Jüchen: Grußwort zu Weihnachten und zum Jahreswechsel 2011/​2012

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Jüchen – Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Das Jahr 2011 hat uns in Dormagen ein Wechselbad der Gefühle bereitet. Wir haben gefeiert und uns gefreut beim Rheinischen Schützentag, der vom BSV Dormagen zu einer erstklassigen Werbeveranstaltung für unsere Stadt inszeniert wurde. Es gab auch andere eindrucksvolle Großereignisse wie die beiden 100-jährigen Jubiläen des FC Zons und des Feuerwehr-Löschzugs Straberg.

Die Entwicklung unserer Stadt ist in vielen Bereichen positiv verlaufen. Bester Beleg ist die weiter gesunkene Arbeitslosenquote, die aktuell bei 4,4 Prozent liegt. Unsere Gewerbesteuereinnahmen bewegen sich auf einem Höchststand seit mehr als zehn Jahren. In der Wirtschaftsförderung verzeichnen wir neben hohen Investitionen im Chempark zahlreiche neue Firmenansiedlungen. Wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk war etwa die im November verkündete Entscheidung des koreanischen Werkzeugmaschinen-Herstellers Doosan, seinen deutschen Vertriebssitz mit 50 Mitarbeitern von Langenfeld nach Dormagen zu verlegen.

Unsere Innenstadt ist mit dem im Frühjahr eröffneten Kö-Center zusätzlich aufgewertet worden. Der Rat der Stadt Dormagen hat zudem die politischen Beschlüsse für einen Meilenstein der Stadtentwicklung gefasst: Für den Umbau des Dormagener Bahnhofs sind alle genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen vorhanden, so dass dieses Projekt im nächsten Jahr beginnen kann, wenn hoffentlich die Landeszuschüsse fließen.

Die neue Ringerhalle am Bahnhof, das Feuerwehrgerätehaus in Zons und die beiden Park&Ride-Plätze am Nievenheimer Bahnhof sind weitere Errungenschaften, die uns aus dem zurückliegenden Jahr in Erinnerung bleiben werden.

Neben all diesen positiven Aspekten hat uns 2011 aber auch die bittere Erkenntnis gebracht, dass sämtliche Bemühungen der Stadt Dormagen um eine verantwortungsvolle Haushaltsführung und Einnahmeverbesserungen nicht ausreichen, um dem landesweiten Problem der Unterfinanzierung der Kommunen entgegenzusteuern. Durch hohe Ausfälle bei den Gemeindefinanzierungsmitteln werden wir im kommenden Jahr erneut in die Haushaltssicherung kommen, aus der wir uns erst 2008 unter vielen Mühen befreien konnten. Die Auswirkungen dieser Entwicklung wird jeder von uns zu spüren bekommen. Ein Haushaltssicherungskonzept ist nun von Rat und Verwaltung zu erarbeiten.

Es hilft aber nichts, Dormagen im Zuge der – nicht selbst verschuldeten – Krise kaputt zu sparen. Gerade im Zeichen des demografischen Wandels müssen wir alles tun, um die Attraktivität unserer Stadt zu erhalten. Dormagen hat hervorragende Zukunftschancen. Dies hat uns das renommierte Beratungsunternehmen Prognos in diesem Jahr in einer Erwerbstätigenprognose bestätigt. Die Gutachter gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze in unserer Stadt bis 2025 um etwa 2500 steigt, während die Zahl der Arbeitskräfte vor Ort abnehmen wird. Dormagen entwickelt sich von einer Auspendler- zu einer Einpendlerstadt. Hier müssen wir die Chance nutzen, die künftigen Einpendler zu Einwohnern zu machen – das heißt, sie von der Qualität unseres Wohnorts zu überzeugen.

 

Mein Dank gilt allen Dormagenern, die sich auch im zurückliegenden Jahr wieder in vorbildlicher Weise ehrenamtlich für unser Gemeinwesen eingesetzt haben. Der enge Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in unserer Stadt sind einer unserer großen Vorteile im Konkurrenzkampf mit den benachbarten Großstädten.

Eine herzliche Bitte habe ich aus aktuellem Anlass an alle, denen Dormagen wirklich am Herzen liegt: Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, ein friedliches Miteinander in unserer Stadt zu erhalten. Die Nachrichten über den Rechtsterrorismus und rassistische Anschläge in unserem Land haben uns in den vergangenen Wochen alle schockiert. Ich habe im Zuge dieser Diskussion bitter erfahren müssen, wie viele Todesopfer rechtsextremistischer Straftaten es auch bei uns in Nordrhein-Westfalen gegeben hat. Noch weitaus höher ist die Zahl der von rechten Schlägern verübten Körperverletzungsdelikte. Nie hätte ich gedacht, dass wir in unserem Land noch einmal derart hässliche Nazi-Fratzen erleben müssen. Das ist erschreckend und beschämend.

Die Gefahren durch rechtsextremistisches Gedankengut können wir auch in Dormagen nicht negieren. Wohin solches Gedankengut letztlich führt, zeigen die jetzt aufgeklärten Morde. Ich erinnere mich deshalb noch gut an die Worte, die uns der katholische Pfarrer Peter Stelten und sein evangelischer Amtskollege Frank Picht zu Beginn der neuen Ratsperiode mit auf den Weg gegeben haben. Sie mahnten uns, dass vor Gott alle Menschen gleich sind – unabhängig von ihrer Herkunft. Dies ist auch ein wichtiger Teil der Botschaft, die uns das weihnachtliche Fest der Nächstenliebe verkündet.

 

Ich wünsche Ihnen allen frohe und gesegnete Festtage und einen guten Rutsch in 2012. Möge das neue Jahr Ihnen und unserer Stadt Glück und Erfolg bringen.

Peter-Olaf Hoffmann

Bürgermeister

 

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