Dormagen: Moorschnucken gra­sen an der B9 (Foto)

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Dormagen - Ein idyllisches Bild bietet sich Spaziergängern jetzt in dem Grünzipfel zwischen der Bundesstraße 9 und dem nördlichen Ende der Krefelder Straße. Während oben der Verkehr vorbeirauscht, grasen in der natürlichen Senke friedlich Schafe.

Nicht irgendwelche mähenden Vierbeiner, sondern eine heute vom Aussterben bedrohte Rasse: die weiße gehörnte Moorschnucke. „Das sind richtige Brennnesselfresser“, sagt Schäfer Gianmaria Mossa. Zusammen mit dem Zonser Peter Norff hat er in Abstimmung mit dem städtischen Umweltteam und der Kreisverwaltung die Weidebewirtschaftung der Flächen übernommen.

Auch eine Streuobstwiese wurde vom Rhein-Kreis Neuss in dem rund 1,2 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet angelegt. Zu den bereits vorhandenen Baumbeständen sind inzwischen 25 Apfel-, Kirsch- und Birnbäume hinzugekommen. Zum Schutz der weidenden Tiere ließ der Kreis das Naturrefugium einzäunen. Die Stadt sorgte zuvor dafür, dass das Gelände von illegalen Müllabladungen befreit wurde. „Jetzt ist hier ein richtig wertvolles Biotop entstanden“, freut sich der Leiter des städtischen Umweltteams, Jürgen Reith.

Die heimlichen Stars auf dem Gelände sind die Moorschnucken. Was kaum jemand weiß: Die Tiere sind fleißige Landschaftspfleger und tragen zu einer artenreichen Entwicklung bei. „In ihrem Fell transportieren sie zum Beispiel Samen und Insekten von einer Weidefläche zur anderen. Das sind richtige Taxis“, bringt Mossa es auf den Punkt. Auch die Biologische Station arbeitet deshalb vielfach mit den Schäfern zusammen. Das städtische Umweltteam bittet alle Bürger mitzuhelfen, das Landschaftsschutzgebiet an der B 9 in seinem heutigen pfleglichen Zustand zu erhalten.

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