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16 Apr 2010
Berlin (ddp). Der Vulkanausbruch auf Island wird am Freitag den Flugbetrieb in Deutschland weitgehend lahmlegen. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt am Main habe seit 8.00 Uhr wegen der für die Maschinen gefährlichen Aschewolken den Betrieb eingestellt, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport am Morgen.
Laut der Deutschen Flugsicherung werden Maschinen möglicherweise nach München umgeleitet. Allerdings könnte der bundesweit zweitgrößte Flughafen ab dem Abend auch geschlossen werden. Am Morgen blieb der Flugbetrieb in Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Köln-Bonn und Münster-Osnabrück auf unbestimmte Zeit eingestellt.
Seit 8.00 Uhr starteten europäische Maschinen mit dem Ziel Frankfurt nicht mehr, sagte ein Flughafensprecher. Flugzeuge, die bereits in der Luft seien, könnten noch landen oder würden auf andere Flughäfen umgeleitet. Auch die Airports in Ostdeutschland würden vermutlich am Freitag sukzessive geschlossen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung.
Wenn sich die Aschewolke mit der bisherigen Geschwindigkeit von rund 35 Stundenkilometern Richtung Süden bewege, werde sie gegen 20.00 Uhr in München eintreffen, sagte ein Flughafensprecher. Derzeit starten von München aus nur noch Maschinen mit Zielen Richtung Süden. Verbindungen nach Norddeutschland, Skandinavien, Großbritannien und in die Benelux-Länder seien bereits fast alle gestrichen, sagte der Sprecher.
Die Flugsicherung rechnete mit längeren Auswirkungen des für Europa bislang einmaligen Vorfalls. Selbst wenn sich die Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull sofort verflüchtige, werde es dauern, bis sich der Betrieb normalisiere, sagte Sprecherin Ute Otterbein. Allein nach dem Streik der Lufthansa-Piloten habe es vier Tage gedauert, bis sich die Lage normalisiert habe. Nun handele es sich jedoch um ein europaweites Ereignis. Wann die von Nord nach Süd ziehende Aschewolke Deutschland überquert haben wird, steht Otterbein zufolge noch nicht fest.
Der Vulkan an der Südseite Islands war am Mittwoch ausgebrochen. Die Lava brachte das Gletschereis über dem Vulkan zum Schmelzen und ließ Rauch und Asche kilometerhoch aufsteigen. Der Wind treibt sie über die britischen Inseln auf das europäische Festland.
Falls Flugzeuge durch die Aschewolken fliegen, können die sehr harten und scharfen Partikel gefährliche Schäden verursachen. Sie können unter anderem Flugzeugtriebwerke verkleben und zum Stillstand bringen sowie Sensoren zur Flugdatenermittlung beeinträchtigen. In Nord– und Nordwesteuropa wurden deshalb bereits am Donnerstag zahlreiche Flüge gestrichen. In Großbritannien sind alle Flüge mit einigen Ausnahmen bis mindestens Freitagabend gestrichen.
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