Meerbusch: Illegale Elektroschrottsammler unter Druck

Meerbusch – Das konsequente Vorgehen der Stadt gegen illegale Sammler von Elektro- und Kühlgeräten in Meerbusch zeigt offenbar Wirkung.

Beim jüngsten konzertierten Einsatz mit Polizei, der Zollbehörde und dem Spezialentsorger Noex gab es – im Gegensatz zu den vorherigen Kontrollen – nur eine Sicherstellung mit Strafanzeige.

„Unser Vorgehen gleicht bisweilen einem Katz-und-Maus-Spiel, aber wir bleiben dran“, sagt Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Ordnung und Umwelt. Hinweise von Bürgern, die ihre Kühlschränke oder Elektrogeräte zur ordnungsgemäßen Abfuhr angemeldet hatten, weisen darauf hin, dass die Schrottsammler angesichts der verstärkten Kontrollen ihre Fahrten zunehmend in die späten Nachtstunden verschoben hätten oder auch zu Fuß unterwegs seien. „Aber auch darauf werden wir reagieren“, so Bechert.

Es handele sich nicht um romantische Sperrmüllsammler, sondern um gut organisierte Kriminelle, die eine Gefährdung der Umwelt billigend in Kauf nähmen. Über die Strafbarkeit ihres Handelns seien sich die Leute durchaus bewusst. Häufig – so haben die Zollbehörden festgestellt - ging der illegale Elektroschrotthandel mit der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben einher. „Die Akteure beziehen nicht selten Sozialleistungen und sind sehr geschickt darin, Gesetze zu umgehen.“

Der Gerätediebstahl – das Sammeln von Elektroschrott ist laut Gesetz nur noch autorisierten Entsorgern gestattet – ist die eine Seite der Medaille. "Demontage und Diebstahl der Kompressoren führen zu einer extremen Umweltverschmutzung", so Bechert. Hintergrund: Der Kühlkreislauf eines Gerätes, der bei der Demontage aufgeschnitten wird, enthalte im Durchschnitt 250 Gramm FCKW-haltiges Thermo-Öl. Ein einziger auslaufender Tropfen genüge, um bis zu 1.000 Liter Trinkwasser zu verseuchen.

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