Rhein-​Kreis Neuss: Höhere Mietobergrenzen für Hartz-​IV-​Empfänger

Rhein-Kreis Neuss - Wie hoch dürfen Mieten für Empfänger von Sozialleistungen wie Hartz-IV oder Grundsicherung für Senioren sein?

Verbindliche Antworten darauf gibt der vom Rhein-Kreis Neuss als Träger der Sozialhilfe 2011 erstmals vorgelegte "grundsicherungsrelevante Mietspiegel". Zwischenzeitlich wurde vom Kreis eine komplett neue Analyse der Situation am Wohnungsmarkt in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun in Form neu ermittelter Mietobergrenzen vor, die voraussichtlich ab März 2014 gelten sollen.

Höherer Mietwert und insgesamt höhere Verfügbarkeit von Wohnraum sind zentrale Inhalte des neuen Papiers. So soll der Mietpreis, den Sozialämter oder Job-Center im Rhein-Kreis Neuss übernehmen, um durchschnittlich 5,25 Prozent steigen. Mit den angehobenen Mietobergrenzen, betonte Landrat-Vertreter und Kreissozialdezernent Jürgen Steinmetz bei der Präsentation im Kreishaus Grevenbroich, wo der neue Mietspiegel dem Kreissozialausschuss zur weiteren Beratung vorgelegt wurde, erhöhe sich zugleich das Angebot speziell bei den am stärksten nachgefragten kleineren Wohnungen für 1- und 2-Personen Haushalte mit 50 bzw. 65 Quadratmetern Fläche.

Mit der Erhebung der Daten hat der Rhein-Kreis Neuss erneut die Hamburger Beratungsgesellschaft "Analyse & Konzepte" beauftragt. Zum Stichtag 1. Januar 2013 wurden allein 14.202 Bestandsmieten plus Neuvertrags- und Angebotsmieten erfasst. Bei 104 347 Mietwohnungen im Rhein-Kreis Neuss ergibt sich daraus eine repräsentative Erhebungsquote von 13,61 Prozent.

Dabei wurde das Kreisgebiet in sechs Vergleichsräume eingeteilt: Jüchen, Grevenbroich und Rommerskirchen bilden zusammen den Wohnungsmarkttyp I, Dormagen, Neuss, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch jeweils die Wohnungsmarkttypen II bis VI.

Für eine 50-Quadratmeter-wohnung zum Beispiel reicht die Spanne der Neufestsetzungen von maximal 389 Euro Bruttokaltmiete im Wohnungsmarkt Typ I (Jüchen, Grevenbroich, Rommerskirchen) bis 435 Euro im Wohnungsmarkttyp IV (Kaarst).

"Unser Ziel bleibt es, sozial verträglich und sozial gerecht zu handeln", so Steinmetz, der für den Kreishaushalt durch die neuen Mietobergrenzen mit einer Mehrbelastung von etwa 780 000 Euro rechnet. Mit den höheren Mietobergrenzen werde zudem ein Anreiz für die Schaffung von mehr sozialem Wohnraum geschaffen.

Zum neuen grundsicherungsrelevanten Mietspiegel wird der Kreissozialausschuss in seiner Februar-Sitzung eine Beschlussempfehlung fassen. Die Städte, Gemeinden und Wohnungsbaugesellschaften im Kreis hatten bereits im Vorfeld positive Reaktionen gezeigt.

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