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30 Apr 2010
Dormagen — Auf den mit Rizinusschrot gedüngten Flächen im Stadtteil Rheinfeld ist der Giftstoff Rizin nicht mehr in bedenklichen Konzentrationen vorhanden. Dies ergaben erneute Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts im Auftrag der Technischen Betriebe Dormagen.
„Die Messergebnisse liegen in den aktuellen Bodenproben unterhalb der Nachweisgrenze von zehn Mikrogramm pro Gramm und damit deutlich unter dem nach der Düngemittelverordnung gültigen Grenzwert“, informiert der Erste Beigeordnete der Stadt Dormagen, Ulrich Cyprian.
Die Düngemittelverordnung schreibt für Rizinusschrot einen maximalen Gehalt von 50 Mikrogramm Rizin pro Gramm fest. Das Robert-Koch-Institut in Berlin stufte den Rizin-Gehalt in den Bodenproben daher als „unbedenklich“ ein. Derzeit stimmt die Stadt mit dem Kreisumweltamt und dem Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ab, ob die Flächen wieder gefahrlos für die Bevölkerung freigegeben werden können.
Die Düngearbeiten waren Anfang März von einer Fachfirma auf Grünflächen rund um das Neubaugebiet am Kamillenweg vorgenommen worden. Der dabei verwendete Rizinusschrot enthielt Rizin in unzulässig hohen Konzentrationen. Zwei Hunde von Anwohnern starben, neun weitere Tiere litten unter Vergiftungserscheinungen. Die Ermittlungen dazu, wie das Düngemittel in Umlauf kommen konnte und ob die Firma sachgerecht gearbeitet hat, dauern noch an.
Rizin ist biologisch abbaubar. Die für die Grünflächenpflege zuständigen Technischen Betriebe Dormagen haben die betroffenen Gehölzstreifen und Baumscheiben in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden inzwischen mit Mulch abdecken lassen. Zuvor wurde das gesamte Areal noch einmal sorgsam auf nicht eingearbeitete Düngemittelreste kontrolliert. Mit Flatterband sind die Flächen seit Anfang März abgesperrt. „Nun hoffen wir, dass wir sie den Menschen bald wieder zugänglich machen können. Die Sicherheit muss dabei aber oberste Priorität haben“, so Cyprian.
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