesitzer und Hausverwaltungen eine Wasseranalyse durch­füh­ren lie­ßen, ist nicht bekannt, weil ein­wand­freie Befunde nicht gemel­det wer­den müs­sen. Die Überschreitung des tech­ni­schen Maßnahmenwerts ist aller­dings unver­züg­lich anzu­zei­gen”, so Hauswirth. Viele Hauseigentümer müss­ten die Erstuntersuchungen schnellst­mög­lich nach­ho­len, ande­ren­falls drohe ein Bußgeld. Die Erfahrungen der Trinkwasserlabore zei­gen, dass in 15 Prozent der unter­such­ten Anlagen Überschreitungen des so genann­ten tech­ni­schen Maßnahmenwerts von 100 Legionellen pro 100 Milliliter Warmwasser vorkommen.

Bisher wur­den dem Gesundheitsamt des Rhein-​Kreises nur rund 100 Warmwasseranlagen mit Überschreitungen ange­zeigt. Diese Anlagen müs­sen nun tech­nisch über­prüft und gege­be­nen­falls saniert wer­den, um ein Gesundheitsrisiko für die Nutzer wei­test­ge­hend aus­zu­schlie­ßen”, so Hauswirth. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den dem Gesundheitsamt fünf Legionellose-​Fälle gemel­det, die auf Legionellen im Warmwassersystem zurück­zu­füh­ren waren. Dabei geht das Gesundheitsamt von einer hohen Dunkelziffer aus.

Eines stellt Dr. Michael Dörr, der Leiter des Kreisgesundheitsamts, aller­dings unmiss­ver­ständ­lich klar: „Sowohl Mineral- als auch Leitungswasser sind der Gesundheit zuträg­lich.” Die Gewinnung und Aufbereitung des Leitungswassers wür­den im Rhein-​Kreis Neuss in hoher Qualität vor­ge­nom­men und vom Gesundheitsamt über­wacht. „Es kann unein­ge­schränkt getrun­ken und für die Herstellung von Säuglingsnahrung genutzt wer­den”, sagt der Experte. Gleichwohl könne die Qualität des gelie­fer­ten Wassers durch uner­wünschte Substanzen oder gar Krankheitserreger aus der Hausinstallation beein­flusst wer­den. Deswegen sei der Kampf gegen Legionellen so wichtig.

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