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24 Mrz 2010
Rheinfeld. Das von einer Fachfirma vor drei Wochen auf städtischen Flächen in Rheinfeld ausgebrachte Düngemittel war mit dem Giftstoff Rizin belastet. Dies haben die Untersuchungen ergeben, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) beim Robert-Koch-Institut in Berlin in Auftrag gegeben hat.
„Die gemessenen Werte müssen als stark toxisch eingestuft werden“, informiert Babette Winter, Pressesprecherin des LANUV. Zwei Hunde waren in Rheinfeld verstorben, neun weitere Hunde litten unter Vergiftungserscheinungen. Das in dem Düngemittel nach Auskunft der Landesbehörde in dieser Konzentration unzulässig enthaltene Rizin wirkt giftig bei der oralen Aufnahme durch Menschen oder Tiere.
„Im Zuge der Gefahrenabwehr werden wir die betroffenen Bereiche daher vorerst weiterhin großflächig absperren“, kündigt der Erste Beigeordnete der Stadt Dormagen, Ulrich Cyprian, an. Auf Empfehlung des LANUV und des Rhein-Kreises Neuss wurde beschlossen, die gedüngten Bereiche um Bäume und Gehölze zusätzlich mit Mulch abzudecken, um Kontakt mit dem Düngematerial zu vermeiden.
Rizin ist nach Auskunft der zuständigen Fachbehörden biologisch abbaubar und gefährdet weder Boden noch Grundwasser. „Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig weitere Messungen vornehmen, um festzustellen, wann die Grünflächen wieder gefahrlos zugänglich gemacht werden können“, erläutert Cyprian. „Bis dahin bitten wir die Bürger dringend, das Betretungsverbot zu beachten und spielende Kinder von den Flächen fern zu halten. Auch Hundehalter dürfe ihre Tiere nicht auf die Flächen lassen. Hier hat Vorsorge oberste Priorität.“
Für die betroffenen Hundebesitzer und Anwohner in den Neubaugebieten am Nordrand von Rheinfeld bietet die Stadt am morgigen Donnerstag, 25. März, um 18 Uhr einen Informationsabend im Schützenhaus an der Bürger-Schützen-Allee an. Mit dabei sind auch Experten des LANUV und der Umweltbehörden des Kreises. Sie werden die Messergebnisse erläutern und für alle Fragen zur Verfügung stehen.
In dem Dünger, den das LANUV im Lager des beauftragten Gartenbaubetriebs sicherstellte, wurde ein Rizingehalt von 1717 Mikrogramm pro Gramm festgestellt. Bei den vor Ort genommenen Proben lagen die Werte bei 380 und 820 Mikrogramm pro Gramm. Noch zu keinen sicheren Ergebnissen haben die Untersuchungen eines verendeten Hundes durch das Robert-Koch-Institut geführt. „Hier müssen weitere Analysen abgewartet werden“, so Babette Winter vom LANUV. Das Mulchen der Flächen werden die für die Grünpflege zuständigen Technischen Betriebe Dormagen im Laufe der nächsten Tage vornehmen lassen. Das Düngemittel wurde dort inzwischen auch umfangreich in den Boden eingearbeitet. Täglich gehen Mitarbeiter der TBD die Flächen ab und kontrollieren die vorhandenen Absperrungen.
Es stellt sich die Frage, wieso dieser Dünger noch verwendet wurde, denn die tödliche Gefahr für Hunde ist schon seit über zehn Jahren bekannt. Mehr dazu hier
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