Neuss: Ende der VfR Neuss Tradition – Stadion soll schlie­ßen

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Neuss – Ende Juli 2013 soll, so der Wille der Stadt Neuss, der Spielbetrieb im Stadion an der Hammer Landstraße eingestellt werden. Als Begründung werden, wie gerne vorgeschoben, Sparzwänge angeführt.

Es gibt Einrichtungen/ Gebäude und Veranstaltungen deren Existenz eng mit Neuss verbunden sind. Welche eine direkte Identifikation mit dem Begriff "Heimat" herstellen. In Neuss wären das: Quirinus-Münster, Schützenfest und der VfR Neuss. Alles "alt" und "eingesessen". Niemand würde den Abriss des Münster fordern, mit der Begründung "alt und selten besucht". Die alljährlichen Kosten für das Schützenfest sind nie thematisiert worden. Beides wäre für jedes Ratsmitglied politischer Selbstmord. Der- oder diejenigen würde eine Verlagerung des Wohnortes empfohlen.

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Karte: OpenStreetMap

Es gibt nur ein zentral gelegenes Stadion in Neuss. Mit guten Verkehrsanbindungen und ausreichenden Parkmöglichkeiten: Das Stadion an der Hammer Landstraße. Beides ist für einen Verein, der wieder höhere Liga Spiele anstrebt, enorm wichtig.

Seit 2008 wird seitens der Stadt Neuss immer wieder ein Anlauf gestartet, das Grundstück anderweitig zu nutzen. Glauben die Damen und Herren im Rat wirklich, der Bürger hat kein Gedächtnis? So en passent wurde dem VfR-Sprecher Uwe Jansen bei einem Treffen mit Sportamtsleiter Uwe Talke die Schließung des Stadions mitgeteilt.

Erklärung des VfR Neuss zu diesem Thema:
„Die Politik hat uns - der Verwaltung - aufgetragen, dass wir 450.000 € einsparen müssen. Das geht nur, indem wir Sportanlagen schließen“, verrät Talke. „Und da das Stadion Hammer Landstraße die am wenigsten ausgelastete Anlage ist, soll sie zum 1.7.2013 geschlossen werden!“

Talke erklärt anschließend weiter, dass die Unterhaltung der Hammer Landstraße 150.000 € pro Jahr koste. Die Konsequenz für den VfR 06 wäre ein Umzug auf eine andere Sportanlage, ja sogar in einen weit entfernten Stadtteil. Talke: „Im Moment präferieren wir die Anlage in Weckhoven, dorthin könnte der VfR Neuss wechseln.“

Günter Thiele zeigt sich nach Verkündung der Hiobsbotschaft geschockt: „Das konterkariert natürlich nicht nur unser Jugendkonzept, sondern auch unsere Marketingstrategie, in die der potentielle Hauptsponsor das Stadion Hammer Landstraße mit seinen Möglichkeiten explizit eingeschlossen hatte!“

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Foto: VfR Neuss, Edwin Matheisen

Thiele geht noch weiter: „Auch unsere Bemühungen, mit attraktiven Freundschaftsspielen gegen Bundesligisten, dem VfR wieder auf die Füße zu helfen, wären dann natürlich fruchtlos. Denn Fortuna Düsseldorf beispielsweise hat sein Kommen auch von den hervorragenden Bedingungen an der Hammer Landstraße abhängig gemacht. Und die Gespräche mit anderen Erstligaklubs müssen wir jetzt erst mal auf Eis legen!“

Thiele bezieht seinen Unmut aber nicht nur auf die Situation beim VfR Neuss. „Vor zwei Jahren hat die Stadt den Vereinen die Mitverantwortung der Anlagen übertragen, so dass Trainer und Vereinsmitarbeiter sich neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch noch um die Plätze und Kabinen kümmern müssen. Einspareffekt: 200.000 €. Jetzt geht man an die Anlagen ran. Da wird das Stadion Hammer Landstraße nur die Spitze des Eisbergs sein.

Immer wird davon gesprochen, dass man zu wenig für die Kinder tue: Bewegungsmangel, Internetsucht etc. sind hier die Stichwörter! Aber den Vereinen, die sich um die Kinder kümmern und eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe übernehmen, wird förmlich die Luft abgeschnürt. Ständig werden Mittel gekürzt. Stattdessen versenkt man z.B. Millionen in Rennbahn und Romaneum. Mal ganz zu schweigen von den Millionen, die die Stadt mit ihren Zinswetten verloren hat.

Doch kampflos wollen sich Thiele und der VfR Neuss nicht ergeben: „Wir werden jetzt alles Mögliche mobilisieren und auch auf die Solidarität der Neusser mit diesem Traditionsklub setzen. Von Infoständen über Bürgerinitiative bis hin zum Bürgerbegehren, werden wir alle möglichen und nötigen Mittel bemühen, um diesen Standort zu retten! Wir werden auf die Straße gehen! Vielleicht lädt uns aber auch der zuständige Dezernent mal zu einem Gespräch ein.

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