Jüchen: IHK stellt Standortanalyse für Jüchen vor: Beste Chancen für Logistik, aber hoher Steuersatz

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Jüchen – Eine hervorragende Verkehrsanbindung und eine gute Arbeitsmarktentwicklung auf der einen, ein hoher Gewerbesteuerhebesatz und ein verbesserungsfähiges Stadtbild auf der anderen Seite.

Das sind die Kernergebnisse einer Standortanalyse der IHK Mittlerer Niederrhein für die Gemeinde Jüchen. Rund 80 Jüchener Unternehmer hatten sich an der IHK-Umfrage beteiligt und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihrer Gemeinde bewertet. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Porschen und Rainer Növer, IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik, stellten die Ergebnisse im Haus Katz vor und diskutierten anschließend mit Bürgermeister Harald Zillikens und Jüchener Unternehmern.

2013-09-27_Jue_Standortanalyse
Sie diskutierten über den Wirtschaftsstandort Jüchen (v.l.):
Markus Hamacher, Geschäftsführer des Autozentrums West, Moderatorin Marion Cürlis, Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Bürgermeister Harald Zillikens und Dr. Gadi Cegla, Geschäftsführer der Foster Chemicals GmbH. Foto: IHK

„Von 1998 bis 2012 hat die Gemeinde rund 500 zusätzliche Arbeitsplätze gewonnen – dies ist ein Beschäftigungsanstieg von 24 Prozent. Der Zuwachs ist deutlicher als in Nordrhein-Westfalen und im Rhein-Kreis Neuss“, rechnete Rainer Növer vor.

„Dieses gute Ergebnis hat Jüchen vor allem Neuansiedlungen aus dem Großhandels- und Logistikbereich zu verdanken.“ In dieses Bild passt auch, dass die Infrastruktur vom Großteil der Unternehmer als hervorragend eingeschätzt wurde.

„Auch die Nähe zu Kunden und Zulieferern wurde als wichtig und überdurchschnittlich gut eingeschätzt“, erklärte Porschen. „Das sind keine Selbstverständlichkeiten.“

Auf die Faktoren Lagegunst und Verkehrsanbindung sollte die Gemeinde auch weiterhin setzen, empfahl Porschen und bestärkte Bürgermeister Zillikens darin, das geplante Container-Terminal umzusetzen: „Wenn es Ihnen dann auch gelingt, das interkommunale Gewerbegebiet mit Grevenbroich zu realisieren, haben Sie sehr viel für den Wirtschaftsstandort Jüchen erreicht.“ Für das Terminal habe die Bezirksregierung Zustimmung signalisiert, entgegnete Zillikens und fügte hinzu: „Beim interkommunalen Gewerbegebiet sind wir noch nicht so weit, aber wir werden weiter dafür kämpfen.“

In der Diskussion mit den Unternehmern wurde die Höhe des Gewerbesteuerhebesatzes kritisch hinterfragt. „Mit 450 Punkten liegt Ihre Gemeinde sogar zehn Punkte über dem Hebesatz von Düsseldorf“, sagte Porschen. Bürgermeister Zillikens signalisierte Verständnis für die Kritik der IHK an der Gewerbesteuererhöhung 2012, erinnerte aber gleichzeitig an die schwierige finanzielle Lage Jüchens: „Wir hatten keine Wahl, sonst wären wir in die Haushaltssicherung abgerutscht.“ Dr. Gadi Cegla, Geschäftsführer der Foster Chemicals GmbH, der die grundsätzlich gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung lobte, gab zu bedenken: „Wir sind international aufgestellt, und wer global arbeitet, kann grundsätzlich überall investieren. Bei Investitionsentscheidungen schaut man durchaus auch auf die Steuersätze, das sind Kosten, die bedacht werden müssen.“

Ebenfalls als verbesserungswürdig wurde von den Unternehmern das Stadtbild bewertet. „Die Attraktivität der Innenstadt ist problematisch“, betonte Markus Hamacher, Geschäftsführer des Autozentrums West. „Daran müssen wir arbeiten, dann gelingt es vielleicht auch demnächst, Kunden aus Mönchengladbach nach Jüchen zu locken.“

Zum Abschluss betonte Bürgermeister Zillikens, wie wertvoll die Ergebnisse der IHK-Analyse seien, und forderte die Unternehmer in Jüchen auf, sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen: „Kommen Sie auf uns zu, wenn Sie Ideen für Projekte und Aktionen haben, die unsere Gemeinde voranbringen. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“

Die Standortanalysen Jüchen ist im Internet zu finden unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de, im Fenster „Dokumentsuche“ die Nr. 696 eingeben.

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