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Kommentar: Chefredakteur vom Neuss Werbeanzeiger schasst Unschuldigen?

21. Juni 2016 | Von | Kategorie: Kommentar, Neuss-lokal.de

Neuss – Am Samstag, den 07. Mai 2016, stürzte sich der Chefredakteur des Neusser Werbeanzeigers in seiner unnachahmlichen Art, die Ihm schon eine rechtskräftige Verurteilung wegen „polemischer Berichterstattung“ einbracht, auf ein neues „Machwerk“.

Mit einer entsprechenden Schlagzeile (auf der Titelseite) erschien das „Machwerk“ am Samstag, den 07. Mai 2016: „Vergewaltigung mit Messer: Afrikaner zwingt junge Frau in seine Wohnung …„.

Die opulent aufbereiteten Ausführungen des Chefredakteurs, ergänzt mit einem Foto einer in panischer Auflösung befindlichen Frau, zeugen von einer aufgebauschten Dramaturgie. Was hilft es da noch, wenn gute Mitarbeiter eine journalistisch seriöse Arbeit abliefern: Dieser Mann reißt alles ins Bodenlose.

Der Aufmacher: (Zitate)

„Der brutale Vergewaltiger, ein Migrant aus Liberia (Afrika), lebt schon seit 20 Jahren in Neuss. Der 45-jährige Drogenkonsument wartete mit einem Messer auf sein Opfer. Aus einem Horrorfilm wurde bittere Realität.“

Jetzt soll in der Dramaturgie eine positive Verbindung zum Opfer aufgebaut werden:

Eine junge Frau hat für die Redaktion dieser Zeitung gearbeitet, eine andere für einen Stadt-Kurier-Redakteur Musik gemacht und ihm manchmal die Haare geschnitten.

Spannung wird aufgebaut und der „böse, schwarze Mann“ kommt ins Spiel.

Eine Heimfahrt, die für Martina S. (25) in einem Albtraum endete.
Gegen 1.30 Uhr, kurz vor ihrer Haltestelle, wird laut Polizei ein Schwarzafrikaner (45) aus Neuss auf die hübsche Frau aufmerksam.

Der Tatverlauf, mit ausführlichen Schilderungen durch Dritte.

Der Täter hat unsere Freundin mit einem Messer bedroht. Er hat sie gezwungen, ihm zu seiner Wohnung zu folgen“, so Martinas beste Freundin gegenüber dem Stadt-Kurier. Auf der
Uerdinger Straße steht das Horror-Haus. Direkt an der Haltestelle.

Die junge Frau konnte sich nach der brutalen Vergewaltigung befreien und schrieb sofort eine Whatsapp-Nachricht an ihre Freundinnen, die sie dann auf der Flucht – sie war völlig verstört – aufgriffen. Das Opfer wird in einer Spezialklinik behandelt.

Zurück zu einer sachlich und faktisch korrekten Berichterstattung. Ob und was an dieser Nacht tatsächlich vorgefallen ist, bleibt unbekannt. Ob und was der jungen Frau widerfahren ist, wissen wir nicht.

Auf Nachfrage der Redaktion Klartext-NE.de äußerte sich der bearbeitende Staatsanwalt, Oberstaatsanwalt Axel Stahl, zum Stand der Ermittlungen am heutigen Dienstag, den 21. Juni 2016.

Kurzfassung:

Das Verfahren gegen den Tatverdächtigen wurde eingestellt, zumal es entlastende Indizien zugunsten des Verdächtigen gab.


ots – POL-KR: Vergewaltigung am Samstagmorgen – 01.05.2016 – 14:33

Hier der Originalwortlaut des Staatsanwaltes an die Redaktion:

Das aufgrund des von Ihnen benannten Lebenssachverhalts eingeleitete Ermittlungsverfahren des Staatsanwaltschaft Krefeld ist durch Verfügung vom 7. Juni 2016 gemäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden, weil nach Ausschöpfung aller Ermittlungsansätze nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden konnte, dass es durch den die Tatvorwürfe bestreitenden Beschuldigten zum Nachteil der Anzeigenerstatterin zu einer verfolgbaren Straftat gegen deren sexuelle Selbstbestimmung gekommen ist.

Diese Sachentscheidung erfolgte vor dem Hintergrund, dass die Ermittlungen auch den Beschuldigten entlastende Indizien ergeben haben und im Übrigen eine Aussage gegen Aussagesituation vorlag, die dadurch gekennzeichnet war, dass der Beschuldigte den Tatvorwurf bestritten hat und weitere unmittelbare Tatzeugen – abgesehen von der ihn belastenden Anzeigenerstatterin – nicht vorhanden sind.

Bei einer solchen Beweislage konnte nach den durch die obergerichtliche Rechtsprechung definierten Maßstäben nicht von der für die Anklageerhebung erforderlichen Verurteilungswahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Mithin musste nach dem Legalitätsprinzip das Verfahren eingestellt werden.  

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