Neuss: „Berufsparcours” – Praktische Erprobung von Ausbildungsberufen

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Neuss – Wissen erlan­gen, Kontakte knüp­fen, aber vor allem prak­tisch erfah­ren, was ein bestimm­ter Ausbildungsberuf erfor­dert: Diese Möglichkeiten bot der erste Neusser „Berufsparcours”, der an die­sem Mittwoch in der Gesamtschule an der Erft durch­ge­führt wurde.

2013-12-18_Ne_Berufsparcours_001450 Schülerinnen und Schüler waren ein­ge­la­den, 18 Berufe in einer Art „Minipraktikum” ken­nen zu ler­nen. Ermöglicht hat dies das gemein­same Engagement der Stadt Neuss, der Werhahn Stiftung sowie Metall NRW.

Nicht nur über Berufe reden, son­dern sie prak­tisch aus­pro­bie­ren und die Lust an unbe­kann­ten Berufen wecken: So lässt sich die Zielsetzung des Berufsparcours umschrei­ben, der heute zum ers­ten Mal in Neuss statt­fand.

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Herr Andreas Werhahn (Mitte) im Gespräch mit Vertretern der Schule

Für den Vorort anwe­sen­den Vertreter des Hauses Werhahn, Herrn Andreas Werhahn, ist die Tatsache, dass sich die Jugendlichen und künf­ti­gen Auszubildenden in einer bekann­ten Umgebung – in der Schule – mit den unter­schied­lichs­ten Angeboten befas­sen kön­nen ein erheb­li­cher Vorteil. „Wie müs­sen die Jugend abho­len” war die zen­trale Aussage des Unternehmers.

Entwickelt hat die­ses Format die Sozialunternehmerin Karin Ressel, die mit dem Technikzentrum Minden-​Lübbecke jähr­lich 200 Veranstaltungen durch­führt. „Viele Ausbildungsplätze wer­den nicht besetzt, weil die Unternehmen keine geeig­ne­ten Bewerber fin­den. Andererseits suchen viele Jugendliche hän­de­rin­gend einen Ausbildungsplatz”, so Frau Ressel. Für sie liegt dies vor allem daran, dass sich 90% aller Jugendlichen weder unter den Berufsbezeichnungen noch unter den Berufsinhalten etwas vor­stel­len kön­nen.

2013-12-18_Ne_Berufsparcours_019Genau dies will der Berufsparcours ändern – und zwar nicht durch Vorträge oder theo­re­ti­sche Erläuterungen, son­dern durch für die Berufe typi­sche Arbeitsproben. „Bei uns wird nicht gere­det, es wird gemacht”, betont Karin Ressel. Ein Ansatz, der auch die Werhahn Stiftung über­zeugt hat: „Unser zen­tra­les Anliegen ist es, die Entwicklung und per­sön­li­che Entfaltung von Kindern, Jugendlichen und jun­gen Erwachsenen zu för­dern, um ihnen ein eigen­ver­ant­wort­li­ches Leben zu ermög­li­chen”, sagt Helene Reuther, die Sprecherin der Stiftung. „Der Berufsparcours bie­tet Jugendlichen die Chance, Talente und Potenziale zu ent­de­cken, die sonst im Verborgenen blei­ben. Und hilft ihnen so, ihren eige­nen Weg zu fin­den.”

2013-12-18_Ne_Berufsparcours_006Und so funk­tio­niert der Berufsparcours: In einer Art Minipraktikum tes­ten für 10 Minuten etwa 8 Jugendliche gleich­zei­tig eine für die­sen Beruf typi­sche Arbeitsprobe. Die Schülerinnen und Schüler wer­den in drei Gruppen auf­ge­teilt, die nach­ein­an­der den Parcours absol­vie­ren. Jede Gruppe hat dann die Möglichkeit in 90 Minuten die Berufe aus­zu­pro­bie­ren. Typische Arbeitsproben sind zum Beispiel Steine pflas­tern, Tische ein­de­cken, Verbände anle­gen, Leitungsrohre ver­schrau­ben und vie­les mehr. Der Parcours wen­det sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 8–10 aller Schularten.

2013-12-18_Ne_Berufsparcours_016Alle Beteiligten hof­fen, dass der Berufsparcours sich zum Standardprogramm für Schulen, aber auch für Unternehmen ent­wi­ckeln wird. Die Zahlen spre­chen für sich: 700.000 Jugendliche und 3.000 Unternehmen haben bereits den Berufsparcours genutzt. 95% aller jugend­li­chen Teilnehmer ler­nen neue Berufe ken­nen.

Und über­wäl­ti­gende 99,5% aller betei­lig­ten Unternehmen sind zufrie­den mit den Ergebnissen des Parcours.

Auf Seiten der künf­ti­gen Ausbildungsstarter kam diese Art des „Minipraktikums” sehr gut an. Eine zen­trale Aussage war: Wir hät­ten gerne mehr Zeit gehabt.

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