++ Anzeige ++
Neuss — Seit nun­mehr 25 Jahren ist es Tra­di­tion, dass im beschau­li­chen Neuss-Grefrath die Kin­der­gar­ten­kinder ihren eigenen Schüt­zen­könig proklamieren.

Zwar wird nicht “geschossen”, son­dern “erworfen”, was jedoch völlig akzep­tiert wird.

Der Umzug erfolgte bei strah­lendem “Königs­wetter” und in pracht­vollen Kos­tümen und Uni­formen. Sicht­lich stolz und für das Alter der “Schützen” sehr aus­dau­ernd und dis­zi­pli­niert wurde der nicht beson­ders kurze Zugweg, für die Länge der Kin­der­beine, klaglos absol­viert. Ziel war die Kirmes auf dem Schüt­zen­platz, wo durs­tige Kehlen mit Limo­nade ver­sorgt wurden. Hoch­ach­tung an dieser Stelle für die “Kleinstschützengilde”.

mehr Bilder hier

Hier ein Über­blick, von Han­ne­lore Stef­fens, wie alles begann.

Gre­frath rüs­tete zum Schüt­zen­fest und auch wir im Kin­der­garten pflegten natür­lich das Brauchtum. Hüte, Zylinder, Trom­meln, Gewehre und andere Uten­si­lien wurden mit den Kin­dern gebas­telt. „Wir machen auch einen Umzug.“ Das fand unser Dorfs­he­riff gar nicht so toll. „Wie stellt ihr euch das vor, dafür benö­tigt ihr eine Geneh­mi­gung vom Amt und das geht nicht inner­halb von 3 Tagen.“

Nun gut, wir mar­schierten also nur ums Haus und im Garten fand eine Parade statt. In den Köpfen der Erwach­senen wurde das Thema Schüt­zen­fest­umzug erst einmal zwi­schen­ge­la­gert, aber im nächsten Jahr kam pünkt­lich vier Wochen vor dem Termin die bean­tragte Geneh­mi­gung zur Nut­zung der Straße zwecks Kindergartenschützenfestzug.

Nun konnten die Vor­be­rei­tungen beginnen. König aus­schießen (werfen), Klei­dung für Schützen und Hof­staat bereit­legen, Hüte, Gewehre, Blu­men­hörner, Sträuße, Trom­meln usw. bas­teln. Dadurch, dass kein Fundus vor­handen war, musste vieles impro­vi­siert werden. Z. B. wurden weiße Hosen aus Bett­laken oder abge­legten großen Schüt­zen­hosen genäht, lange Röcke und Stolen von Müt­tern und Groß­müt­tern oder Nacht­hemden wurden zu langen Klei­dern umfunk­tio­niert, ein Ste­cken­pferd ersetzte das Pony etc.

Jedes Jahr kamen Neue­rungen hinzu: aus säge­r­auhen Bret­tern (vorher Ver­pa­ckung für Glas­scheiben) wurden Gewehre, die Mäd­chen bekamen schö­nere Kleider und das Ste­cken­pferd wurde durch Pony oder Pferd ersetzt. Die künst­li­chen Blumen hatten aus­ge­dient als Frau Spelter aus Dirkes jedes Jahr fri­sche Sträuß­chen für die Hof­damen lieferte.

Im Laufe der 25 Jahre musste vieles repa­riert und ergänzt werden und auch heute wird vor Schüt­zen­fest der gesamte Bestand begut­achtet. So einige Dinge ver­schwanden das ein oder andere Mal auf wun­der­same Weise und mussten ersetzte werden.

Start für die Akti­vi­täten war und ist auch heute noch das Vogel­schießen (Werfen). Oft gab es Tränen, wenn es nicht klappte und ein anderer König wurde, obwohl man es doch so gerne geworden wäre. „Was werde ich
denn?“ war eine oft gestellte Frage. Bei vielen Kin­dern kein Pro­blem. „Ich werde Jäger wie mein Papa oder Opa.“ Manchmal hörte man auch: „Ich werde auf keinen Fall Sap­peur, so‘nen doofen Hut mit Klo­bürste setze ich nicht auf.“ Dann wurde die wich­tige Funk­tion der Sap­peure erklärt. Auch der Umgang mit Gewehr oder Beil war Bestand­teil der Erläu­te­rungen oder aber die Frage, wel­chen Ursprung das Schüt­zen­wesen hat.

++ Anzeige ++


Ähnliche Artikel: 

  1. Neuss: Schüt­zen­umzug der Kin­der­gar­ten­kinder in Gre­frath (Bilder)
  2. Neuss: 14:58 Uhr: Schwerer Ver­kehrs­un­fall auf dem Gre­fra­ther Weg
  3. Neuss: Gestoh­lener PKW brannte voll­ständig aus (Bilder)
  4. Neuss: Bal­kon­brand in Erfttal (Bilder)
  5. Neuss: Schüt­zen­fest in Gre­frath zum 2. (Bilder)
  6. Neuss: Bus­um­lei­tung wegen Schützenumzug
  7. Neuss: Sat­telzug, mit Rot­wein beladen, kam von der Fahr­bahn ab (Bilder)
  8. Neuss: Fron­tal­zu­sam­men­stoß (Bilder)