Lebensversicherungen: Gesetzesänderung kann Tausende Euro kos­ten – Vorzeitiger Ausstieg lohnt fast nie

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(vz​-nrw​.de) Wer eine Police einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung in der Schublade hat, muss sich auf Einschnitte bei der Versicherungssumme ein­stel­len: Am 21. Dezember 2012 tritt eine Neuregelung für die Beteiligung an den Bewertungsreserven in Kraft.

Während Versicherte bei Vertragsende bis­lang an die­sen Buchgewinnen zu 50 Prozent betei­ligt wer­den muss­ten, kön­nen Versicherer diese zukünf­tig zum Teil für den Aufbau einer Sicherheitsreserve ein­be­hal­ten. Das bedeu­tet dann für Versicherte bei der Auszahlung ein Minus von bis zu eini­gen Tausend Euro. „Auch wenn das neue Gesetz für viele Versicherte Nachteile bringt, sollte man auf kei­nen Fall in Torschlusspanik ver­fal­len und vor­schnell aus dem Vertrag aus­stei­gen“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Die fol­gende Checkliste hilft bei der Entscheidungsfindung:

  • Vorsicht Kündigungsfrist: Auch wenn der Versicherungsvertrag noch vor dem 21. Dezember 2012 gekün­digt wird, kön­nen die Fallstricke des neuen Gesetzes in den meis­ten Fällen gar nicht umgan­gen wer­den. Denn aus Lebensversicherungen kann man oft nur zum Ende der Versicherungsperiode mit einer Frist aus­stei­gen. Deshalb sollte zunächst in den Vertragsbedingungen geprüft wer­den, wel­che Regelung für den eige­nen Vertrag gilt. In den meis­ten Fällen gibt es auch ange­sichts der neuen gesetz­li­chen Regelung über­haupt kei­nen Handlungsbedarf, weil eine wirk­same Kündigung vor dem 21. Dezember 2012 gar nicht mög­lich ist.
  • Vor- und Nachteile abwä­gen: Selbst für den Fall, dass eine Kündigung vor dem 21. Dezember 2012 wirk­sam wer­den könnte, bedeu­tet dies nicht auto­ma­tisch, dass sie auch wirt­schaft­lich sinn­voll ist. Zwar wür­den auf der einen Seite die Bewertungsreserven nach altem Recht noch zu Buche schla­gen, auf der ande­ren Seite müs­sen zu erwar­tende finan­zi­elle Nachteile eines vor­zei­ti­gen Ausstiegs gegen­ge­rech­net wer­den. So geht dann zum Beispiel der Schlussüberschuss für die ursprüng­lich ver­ein­barte Laufzeit ver­lo­ren. Und bei Lebensversicherungsverträgen, die vor dem Jahr 2005 abge­schlos­sen wor­den sind, wird das Steuerprivileg, dass deren Auszahlung nach einer Laufzeit von zwölf Jahren steu­er­frei ist, bei einer Kündigung aus der Hand gege­ben.
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