Planungs- und Umweltausschuss fasst Beschluss zum Stromtrassen-​Neubau: Gesundheit und Eigentum der Bürger ach­ten

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Rhein-Kreis Neuss – Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für den Ausbau einer Höchstspannungsleitung von Osterath bis Rommerskirchen hat der Planungs- und Unweltausschuss des Rhein-Kreises Neuss das Thema jetzt in einer Sondersitzung in Grevenbroich beraten.

Ergebnis ist, dass der Rhein-Kreis Neuss gegen die beantragte Form der Leitungsverlegung Bedenken erhebt und in besonders sensiblen Trassenabschnitten auch ein Leitungsneubau in Form von Erdkabeln geprüft werden soll.

Einigkeit, so Landrat-Vertreter Jürgen Steinmetz zur Sitzungseröffnung, bestehe darin, dass alle Möglichkeiten genutzt werden sollten, die Energiewende in Deutschland voranzubringen. Lösungen dazu würden aber im breiten Konsens und unter Berücksichtigung der berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger gebraucht. Der Minimierung der Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Landschaftsbild sowie einer möglichst großen Akzeptanz komme "herausgehobene Bedeutung" zu, betonten auch die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses. So legte das Fachgremium in seinem unter dem Vorsitz von Walter Boestfleisch einstimmig gefassten Beschluss Wert auf Lösungen, die "die Gesundheit und das Eigentum der Bürger achten".

Der derzeit vorgesehene Leitungsbau erstreckt sich im Kreisgebiet über 30 Kilometer und berührt insbesondere in Kaarst und Neuss-Reuschenberg sowie bei Gut Lohhof und Gubisrath in Grevenbroich sensible Bereiche mit geringem Abstand zur Wohnbebauung. Nach Anhörung der Antrag stellenden Amprion GmbH, der Bürger-Initiativen Pro Erdkabel Neuss-Reuschenberg, Gut Lohhof Grevenbroich und Pro Kabel Kaarst sowie einem Experten-Vortrag von Professor Dr. Frank Jenau von der Technischen Universität Dortmund zum Thema Hochspannungsleitungstechnik hatten die Ausschussmitglieder Bedenken gegen die Leitungsverlegung in der beantragten Form.

"Mögliche Gesundheitsgefahren - etwa durch elektrische/magnetische Felder - sind auszuschließen, Beeinträchtigungen des Eigentums zu minimieren und gegebenenfalls auszugleichen", heißt es in dem daraufhin gefassten Beschluss, der die weitere Prüfung folgender Varianten fordert:

Verschwenkung der Höchstspannungsfreileitung und Konzentration auf eine Trasse, die den Abstand zu der Wohnbebauung vergrößert und gleichzeitig eine Gleichstromleitung und eine Wechselstromleitung auf einem Mast vorsieht.
Erdverkabelung in den sensiblen Bereichen.

Damit spricht sich nach den Städten Kaarst und Neuss auch der Kreis grundsätzlich für eine partielle Erdkabellösung und gegen eine komplett oberirdische 380-kV-Höchstspannungsleitung aus.

Quelle: R-K Neuss

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