Neuss: Jusos: Napp soll Gemeinschafts- und Gesamtschule prü­fen

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Neuss - Die Neusser Jusos bitten Bürgermeister Herbet Napp trotz gegenteiligem Ratsbeschluss die Errichtung eine Gemeinschaftsschule oder einer weiteren Gesamtschule in Neuss zu prüfen. „Der Bedarf an Gesamtschulplätzen ist seit Jahren konstant“, stellt der Juso-Vorsitzende Michael Ziege fest.

„Und trotz dritter Gesamtschule liegt das Angebot immer noch deutlich hinter dem Bedarf.“ Die CDU/FDP-Koalition hatte im Rat einen SPD-Prüfauftrag zu Gemeinschafts- und Gesamtschule abgelehnt. Für die SPD-Initiative hatte nicht nur die vereinigte Opposition, sondern auch der Bürgermeister gestimmt. Die Jusos hoffen jetzt auf Napps Unterstützung. „Der Bürgermeister ist seiner Partei bei dem Thema voraus und unterstützt die fortschrittlichere SPD-Schulpolitik“, kommentierte Ziege. Der Juso-Vorsitzende bemängelte die reaktionäre Haltung von schwarz-gelb. „Bei diesem wichtigen Thema darf es keine Denkverbote geben“, erklärte Ziege „Schule ist im Wandel und der muss gestaltet werden.“

Bereits für die Errichtung der dritten Gesamtschule hatte sich die Jusos sehr stark gemacht und mit eigenen und gemeinsamen Aktionen die Unterschriftensammlung des Stadtelternrats unterstützt. Dafür haben die Jusos auch gute Gründe. „In den letzten neun Jahren haben sich jedes Jahr durchschnittlich 509 Kinder an einer Gesamtschule in Neuss angemeldet“, erklärt Ziege und stellt weiter fest, dass es derzeit höchstens 340 Plätze gibt. „169 abgewiesene Kinder jedes Jahr sind einfach ein Skandal“, so der Juso-Vorsitzende. Dennoch sei der Schulentwicklungsplan lediglich die Fortschreibung eines reines Zahlenwerkes, ohne Nennung der notwendigen Perspektiven und Konsequenzen, kritisieren die Jusos. „Die Verwaltung bleibt eine fachliche Aufarbeitung der Neusser Schullandschaft schuldig und die Ratsmehrheit hat sogar Angst davor“, so Ziege weiter. „So wird Neuss niemals eine moderne Schullandschaft entwickeln können.“

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